IT-Projektmarkt geht durch die Decke

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So viele Projektanfragen wie noch nie wurden im Jahr 2016 verzeichnet. Das Angebot und auch die Nachfrage nach IT-Freelancern war so hoch wie noch nie.

Es wurden noch nie so viele Projektanfragen gestartet wie im Jahr 2016. Das meldet das Freelancer-portal Gulp. Demnach wurden noch nie so viele Anfragen gestellt aber es waren auch in keinem Jahr zuvor mehr Freelancer gelistet als 2016.

Stärkster Monat war laut Gulp der September. Mehr als 21.000 Projektanfragen wurden in diesem Monat an Freiberufler weitergeleitet.Auch die Monate Juli und August seien wie in den Jahren zuvor starke Monate gewesen.

Auch in der Jahres-Gesamtsumme stellt 2016 mit 228.823 Anfragen für insgesamt 17.076 offene Projektpositionen einen Rekord auf.  Pro vakanter Projektposition wurden im Durchschnitt 13,4 Anfragen an Freiberufler weitergeleitet. Dieser Wert sei höher als in den Vorjahren.

Der IT-Projektmarkt in Deutschland erreicht 2016 einen Höchststand. (Bild: Gulp)
Der IT-Projektmarkt in Deutschland erreicht 2016 einen Höchststand. (Bild: Gulp)


Dafür scheint es aber eine gute Erklärung zu geben, wie Daniela Kluge, Bereichsleitung Portal und Projekte bei Gulp erklärt: “Die Projekte und Anforderungen werden immer vielgestaltiger und komplexer, sodass es länger dauert, bis es zum Volltreffer kommt.” Dennoch sei der Projektmarkt derzeit ein “ein eindeutiger Kandidatenmarkt”. Freiberufler könnten größtenteils die Projekte wählen, die für sie am geeignetsten erscheint. Auch das sorge dafür, dass sich der Ausschreibungsprozess verlängere.

Doch welche Skills werden nachgefragt und welche Experten können die höchsten Stundensätze geltend machen?

Rückläufig sei beispielsweise die Nachfrage nach Windows-Experten. Linux hingegen kann hier weiter aufholen. Die beiden Skills wechselten sich 2016 als Spitzenreiter ab. Dann komme lange nichts und schließlich folge Unix auf Rang drei. AIX und Solaris sind im Bereich Unix die wichtigsten Plattformen.

Die Nachfrage nach Datenbank-Experten ist Rückläufig. Besonders stark fällt das bei Oracle auf. 2016 allerdings hat sich der Markt offenbar wieder stabilisiert. (Bild: Gulp)
Die Nachfrage nach Datenbank-Experten ist Rückläufig. Besonders stark fällt das bei Oracle auf. 2016 allerdings hat sich der Markt offenbar wieder stabilisiert. (Bild: Gulp)

Doch können Windows-Experten gut verdienen. Windows-Experten haben durchschnittlich 81 Euro als Netto-Stundensatzforderung in ihrem GULP Profil eingetragen haben, liegt der Wert bei Unix allgemein bei 78 Euro, bei Linux-Spezialisten bei 75 Euro.

Wer allerdings einen möglichst hohen Stundensatz möchte, sollte sich ein SAP-Modul draufschaffen. In allen Modulen bewegt sich der Stundensatz um die 90 Euro und damit deutlich über dem Gesamtschnitt.

IoT und Digitalisierung sorgen offenbar für wachsenden Bedarf nach Java-Experten (Bild: Gulp)
IoT und Digitalisierung sorgen offenbar für wachsenden Bedarf nach Java-Experten (Bild: Gulp)

Zwar variiere die Nachfrage zwischen den einzelnen Modulen sehr stark von Monat zu Monat. Doch liefern sich die zehn wichtigsten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Traditionell besonders beliebt war auch 2016 SAP FI (Finanzwesen). SAP BW (Business Warehouse) lag sogar zweimal auf Rang eins, vor allem aber weil die Nachfrage nach den anderen Modulen in diesen Monaten abflachte. Aus diesen Zahlen lesen jedoch die Experten von Gulp heraus, dass immer Unternehmen heterogene Daten in einem Business Warehouse sammeln und damit den ersten Schritt hin zu Projekten rund um Data Mining und Big Data zu unternehmen.

Dagegen geht die Nachfrage nach Datenbank-Experten weiter zurück. Die wichtigsten Plattformen heißen Oracle, DB2, MS Access, SQL-Server und mySQL. Vor allem in den Jahren 2014 und 2015 sei die Nachfrage nach Datenbank-Experten eingebrochen, meldet Gulp. 2016 aber stabilisierte sich die Nachfrage wieder. Besonders Oracle sei von diesem Rückgang betroffen gewesen.

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In Sachen Stundensatz gibt es einen leichten Bruch nach den Top drei: Während im Schnitt Oracle-Experten 79 Euro, DB2-Profis 78 Euro und SQL-Spezialisten 76 Euro als Stundensatzforderung in ihrem GULP Profil eingetragen haben, liegen MS Access-Experten bei 72 Euro und mySQL-Spezialisten bei 69 Euro.

Bei Programmiersprachen ist Java wie auch in anderen Jahren deutlicher Spitzenreiter. 2016 stieg die Nachfrage gegenüber dem Verfolgerfeld noch einmal deutlich. “Die Nachfrage nach Java-Spezialisten bleibt ungebremst, zumal die Programmiersprache auch zentral für viele Digitalisierungstrends sein wird” so Kluge weiter. Der aktuelle Zuwachs könne auch mit neuen Projekten im Bereich des Internet der Dinge zusammenhängen. Auch hier sei Java laut Eclipse Foundation unter den wichtigsten Sprachen vor SQL, C/C++, JavaScript und C#.

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