Unister: Von der Mafia betrogen?

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Neue Details im Betrugsfall um die angeschlagene Unternehmensgruppe Unister könnten auf eine Beteiligung der organisierten Kriminalität hinweisen.

In dem Wirtschaftskrimi um die Unister-Pleite tut sich ein neues Kapitel auf. Möglicherweise war der Gründer einem Betrug der Mafia auf dem Leim gegangen. Unister stand vor der Insolvenz. Mit einem waghalsigem Manöver und einem Kredit aus mehr als zweifelhaften Quellen wollte Unister-Chef Thomas Wagner die Unternehmensgruppe refinanzieren. Schließlich stürzte er mit einem Rucksack voller Falschgeld mit einem kleinen Flugzeug über Slovenien ab. Damit fanden Wagners Pläne ein jähes Ende.

Thomas Wagner (Bild: Unister)
Thomas Wagner. (Bild: Unister)

Eigentlich wollte Wagner mit einem Kredit die Capital One und damit das Reisegeschäft von Unister an die Börse bringen um damit geschätzt 100 Millionen Euro in die Unternehmenskasse zu spülen. Von den Banken aber hatte Wagner für das von ihm obsessiv verfolgte “Projekt Epsilon” kein Geld mehr bekommen. Daher mussten andere Investoren her.

“Wir wissen nicht, was das für Leute sind!”. Mit diesen Worten will der Aufsichtsratvorsitzende des Unister-Unternehmen Capial One, Roland S., den Unternehmensgründer Thomas Wagner gewarnt haben. Roland S. und Marvin A. hatten sich nach der Vermittlung über mehrere Kontakte schließlich mit dem nun wegen Betrugs angeklagten Wilfried S. und dem Vermittler Karsten K. im Hotel Luisen Hof in Hannover getroffen und dort die Möglichkeiten des Kredites diskutiert.

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Die beiden Unister-Vorstände A. und S. sollen, wie bei der Gerichtsverhandlung am Mittwoch bekannt wurde mit Wilfried S. gesprochen haben. Allerdings kamen den beiden Managern erhebliche Zweifel. Das Gespräch wurde ergebnislos abgebrochen und Roland S. habe Wagner noch am Abend gewarnt: “Ich glaube, wir haben mit der Mafia gesprochen.” Die beiden Wagner-Vertrauten hätten auch die Visitenkarten der vermeintlichen Kreditgeber zerrissen, wie die Leipziger Volkszeitung in einem ausführlichen Bericht meldet

Unister (Grafik: Unister)

Auf die Frage, wer der Investor sei, hätten die beiden jedoch keine Antwort bekommen. Statt dessen habe Wilfried S. gefordert, direkt mit Wagner zu verhandeln. Was dieser dann über den Kontakt des ehemaligen Bankdirektors K. dann trotz der eindringlichen Warnung seiner Kollegen auch getan hat.

Wilfried S. forderte als Sicherheit zehn Prozent der Darlehenssumme, die bar zu bezahlen seien. Dafür bekomme Wagner von dem vermeintlichen israelischen Investor Levy Vass 25 Prozent des Kredits ebenfalls in bar. Der restliche Teil sollte Überwiesen werden.

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Schließlich sei Wagner nach Venedig gereist, mit 1,5 Millionen Euro im Gepäck. Doch statt vier Millionen Euro, habe Wagner von Vass tatsächlich 20.000 Schweizer Franken und eine Menge Falschgeld bekommen. Anschließend hatte sich Wagner zusammen mit einem Finanzinvestor und dem Gesellschafter Oliver Schilling auf den Unfallflug begeben. Von diesen 20.000 Franken, wurden jedoch nur noch 10.000 am Unfallort gefunden. Die restlichen 10.000 Franken sind bis zum heutigen Tage verschwunden. Wenige Tage nach dem Absturz meldete Unister Insolvenz an.

Nächste Woche soll der Prozess wegen Betrugs gegen Wilfried S. weiter fortgesetzt werden. Dann wolle der Angeklagte eine umfangreiche Aussage ablegen.

 

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