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Samsung-Chef angeklagt: Konzernumbau und Rücktritte

Südkorea hat Jay Y. Lee wegen Bestechung angeklagt. Seit einigen Monaten schwelt dieser Skandal [1]. Lee soll im Zusammenhang mit einem Bestechungsskandal um die ehemalige Präsidentin Park Geun-hye stehen. Nun muss sich der Milliardär und Samsung-Kronprinz vor Gericht verantworten, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg [2] berichtet. 

Lee_Jae-Yong, soll Thronfolger von Vater und Samsung-Chairman Lee Kun-Hee werden. Dafür sollen auch zwei Sparten des Mischkonzerns fusioniert worden sein. Die Korruptionsaffäre hat inzwischen auch die Präsidentin Südkoreas erreicht. (Bild: ZDNet.com) [3]
Lee_Jae-Yong, soll Thronfolger von Vater und Samsung-Chairman Lee Kun-Hee werden. Dafür sollen auch zwei Sparten des Mischkonzerns fusioniert worden sein. Sollte nun eine Inhaftierung folgen, dürften das diese Pläne wohl erschweren. (Bild: ZDNet.com)

Nun reagiert der Konzern mit der Ankündigung, dass die einzelnen Tochterunternehmen künftig unabhängig operieren sollen und von jeweils eigenen Vorständen und Gremien geführt werden. Darüber hinaus treten mehrere Top-Manager zurück, wie zum Beispiel Choi Gee Sung, Strategiechef von Samsung und Park Sang Jin, der die Smartphone-Tochter Samsung Electronics leitet. 

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Der Vorwurf der Bestechung steht auch im Zusammenhang mit der geplanten Nachfolgeregelung, über die Lee noch mehr Kontrolle über das Unternehmenskonglomerat bekommen sollte. Der Anklage sind zahlreiche Razzien und Verhaftungen vorangegangen.

Lee soll über eine Vertraute, Choi Soon-Sil, Einfluss auf die Politik genommen haben. Zudem habe ein wichtiger Pensionsfond mit Regierungsbeteiligung die Zusammenlegung von mehreren Sparten von Samsung ermöglicht haben, was die Machtübernahme von Lee erleichtert hätte. Dabei habe Samsung an Choi 17 Millionen Dollar gezahlt, an dieser Entscheidung sei Lee aber nicht beteiligt gewesen. Choi dagegen bestreitet nach wie vor, diese Zusammenlegung beeinflusst zu haben.

Der damalige Chairman Kun-Hee Lee erlitt 2014 eine Herzattacke. Seitdem versieht Lee dieses Amt, was wohl offenbar auch dem Willen des Vaters entspricht. Allerdings könnte durch “Choi-Gate” eben diese Regelung nun ins Wanken kommen.

Die Lee-Vertraute Choi habe, so der Vorwurf der Behörden, Spenden in Millionenhöhe für verschiedene Stiftungen eingesammelt und dabei auch ihre Beziehung zu Präsidentin Park genutzt. Die Behörden werfen der inzwischen inhaftierten Choi vor, sich persönlich bereichert und sich in Regierungsangelegenheiten eingemischt zu haben. Die Behörden behandeln auch die Präsidentin derzeit als Verdächtige.

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Größter Geldgeber der Stiftungen Chois ist der Samsung-Konzern. So soll Choi eine Reitausbildung ihrer Tochter sowie Immobilien in Deutschland [4] mit Geldern von Samsung finanziert haben. Weil aber Samsung von Choi für die “Spende” keinerlei Gegenleistungen erhalten habe, könne kein Vorwurf der Korruption erhoben werden, argumentieren die Anwälte des Konzerns.

Die Behörden vermuten aber, dass Samsung durch diese Zahlung versucht habe, über Choi Einfluss auf die Politik des Landes zu nehmen. Durch die Zahlung, so der Vorwurf der Behörden, soll die staatliche Genehmigung einer strittigen Zusammenlegung mehrerer Sparten bei Samsung begünstigt worden sein.

Mit dieser Fusion sollen Samsung C&T sowie Cheil Industries zusammengelegt werden. Dadurch soll aber vor allem die Erbfolge im Samsung-Konzern erleichtert werden. Seit einer Herzattacke von Samsung-Chef Lee Kun-Hee im Jahr 2014 führt dessen Sohn Lee Jae-Yong die Geschäfte. Nun versucht der Vater die Leitung des Konzerns dem Sohn zu übergeben, der dann das Unternehmen in dritter Generation als Chairman führen soll. Durch die Zusammenlegung der Sparten hätte die Übergabe vereinfacht werden sollen.

Samsung, so der Vorwurf, versuche daher, den Aktienwert von Samsung S&T auf dem Papier klein zu halten, wie beispielsweise der Hedge-Fonds Elliot Associates kritisiert [5] und daher auch gegen die 2015 genehmigte Fusion opponiert. Einer der größten Anteilseigner ist ein koreanischer Pensionsfond. Der hatte die Fusion vor kurzem genehmigt. Der Minister für Wohlfahrt, dessen Ministerium dieser Fond unterstellt ist, wurde in diesem Zusammenhang bereits inhaftiert.