Keine SMS und Messenger – Deutsche Bank mit neuen Richtlinien

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Offenbar hat das Finanzinstitut Probleme mit der rechtssicheren Archivierung von Textnachrichten über Messenger oder SMS.

Mitarbeiter der Deutschen Bank dürfen während der Arbeitszeit keine SMS-Nachrichten nutzen und auch keine Messaging-Apps wie WhatsApp, Google Talk oder iMessage. Diese Regelung gilt neben den vom Unternehmen zur Verfügung gestellten Smartphones wie auch für private Geräte, die Mitarbeiter während ihrer Arbeit benutzen.

Den Mitarbeitern wurde diese neue Policy vergangene Woche in einem Memo mitgeteilt. Ein Sprecher der Deutschen bestätigt die neuen Vorschriften. Diese sollen demnach noch in diesem Quartal umgesetzt werden. Weitere Details aber will die Bank derzeit nicht mitteilen.

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“Wir verstehen, dass die Deaktivierung Ihre alltägliche Arbeit verändern wird und bedauern jegliche Unannehmlichkeiten, die sich daraus ergeben könnten”, zitiert Bloomberg aus dem Memo von COO Kim Hammonds und Chief Regulatory Officer Sylvie Matherat. “Dieser Schritt ist jedoch notwendig, um sicherzustellen, dass die Deutsche Bank weiterhin regulatorische und rechtliche Anforderungen erfüllt.”

"Sicher überweisne mit photoTAN - ohne zusätzliche Tan-Liste" wirbt die Deutsche Bank auf ihrer Website (Screenshot: silicon.de)
“Sicher überweisne mit photoTAN – ohne zusätzliche Tan-Liste” wirbt die Deutsche Bank auf ihrer Website. Mitarbeiter hingegen dürfen ab sofort keine SMS und keine Messaging-Dienste mehr verwenden. offenbar aus Compliance-Gründen. (Screenshot: silicon.de)

Offenbar will die Bank mit der Abschaltung von SMS und dem Blockieren von App-Downloads, die eigenen Compliance-Standards nach einer Serie kostspieliger Verfehlungen verbessern. Bloomberg berichtet unter Berufung auf einen Informanten dass das Unternehmen offenbar Probleme hatte, weil Textnachrichten anders als E-Mails nicht rechtssicher archiviert werden konnten.

Erst im letzten Monat einigte sich die Bank mit dem US-Justizministerium über eine Zahlung von 7,2 Milliarden Dollar, um die Affäre um den fragwürdigen Verkauf von hypothekarisch gesicherten Wertpapieren vor der Finanzkrise beizulegen. Bei einer Reihe von weiteren behördlichen Untersuchungen ging es etwa um Geldwäsche in Russland und die Manipulation von Referenzzinssätzen.

Nach der versehentlichen Vernichtung von 482 Bändern mit Aufnahmen von Telefongesprächen bekam die Deutsche Bank Ärger mit der britischen Finanzaufsicht Financial Conduct Authority und kassierte schließlich ein Bußgeld von 227 Millionen Pfund. Die Regulierungsbehörde hatte schon 2010 verfügt, dass Bankinstitute die Mobiltelefonate ihrer Wertpapierhändler aufzeichnen und sechs Monate lang aufbewahren müssen.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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