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Berliner Polizei verhaftet Dieb dank Tablet-Ortungsfunktion

Die Berliner Polizei hat mit tatkräftiger Unterstützung des Bestohlenen einen Tablet-Dieb verhaftet. Der 41-Jährige hatte das Gerät zusammen mit einer Tasche in einer Physiotherapiepraxis entwendet. Als der bestohlene Praxismitarbeiter bemerkte, dass seine Tasche fehlt, griff er sofort auf die Ortungsfunktion des Tablets zurück.

Die führte den 27-Jährigen zunächst jedoch lediglich zu seiner Tasche, die auf dem Gehweg stand. Wie die Berliner Polizei mitteilte [1], wandte sich der Bestohlene dann an die Polizei. Nachdem die Beamten bei ihm eingetroffen waren, ortete der Bestohlene das Tablet erneut. Im Polizeiauto ging es dann für alle zusammen zu der ermittelten Adresse.

Dort trafen die Polizisten neben dem 41-Jährigen zwei weiter Männer an. “Die anschließenden Ermittlungen ergaben, dass der 41-Jährige offenbar die Tasche aus der Praxis gestohlen hatte und er zum Zeitpunkt der Festnahme das Tablet wohl gerade an die anderen beiden Männer verkaufen wollte“, so die Polizei in ihrem Bericht.

Android Standortdienste ausschalten (Screenshot: silicon.de) [2]
Bei Android lassen sich die Standortdienste oft nur generell an oder ausschalten (Screenshot: silicon.de)

Um was für ein Mobilgerät es sich handelte oder welche Ortungsfunktion verwendet wurde, geht daraus nicht hervor. Möglich ist die Ortung sowohl mit Bordmitteln von Android (Details hier [3]) als auch iOS (Details hier [4]). Außerdem bieten diverse Hersteller von Mobile-Security-Suiten eine Ortungsfunktion (oft nur in der Bezahlversion, nicht der kostenlosen Variante). Für Firmen werden Ortungsfunktionen im Rahmen umfassender Mobile-Device-Management-Produkte (MDM [5]) angeboten. Um ein solches dürfte es sich in dem Berliner Fall aber nicht gehandelt haben, sind die doch für ein kleines Unternehmen wie eine Physiotherapiepraxis in der Regel zu teuer und zu aufwändig.

Bei iOS findet sich die Verwaltung der Ortungsfunktion in der App “Einstellungen” unter dem Punkt Datenschutz-> Ortungsdienste. Sie können dort per Schieberegler entweder generell an- oder ausgeschaltet werden. Ist die Funktion aktiviert, findet sich darunter ein Liste der Anwendungen, die darauf zugreifen wollen. Für sie kann diese Erlaubnis dann einzeln wieder entzogen werden. Bei Android gibt es diese Option nicht immer. Hier kann die Ortung oft nur generell erlaubt oder verboten und Apps auf Nachfrage eingeräumt werden. Einstellen lässt sich dagegen in allen gängigen Versionen des Betriebssystems die Genauigkeit der Ortung.

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