Neue Initiative will IoT mit Blockchain sicherer machen

M2MNetzwerke

In ihr finden sich etablierte Firmen wie Bosch, Cisco und Gemalto mit Start-ups aus dem Blockchain-Bereich zusammen. Die Idee wurde offenbar auf einer Veranstaltung in Kaliforniern im Dezember 2016 geboren. Ziel ist es IoT-Anbietern Kernfunktionen so zur Verfügung zu stellen, dass sie mit unterschiedlichen Blockchains genutzt werden können.

Eine neue Initiative will offenbar die Möglichkeiten der einzelnen Blockchain-Ansätze nutzen, um Sicherheit und damit auch das Vertrauen in IoT-Geräte zu erhöhen. Ziel ist es in erster Linie, das Identitätsmanagement für die Geräte zu verbessern sowie beim Versand von Daten über größere Netzwerke sicherzustellen, dass die von vertrauenswürdigen Geräten abgeschickten Daten ebenfalls zuverlässig und korrekt sind. Blockchain-Technologie soll künftig dabei offenbar helfen, indem sie genutzt wird, um Datenpakete auf jeder Etappe ihres Wegs im IoT zu signieren und die Echtheit zu bestätigen.

Blockchain Bitcoin (Bild: Shutterstock)

Wie das Fachportal Coindesk berichtet, wollen nun Bosch, Cisco, Gemalto und Foxconn zusammen mit den Blockchain-Unternehmen Ambisafe, BitSE, Chronicled, ConsenSys, Distributed, Filament, Hashed Health, Ledger, Skuchain und Slock.it in einer geneinsamen Initiative die Grundalgen dafür legen, dass IoT-Anbietern Kernfunktionen zur Verfügung stehen, die sie mit unterschiedlichen Blockchains nutzen können.

Der Anstoß dazu sei von der Veranstaltung “New Horizons: Blockchain x IoT Summit” in Berkeley im Dezember gekommen. Dort hätten sich Vertreter von diesen und anderen Firmen erstmals getroffen. Vorbild sei die Nutzung von Blockchain-Technologie in der Lieferkette. Dafür gibt es bereits zahlreiche Beispiele die zeigen, wie kryptographische Signaturen genutzt werden können, um die Identität jedes Einzelteils in jeder Phase des Transports und auch nach dem Verkauf noch eindeutig feststellen zu können.

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Andererseits arbeitet zum Beispiel Gemalto schon seit Jahren daran, die Kommunikation zwischen Maschinen (M2M) abzusichern und könnte künftig dazu auf Blockchain-Technologie setzen. Gegenüber Coindesk erklärte Joe Pindar, CTO von Gemalto, dass angestrebt werde, eine Abstraktionsschicht einzuziehen, so dass eine Handvoll an Kernfunktionen die IoT-Anbieter voraussichtlich benötigen – etwa neue Geräte einzubuchen oder den Besitzer zu ändern – so implementiert werden, dass der Code dafür mit unterschiedlichen Blockchains verwendbar ist.

Ist dieses Protokoll einmal veröffentlicht, könnten Firmen standardisierte Produkte entwickeln, ohne dabei Zeit und Ressourcen in die Integration der Blockchain-Technologie stecken zu müssen. Darüber hinaus könnten sie ohne Programmieraufwand von einem Blockchain-Anbieter zum anderen wechseln.

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Ryan Orr, CEO von Chronicled, vergleicht die möglichen Auswirkungen gegenüber Coindesk mit denen bei der Einführung des Barcodes. Allerdings betont er, dass bei Blockchain dessen Nachteile – etwa, dass er leicht zu fälschen ist – nicht vorhanden seien. Vertreter von Slock.it sehen dagegen Vorteile vor allem im Bereich von Vermittlungsdiensten, für die es dann keine Mittelsmänner mehr brauche. So seien damit etwa in Kombination mit einem Internet-fähigen Schloss “smarte Mietverträge” möglich.

Dirk Slama, bei Bosch Software Innovations für strategische Allianzen zuständig, sieht dagegen eher die Vorteile in der Industrie: Er verwiest auf die dadurch entstehenden Möglichkeiten eine manipulationssichere Historie der Herstellung, Weitergabe und Wartung eines Produkts auch in einem komplexen Netzwerk mit mehreren Beteiligten zu erstellen.

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