NAS-Reihe MyCloud von Western Digital weist zahlreiche Sicherheitslücken auf

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Unter anderem ist es möglich, die Passwortabfrage zu umgehen und so ohne gültige Anmeldedaten auf die Netzwerkspeicher zuzugreifen. Angreifer können die ungpatchte Schwachstelle den Entdeckern zufolge mit über 80 Lücken kombinieren, die Remotecodeausführung erlauben.

Experten des Sicherheitsanbieters Exploitee haben auf zahlreiche, teilweise gravierende Sicherheitslücken in NAS-Produkten von Western Digitalhingewiesen. Offenbar ist davon die Firmware der gesamten Produktreihe MyCloud betroffen. Bei ihr sei es unter anderem möglich, die Passwortabfrage zu umgehen und dann ohne gültige Anmeldedaten aus der Ferne auf die Netzwerkspeicher zuzugreifen.

WD MyCloud EX4100 (Bild: Western Digital)

Möglich ist das aufgrund von Fehlern in den PHP-Skripten, mit denen Western Digital überprüft, ob ein Nutzer angemeldet ist. Dort lassen sich Argumente zu einer Funktion hinzufügen, die einen Nutzer ohne Passwortabfrage zu einem angemeldeten Nutzer machen. Exploitee kritisiert auch, dass nur anhand der IP-Adresse und einem Log-in-Timeout überprüft wird, ob ein Nutzer bereits angemeldet ist.

Das Unternehmen listet 13 weitere Bugs auf, die es nicht autorisierten Nutzern erlauben, aus der Ferne Schadcode einzuschleusen und auszuführen. Weitere 70 Schwachstellen erlauben das nur nach vorheriger Anmeldung. Allerdings könnten auch diese Schwachstellen aufgrund der Log-in-Bypass-Lücke ebenfalls ohne Eingabe eines Nutzernamens oder Passworts ausgenutzt werden. Eine weitere Schwachstelleerlaubt es Unbefugten, aus der Ferne Dateien auf einem MyCloud-NAS abzulegen. Dazu legen die Forscher sogar den erforderlichen Exploit-Code vor.

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Die nun aufgedeckte Lücke steckt laut Exploitee in einem kürzlich bereitgestellten Software-Update von Western Digital. Das sollte eigentlich eine ältere Lücke beseitigen, die ebenfalls die unbefugte Anmeldung ohne Passwort ermöglicht. Damit sind nun über 80 Sicherheitslücken in NAS-Produkten von Western Digital ungepatcht.

“Normalerweise versuchen wir mit Anbietern zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass Abfälligkeiten korrekt veröffentlicht werden”, erklären die Forscher. In diesem Fall habe man sich jedoch entschlossen, vor der Bereitstellung von Patches an die Öffentlichkeit zu gehen, um Nutzer darauf aufmerksam zu machen, ihnen die Möglichkeit zu geben, die Zugänge zu ihren Geräten zu schließen und soweit wie möglich die Zugriffe darauf einzuschränken. Grund dafür sei das behäbige Patch-Verhalten von Western Digital. Mit der Veröffentlichung der Lücken soll der Druck auf den Hersteller erhöht werden.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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