Metager erweitert Angebot um tracking-freien Kartendienst

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Die von einem gemeinnützigen Verein betriebene Metasuchmaschine greift dazu auf Karten von OpenStreetMap zurück. Zu Beginn wird zunächst nur Deutschland abgedeckt. Die übrigen europäischen Länder sollen folgen. Der Dienst kann mitels Web-Browser und Android-App genutzt werden.

MetaGer hat sein Angebot um einen Kartendienst samt Routenplaner erweitert. Unter https://maps.metager.de/map stehen zunächst Deutschlandkarten zur Verfügung. Sie können sich via Web-Browser oder mit der Android-App für Metager-Maps aufrufen lassen. Die steht jedoch aktuell noch nicht bei Google Play zur Verfügung, sondern muss von der Seite des Projekts geladen werden.

Für die Karten greifen die Betreiber auf Material des OpenStreetMap-Projektes zurück. Den Anfang machen Karten für Deutschland, der Schwerpunkt liegt zunächst auf der Verwendung für Radfahrer und Wanderer: Bei der Routenplanung lassen sich nur die zwei Optionen auswählen. Der Kartendienst soll künftig auch für andere europäische Länder und später dann auch andere Kontinente angeboten werden.

Zu Beginn steht Metager Maps nur für Deutschland zur Verfügung und beschränkt sich die Routenplanung auf Fußgänger und Radfahrer (Screenshot: silicon.de)
Zu Beginn steht Metager Maps nur für Deutschland zur Verfügung und beschränkt sich die Routenplanung auf Fußgänger und Radfahrer (Screenshot: silicon.de)

MetaGer sagt Nutzern zu, keine Bewegungsprofile zu erstellen oder zu speichern. “Die Routenplanung ist neben der Suche einer der am häufigsten genannten Internetdienste”, erklärt der Trägerverein Suma e.V. “Gerade hierbei jedoch sind die Standortaufzeichnungen der globalen Anbieter ein Überwachungsinstrument erster Güte, gegen das wir nun ebenso Zeichen setzen.”

Als weitere Besonderheit heben die Betreiber die Möglichkeit hervor, direkt von den Geoinformationen in der Karte aus eine Websuche zu starten. Diese direkte Verknüpfung erlaube es, in der Karte angezeigte Ergebnisse in die MetaGer-Suche zu übertragen, um so einfach auf Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Orten Zugriff zu erhalten.

Als Metasuchmaschine sucht MetaGer in zahlreichen Suchmaschinen, die sich zudem vom Nutzer auswählen lassen. Zusätzlich wird das Web auch mit eigenen Crawlern und Indexern durchforstet. Die Betreiber streben vor allem an, keine personalisierten Suchergebnisse zu liefern und somit keine “Filterblasen” zu erzeugen. Im vergangenen Jahr veröffentlichten sie den Quellcode, um den Schutz von Daten und Privatsphäre nachprüfbar zu machen. Derzeit wird vorranging an der Verbesserung der Suche zu politischen Themen gearbeitet.

Bei Metager Maps läst sich direkt von den Geoinformationen in der Karte aus eine Websuche starten (Screenshot: silicon.de)
Bei Metager Maps läst sich direkt von den Geoinformationen in der Karte aus eine Websuche starten (Screenshot: silicon.de)

Metager ist nicht die einzige Suchmaschine, die sich gegen Google positioniert und dabei auf bessere Privatsphäre setzt. In Europa sind vor allem die Schweizer Alternative Hulbee und der französische Gegenentwurf Qwant zu nennen. Hulbee legt den Schwerpunkt auf Daten- und Jugendschutz und ist seit Januar 2016 gemeinnützig. Zielgruppe sind unter anderem Schulen, Firmen und öffentliche Einrichtungen. Aber auch Familien mit Kindern sollen angesprochen werden. Neben einer Web- und Bildsuche, sowie einer Videosuche und einer Musiksuche mit integriertem Player bietet Hulbee auch eine Übersetzungsfunktion. Einen Kartendienst gibt es hier aber nicht. Sämtliche Server der Suchmaschine stehen laut Anbieter im Schweizer Winterthur.

Mit seinem zunächst nur für Deutschland verfügbaren, auf OpenStreetMap basierenden Kartendienst will Metager eine tracking-freie Alternative zu Google Maps bieten (Screenshot: silicon.de)
Mit seinem zunächst nur für Deutschland verfügbaren, auf OpenStreetMap basierenden Kartendienst will Metager eine tracking-freie Alternative zu Google Maps bieten (Screenshot: silicon.de)

Bei Qwant ist im Sommer 2014 über seine Tochter Axel Springer Digital Ventures der Axel Springer Verlag mit einer Beteiligung von 20 Prozent eingestiegen. Die Suchergebnisse bei Qwant umfassen Webseiten, Social Media, Nachrichten, Produkte, Bilder und Videos, die Musiksuche ist derzeit als Beta verfügbar.

Bei dem auch auf deutsch nutzbaren Qwant.com steht ebenfalls der Schutz der Privatsphäre der Nutzer im Mittelpunkt. Der sei bei der Gestaltung des Produkts von Beginn berücksichtigt worden. So verkaufe Qwant im Gegensatz zu Google keine eigenen Anzeigen, sondern strebe Einnahmen über die Beteiligung an erzielten E-Commerce-Umsätzen (insbesondere über die Produkt- respektive “Shopping”-Suche) sowie im “Business to Business”-Bereich (B2B) an. Hier will man etwa als Analysedienst für Soziale Medien oder mittels personalisierten Such-Engines für Unternehmen Einnahmen erzielen.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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