NarrowBand – Telekom treibt IoT-Netz in Europa voran

M2MNetzwerke

In Deutschland, Niederlande, Griechenland, Polen, Ungarn, Österreich, Slowakei und Kroatien führt die Deutsche Telekom eine neue Netzwerktechnologie für die Anbindung von Sensoren und IoT-Geräten ein.

Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres will die Deutsche Telekom NarrowBand-IoT-Technologien in Deutschland als Service anbieten. In Märkten wie Österreich, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Polen und der Slowakei soll die bereits vorhandene Versorgung mit NB-IoT in Verlauf des Jahres weiter ausgebaut werden.

Die Deutsche Telekom hatte im Oktober des zurückliegenden Jahres das weltweit erste NB-IoT-End-to-End-System und eine Smart-Parking-App im Live-Betrieb präsentiert und damals auch ein eigenes Forschungs-Labor für die Entwicklung von Anwendungen für NB-IoT gestartet. Erste Pilotprojekte mit Großkunden gibt es bereits in den Bereichen Smart Metering, Smart Parking und Asset Tracking.

Vorteile der Technologie sind geringen Kosten, eine gute Versorgung in Gebäuden (20 dB mehr als GSM) und die mit bis zu zehn Jahren sehr lange Laufzeit der beiden AA-Batterien bei NB-IoT-typischer Nutzung.

Die Deutsche Telekom ist laut eigenen Angaben der erste Ende-Zu-Ende-Anbieter für NarrowBand IoT. Die Geräte, wie hier ein Parkplatz-Sensor, können bis zu zehn Jahre mit einer Batterieladung auskommen. (Bild: Deutsche Telekom)
Die Deutsche Telekom ist laut eigenen Angaben der erste Ende-Zu-Ende-Anbieter für NarrowBand IoT. Die Geräte, wie hier ein Parkplatz-Sensor, können bis zu zehn Jahre mit einer Batterieladung auskommen. Das Modul im Bild stammt von dem britischen Hersteller Neul. (Bild: Deutsche Telekom)

Die Nutzung des lizenziertem Spektrums und 3GPP-Standardisierung für Sicherheit auf LTE-Basis ermöglichen Anwendungen im Internet der Dinge auf breiter Ebene sowie zahlreiche unterschiedliche Geschäftsmodelle.

Einer der ersten Kunden ist der Serviceanbieter ista, der über NarrowBand eine Smart-Building-Lösung umsetzt. Das deutsche Energie-Serviceunternehmen hat derzeit über 15 Millionen vernetzte Geräte in Mehrfamilienhäusern in ganz Europa in Betrieb. Dabei werden vor allem über batteriebetriebene digitale Geräte der Wärme- und Wasserverbrauch gemessen sowie intelligente Rauchmelder betrieben. Auf Basis des NB-IoT-Netzes der Deutschen Telekom konzentriert sich ista zunächst auf die intelligente Erfassung, Visualisierung und Abrechnung des Energieverbrauchs.

Ausgewähltes Whitepaper

Wege zu zukunftsfähiger Daten- und Prozessintegration in Unternehmen

Für Unternehmen aller Branchen kann der Wert von Daten heute eigentlich gar nicht mehr hoch genug eingeschätzt werden. Diese Erkenntnis hat sich allgemein durchgesetzt. Unklar ist oft dagegen noch, wie man diesem neuen Paradigma in der eigenen Firma gerecht werden soll.

“Wir sehen bei unseren Kunden im Wohnungssektor einen klaren Trend in Richtung Smart Building”, sagt ista-Geschäftsführer Jochen Schein. “Die Nachfrage von Eigentümern und Vermietern nach vernetzten digitalen Geräten steigt stetig. Derzeit kommen im Portfolio von ista Monat für Monat rund 400.000 dieser Geräte hinzu.”

Solche Anwendungsszenarien will die Telekom auch mit dem NB-IoT Prototyping Hub weiter voranbringen. In dem Programm sollen Kunden und Interessenten mit IoT-Entwicklern zusammengebracht werden, um die Markteinführung zu beschleunigen.

