Microsoft und KPMG forschen gemeinsam an Blockchain

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Dazu sind drei gemeinsame Innovationszentren geplant. Das erste wurde jetzt in Frankfurt am Main eingeweiht. Ziel ist es herauszufinden, wie sich Geschäftsprozesse und -modelle in unterschiedlichen Branchen mittels Blockchain-Technologie optimieren lassen.

Microsoft und KPMG haben in Frankfurt am Main das erste von weltweit drei gemeinsamen Innovationszentren eingeweiht. Als weitere Standorte sind New York und Singapur vorgesehen. Möglicherweise aufgrund des bevorstehenden Brexit kommt der bislang so hoch bewertete Finanzplatz London nicht zum Zuge.

In den “The KPMG & Microsoft Blockchain Node” genannten Einrichtungen sollen Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie aufgezeigt und untersucht werden, wie sich Unternehmen diese zunutze machen können. Dazu analysieren Experten der beiden Unternehmen gemeinsam Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle unterschiedlicher Branchen im Hinblick darauf, ob und wie sie sich mittels Blockchain-Technologie verbessern lassen.

Kooperation Microsoft KPMG (Grafik: silicon.de)

Zudem werden die Zusammenarbeit mit ausgewählten Entwicklern und eine enge Kooperation mit der Start-up-Szene angestrebt. Im Mittelpunkt da steht offenbar das Frankfurter Tech Quartier. Die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Einrichtung ist eine gemeinschaftliche Initiative der Goethe Universität, der TU Darmstadt sowie der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen. Sie wurde von der Digital Hub Initiative (de:hub) des Bundeswirtschaftsministeriums als der deutsche Fintech-Hub auserkoren.

“Die Blockchain ist eine Technologie, deren Möglichkeiten unsere Vorstellungskraft derzeit noch übersteigt. Das liegt auch an der geringen Zahl bereits umgesetzter Anwendungen”, erklärt Sven Korschinowski, Partner im Bereich Financial Services bei KPMG, in einer Pressemitteilung.

Sven Korschinowski (Bild: KPMG)
Sven Korschinowski, Partner im Bereich Financial Services bei KPMG (Bild: KPMG)

Der Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit von Microsoft und KPMG wird zunächst auf Anwendungen im Finanzdienstleistungsbereich liegen. Die Optimierung von Geschäftsprozesse und -modellen mittels Blockchain-Technologie ist Korschinowski zufolge aber keineswegs nur für Banken und Versicherer interessant. Auch im Handel, der Automobilindustrie, dem Energiesektor, für Medien, in der Gesundheitsbranche, sowie in der öffentlichen Verwaltung sieht er Möglichkeiten.

Das sehen auch vom Eco Verband befragte IoT_Experten ähnlich. Den diese Woche veröffentlichten Umfragergebnissen zufolge sehen sie Blockchain überwiegend als “zumindest teilweise” geeignete Abrechnungsmöglichkeit und mögliche Grundlage für neue Geschäftsmodelle. Gut 30 Prozent der Experten zufolge trifft das sogar voll zu, weitere 50 Prozent gehen davon aus, dass es “teilweise” zutrifft.

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Wem und wofür Deutsche persönliche Daten preisgeben

Durch Digitalisierung und Internet der Dinge (IoT) eröffnen sich Firmen umfangreiche Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Die meisten davon basieren auf der Auswertung von Daten. Es ist daher entscheidend zu wissen, wie groß die Bereitschaft zur Preisgabe dieser Daten ist.

Marley Gray, Director of Business Development & Strategy und für Blockchain bei Microsoft zuständig, erhofft sich Projekte, “die sich nicht nur auf den deutschen Markt beschränken, sondern unsere Kunden weltweit bei der Erreichung ihrer strategischen Ziele unterstützen werden.” Er führt dazu die globale Verfügbarkeit der Cloud-Plattform Microsoft Azure, den Dienst “Azure Blockchain as a Service” sowie die Hybrid-Cloud-Architektur, die Datensicherheits- und Datenschutzstandards und die Berücksichtigung der besonderen Compliance-Anforderungen von Kunden als Vorteile ins Feld.

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