Oracles Cloud-Geschäft kommt in Fahrt

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Ein etwas besseres Ergebnis als erwartet legt Oracle im dritten Geschäftsquartal vor. Die Produktstrategie scheint aufzugehen. Bis Oracle aber etablierte Konkurrenten wie AWS oder Salesforce überholen kann, wie es bei der Vorstellung der Quartalszahlen angekündigt hat, werden wohl noch einige Quartale ins Land ziehen.

Oracle legt die Zahlen für das dritte Quartal vor. Die Umsätze klettern leicht um 2 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. Wie auch in den vorhergegangenen Quartalen hatte Oracle vor allem in zwei Kategorien gepunktet: Software-as-a-Service und Platform-as-a-Service. Die Umsätze dieser beiden Bereiche wachsen um 73 Prozent und erreichen zum ersten Mal die psychologisch wichtige Marke von 1 Milliarde Dollar. Dieses Wachstum ist jedoch auch auf die 9,3 Milliarden Dollar schwere Übernahme von NetSuite aus dem Vergangenen Jahr zurückzuführen. Zum ersten Mal wurden die Ergebnisse dieses Zukaufs in der Oracle-Bilanz geführt.

Cloud-SaaS und –PaaS machen damit 11 Prozent des gesamten Oracle-Umsatzes aus, was einem Plus von 5 Entspricht. Der Bereich IaaS legte um 17 Prozent auf 178 Millionen Dollar zu. Damit erreichte die gesamte Cloud-Sparte ein Plus von 62 Prozent sowie Einnahmen von 1,189 Milliarden Dollar und damit 13 Prozent des Gesamtumsatzes.

Oracle, in der Grafik gelb umrandet, steht, zumindest was den deutschen Mittelstand angeht, am Unteren Ende des Marktes mit 0,7 Prozent Marktdurchdringung. Oracle hofft nun durch performante Datenbanken zu einer beispiellosen Aufholjagd ansetzen. (Bild: Crisp Research)
Oracle, in der Grafik gelb umrandet, steht, zumindest was den deutschen Mittelstand angeht, am Unteren Ende des Marktes mit 0,7 Prozent Marktdurchdringung. Oracle hofft nun durch performante Datenbanken zu einer beispiellosen Aufholjagd ansetzen. (Bild: Crisp Research)

Oracle war mit diesem Konkurrenzangebot vergangenes Jahr gestartet und erst im Herbst hatte Chairman Larry Ellison gegen den Marktführer Amazon gewettert und dessen Angebote für Datenbank-Cloud-Services als 20 Jahre in der Entwicklung zurück bezeichnet. Ungeachtet dessen hatte das Unternehmen im vierten Quartal 2016 mit AWS einen Umsatz von 3,53 Milliarden Dollar gemacht.

Bei neuen Softwarelizenzen muss Oracle einen Rückgang von 16 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar hinnehmen. Lizenzupdates und Produkt-Support machen mit 4,762 Milliarden Dollar 52 Prozent des Gesamtumsatzes und damit den größten Aktivposten bei Oracle aus. Mit einem Plus von 2 Prozent aber bewegt sich dieses Wert nur wenig. Damit gehen die Umsätze im Bereich On-Premise Folge um 3 Prozent auf 6,176 Milliarden Dollar zurück.

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Application Performance Management (APM)

In einer von Forrester Research durchgeführten Studie wird nach einem von den Marktforschern entwickelten Modell der wirtschaftliche Gesamtnutzen, den Firmen durch Implementierung eines Application Performance Management (APM) erzielen können evaluiert.

Am deutlichsten sind die Einbrüche wieder mal in der Hardwaresparte: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gehen hier die Umsätze um 9 Prozent auf 1,028 Milliarden zurück. Der Verkauf von Hardware geht um 14 Prozent, beim Support um 4 Prozent zurück.

Während der operative Gewinn um zwei Prozent auf 2,96 Milliarden Dollar zurückging, erhöhte sich der Nettogewinn nach GAAP um 5 Prozent auf 2,239 Milliarden Dollar. Ein Teil des Gewinns soll im April als Dividende in Höhe von 0,19 Dollar je Aktie an die Anteilseigner ausgeschüttet werden.

Oracle-CEO Mark Hurd wetterte bei der Vorstellung der Zahlen erneut gegen Salesforce.com: “Im vergangenen Jahr haben wir mehr neue SaaS und PaaS verkauft als Salesforce.com, und wir wachsen mehr als dreimal schneller. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, werden wir auch in absoluten Zahlen mehr SaaS und PaaS verkaufen und deutlich schneller wachsen. Die Frage ist nur, wann wir Salesforce beim Cloud-Umsatz einholen und überholen.”

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