Sie können die NB-IoT-Basisstationen der Deutschen Telekom im Live-Betrieb nutzen, um neue Anwendungen und Sensoren mithilfe eines Software Toolkits in den Laboren in Berlin und Krakau zu testen. Die Initiative wurde 2016 ins Leben gerufen. Seitdem haben sich hier über 100 Entwickler eingefunden.

Durch das Partnerökosystem bringt die Telekom IoT auch dahin, wo man es nicht auf Anhieb erwartet, etwa in die Landwirtschaft (Grafik: DTAG)
Durch ihr Partnerökosystem bringt die Telekom IoT auch dahin, wo man es nicht auf Anhieb erwartet, etwa in die Landwirtschaft (Grafik: DTAG)

Weiteres Beispiel für Einsatzmöglichkeiten von NarrowBand ist die Monitoring-Lösung für Bienenvölker von Bee & Mee, die Bienenzüchter bei der Lösung von Problemen in der Bienenhaltung unterstützt.

Das intelligente Überwachungssystem enthält eine Mikroprozessoreinheit, mit der wichtige Parameter der Bienenhaltung gemessen werden. Zudem werden die mit “Babyphonen” für Bienen erfassten Daten mithilfe von Data-Mining-Verfahren verarbeitet, um zentrale wissenschaftliche Fragen zu beantworten und Tools für die vorausschauende Analyse zur Präzisierung der Bienenhaltung zu entwickeln.

Ausgewähltes Whitepaper

Wem und wofür Deutsche persönliche Daten preisgeben

Durch Digitalisierung und Internet der Dinge (IoT) eröffnen sich Firmen umfangreiche Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Die meisten davon basieren auf der Auswertung von Daten. Es ist daher entscheidend zu wissen, wie groß die Bereitschaft zur Preisgabe dieser Daten ist.

In den Niederlanden will der Ex-Monopoist aus Bonn 2017 die landesweite Einführung des NB-IoT-Netzes mit verschiedenen Kunden abschließen. Neben dem Raumklimaspezialist Itho Daalderop soll der Spezialist für Schienenüberwachung Dual Inventive und der Sensorhersteller Smartsensors ebenfalls auf das Netz aufspringen.

Weitere Entwickler mit Lösungen im NB-IoT Prototyping Hub der Deutschen Telekom sind Ayyeka, ein Startup, das intelligente Infrastruktur – und Umweltnetze zum Beispiel für intelligentes Wassermanagement bietet; EcoMobile, ein kroatisches Unternehmen mit smarten Lösungen im Bereich Abfallmanagement, zum Beispiel Abfallbehältern mit Füllstandsmessung und elektronischer Identifizierung von Müllbehältern sowie Flashnet, das mit seiner Remote-Lösung inteliLIGHT für die Straßenbeleuchtung je nach Bedarf stets für die richtige Lichtmenge sorgt.

“Wir werden die Aufrüstung unserer Basisstationen in ganz Europa fortsetzen, um NarrowBand-IoT im 900-MHz- und 800-MHz-Bereich zu ermöglichen”, so Claudia Nemat, Vorstand Technologie & Innovation bei der Deutschen Telekom. “Die Versorgung konnte mit dieser Technologie wie versprochen um 20 dB verbessert werden.” Nun hofft Nemat, dass Anwender schnell die Vorteile der Technologie nutzen.

Konkurrent der Telekom in diesem Bereich ist Vodafone, das Anfang Februar ein NarrowBand-IoT-Testnetz sowie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Düsseldorf in Betrieb genommen hat. 

In dem Entwicklungszentrum arbeitet Vodafone mit den Produkten von Netzwerkausrüstern wie Ericsson, Huawei und Nokia, sowie den Modulherstellern Telit und u-blox, und den Chipherstellern Intel und Neul. In dem frisch in Betrieb genommenen Entwicklungszentrum können Anwender unter Live-Bedingungen smarte Lösungen entwickeln.

 

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen