IoT-Plattformen werden für Mittelstand unverzichtbar

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Das geht aus einer Umfrage des Verbands eco hervor. Anwenderfirmen wechseln demnach von individuellen Lösungen zu standardisierten IoT-Produkten. 73 Prozent der Befragten glauben, dass so deutsche Firmen auch zu großen Internetkonzernen aus den USA wettbewerbsfähig bleiben.

In Deutschland setzten auch mittelständische und kleine Unternehmen verstärkt auf IoT. Dazu nutzen sie aber zunehmend fertige Plattformen, wie sie inzwischen zahlreich angeboten werden. Standardisierte Produkte ersetzen im Bereich Internet der Dinge (IoT) so allmählich die bislang oft verwendeten individuellen Lösungen. Dieser Ansicht sind 84 Prozent der Teilnehmer einer Experten-Umfrage des eco – Verbands der Internetwirtschaft e. V.

eco Verband (Bild: Eco)

IoT-Plattformen werden unersetzlich für den Mittelstand”, fasst Bettina Horster, Vorstand der VIVAI Software AG und Direktorin IoT im eco Verband die Ergebnisse zusammen. Ihrer Ansicht nach profitieren Unternehmen bei den vorbereiteten Lösungen von deren höheren Sicherheitsstandards, der dadurch möglichen schnelleren Umsetzung und der reduzierten Komplexität. Zudem mache die Abrechnung über Lizenzmodelle die Kosten kalkulierbar.

Auch 73 Prozent der vom eco befragten Experten gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft mit IoT-Plattformen schneller vom Internet der Dinge profitiert. Die Unternehmen hierzulande könnten damit sogar den Anschluss an große US-Internetkonzerne herstellen. 80 Prozent der Befragten sehen auch hervorragende Möglichkeiten für Start-ups. Denen räumen sie besonders gute Erfolgschancen im B2B-Bereich ein.

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Allerdings fällt selbst Experten die Auswahl der passenden IoT-Plattform noch schwer. Rund 27 Prozent der Befragten stimmen dieser Aussage voll zu, weitere 50 Prozent stimmen ihr zumindest teilweise zu. Zur Verwirrung tragen allerdings auch die Anbieter bei. Weniger als 8 Prozent der Umfrageteilnehmer finden, dass die Vorteile und Unterschiede der IoT-Plattformen verständlich formuliert sind. Über 57 Prozent gaben dagegen an, dass dies “weniger” oder “nicht” zutrifft.

Bettina Horster, Direktorin IoT im eco Verband (Bild: eco)
Bettina Horster, Direktorin IoT im eco Verband (Bild: eco)

Bestätigt wird das dadurch, dass fast 70 Prozent der Befragten zumindest teilweise finden, dass sich die Leistungen der unterschiedlichen IoT-Plattfomen doch stark ähneln. Dafür gibt es zwei Lösungen: Entweder verschwinden einige vom Markt, die in absehbarer Zeit nicht eine kritische Masse an Kunden für gewinnen – entweder weil sie dicht machen oder aufgekauft werden – oder die Anbieter gehen dazu über, sich für bestimmte Anwendungsszenarien als Spezialisten zu etablieren, anstatt allen alles bieten zu wollen.

Spezialisierung könnte auch deshalb vielversprechend sein, weil die meisten offenbar gar keine eierlegende Wollmilchsau wollen: Für rund 77 Prozent der Befragten steht bei der Auswahl eine IoT-Plattform schnelle und einfache Umsetzbarkeit im Vordergrund. Integrationsfähigkeit mit Drittlösungen (etwa Branchenlösungen) sehen 69 Prozent als sehr wichtig an. Eine offene Architektur für flexible Erweiterungen priorisieren dagegen nur 50 Prozent.

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Firmen, die IoT-Projekte planen oder bereits umgesetzt haben, sollten sich auch allmählich mit der Blockchain-Technologie vertraut machen. Die befragten Experten sehen sie überwiegend zumindest teilweise als geeignete Abrechnungsmöglichkeit und mögliche Grundlage für neue Geschäftsmodelle. Gut 30 Prozent der Experten zufolge trifft das sogar voll zu, 50 weitere Prozent gehen davon aus, dass es teilweise zutrifft.

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