Polizei warnt erneut vor betrügerischen Support-Anrufen angeblicher Microsoft-Mitarbeiter

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Im vergangenen Jahr hatten die Behörden ein Call-Center ausgehoben, dem alleine in Deutschland mindestens 7600 Personen auf den Leim gegangen waren. Obwohl die Betrugsmasche schon seit Jahren bekannt ist, funktioniert sie offenbar immer noch. Und die Betrüger nutzen flexibel die Möglichkeiten, die ihnen moderne Malware bietet.

Bei der Polizei gehen derzeit wieder vermehrt Anzeigen und Hinweise auf Anrufe von Personen ein, die sich in betrügerischer Absicht als Microsoft-Mitarbeiter ausgeben. Die Polizei Koblenz hat das nun zum Anlass genommen, noch einmal nachdrücklich vor dieser Betrugsmasche zu warnen.

Den Behörden zufolge arbeiten die Betrüger nach der bekannten Masche: Sie stellen sich am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter vor und behaupten, der Rechner des Nutzers sei von Viren befallen. Dann bieten sie Software an, die es ihnen angeblich erlaube, das Problem zu beheben. Im Zuge der Installation der angeblichen Fernwartungssoftware wird allerdings entweder Malware auf den Rechner gespielt, über die die Betrüger auf das Gerät zugreifen und Daten ausspähen können oder wie die Polizei Koblenz jetzt mitgeteilt hat, der PC gesperrt und erst nach Zahlung eines Lösegeldes wieder freigegeben.

Achtung (Bild: Shutterstock/aldorado

Die rät, bei Anrufen angeblicher Microsoft- Mitarbeiter ohne erkennbaren Anlass misstrauisch zu sein, sich nicht auf ein Gespräch einzulassen, sondern das Telefonat zu beenden und vor allem keine persönlichen Daten preiszugeben. Personen, die auf Verlangen der Anrufer bereits Software auf ihrem Rechner installiert haben, sollten das Gerät schnellstmöglich vom Internet trennen und lassen von einem PC-Experten überprüfen lassen. Außerdem sollten sie ihre Bank informieren und Online-Banking vorsichtshalber sperren lassen beziehungsweise die Zugangsdaten ändern.

Zudem sollen sie sich unverzüglich an die örtliche Polizeidienststelle wenden. Dass das keine vergebliche Liebesmühe ist, zeigte sich im vergangenen Jahr, als dem Landeskriminalamt Niedersachsen und der Staatsanwaltschaft Osnabrück in Zusammenarbeit mit einer Spezialeinheit der indischen Polizei ein Schlag gegen ein international agierendes Betrugs-Call-Center in Kalkutta gelang. Damals wurden sieben Hintermänner verhaftet und von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Ihnen wurde alleine in Deutschland Betrug an über 7600 Personen vorgeworfen.

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Nachdem Firmen wie Dell und Microsoft, deren Namen für solche betrügerische Aktivitäten seit Jahren missbraucht werden, das Problem zunächst versucht hatten totzuschweigen, ging Microsoft im Herbst 2016 in die Offensive. Es stellte damals eine Untersuchung vor, der zufolge immer mehr Nutzern Betrugsversuche durch Personen melden, die sich als Support-Mitarbeiter großer Firmen ausgeben. In Deutschland soll rund jeder zweite Befragte solche Betrugsversuche erlebt haben. Weltweit haben etwa 20 Prozent schon auf den “Tech Support Scam” mit dem Download einer Betrugssoftware reagiert.

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Microsoft nahm die Vorstellung der Studienergebnisse auch zum Anlass, um Nutzern noch einmal Sicherheitshinweise zu geben. Joachim Rosenoegger von Microsofts Digital Crimes Unit erklärte damals:

  • Microsoft führt unter keinen Umständen unaufgeforderte Telefonanrufe durch, in denen das Unternehmen anbietet, ein schadhaftes Gerät zu reparieren. Selbst auf offizielle Support-Anfragen erfolgen Hilfestellungen fast ausschließlich per E-Mail.
  • Microsoft schickt unaufgefordert weder E-Mails, noch fordert das Unternehmen per Telefonanruf persönliche oder finanzielle Daten an.
  • Gibt sich der Anrufer als Mitarbeiter der Microsoft-Lotterie aus, dann stimmt dies nicht: Es gibt keine Microsoft-Lotterie.
  • Microsoft fragt niemals nach Kreditkarteninformationen, um die Echtheit von Office oder Windows zu verifizieren.
  • Microsoft kontaktiert Nutzer nicht ungefragt, um über neue Sicherheits-Updates zu informieren. Kontakt zum Microsoft-Support erfolgt ausschließlich auf Initiative der Nutzer, niemals umgekehrt.

Wie die Polizei empfiehlt auch Microsoft, in so einem Fall das Gespräch sofort beenden und unter keinen Umständen Informationen weiterzugeben oder das eigene System für den Fernzugriff freizugeben. Betroffene können Microsoft über ein Formular auf der Website des Konzerns derartige Fälle melden. Das helfe dem Unternehmen gezielter gegen diese Betrüger vorzugehen können. Neben Microsoft-Kunden geraten auch Kunden von Dell die eco-Initiative und anderen Unternehmen, etwa 1&1 immer wieder ins Visier der Betrüger. Doch auch diese Unternehmen warnen, dass Support-Anfragen stets vom Kunden ausgehen und sich Support-Mitarbeiter nie unaufgefordert melden.

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