Lindt OS: Cisco arbeitet angeblich an neuem Netzwerkbetriebssystem

Netzwerk-ManagementNetzwerke

Es soll Berichten zufolge High-end-Netzwerkfunktionen auf alte und günstige Cisco-Switches und -Router bringen. Dadurch würde das noch weitgehend auf Hardware basierende Geschäft des Netzwerkausrüsters gründlich umgekrempelt. In einer Stellungnahme betont Cisco den hohen Nutzen enger Integration von Hard- und Software.

Cisco steht offenbar kurz davor, ein Lindt OS genanntes Netzwerkbetriebssystem vorzustellen, mit dem es möglich sein soll, auch komplexe Networking-Funktionen auf älteren und günstigeren Switches und Routern zu nutzen. Der Schritt könnte Ciscos Geschäft mit Netzwerkhardware vollkommen umkrempeln. Bislang sind High-end-Funktionen in der Regel auch High-end-Produkten vorbehalten, was Cisco immer wieder mit Performance-Anforderungen begründet. Die enge Kopplung von Hardware und Software führt aber auch immer wieder dazu, das Unternehmen für Teile des Netzwerks nach anderen, günstigeren Anbietern Ausschau halten.

Cisco (Grafik: Cisco)

Wie jetzt The Information berichtet, soll Lindt OS aber zumindest zunächst nur für Cisco-Produkte angeboten werden. Es würde es aber erlauben, Cisco-spezifische Funktionen nicht mehr nur mit den höherwertigen, auf eigenen Chipsätzen basierenden Netzwerkprodukten zu nutzen, sondern dafür auch die günstigeren, auf Chips von Zulieferern basierenden Cisco-Produkte einzusetzen. Es handelt sich demnach also nicht um einen Versuch, die eigene Software auf Produkten von Dritten zu platzieren. Allerdings könnte sich Cisco so eventuell gegen Bemühungen anderer Hersteller zu wehren versuchen, das bei seinen Produkten zu tun.

Der US-Fachhandelspublikation CRN gegenüber wollte Cisco die Berichte über Lindt OS nicht bestätigen. Dem Blatt gegenüber erklärt Cisco lediglich, die große Mehrheit der Kunden sehe den enormen Nutzen, den die “voll integrierten Networking-Plattformen bieten. “Diese enge Integration von Hardware und Software wird auch künftig die Grundlage der von uns unseren Kunden angebotenen Networking-Lösungen sein”, heißt es in der Stellungnahme weiter. Von diesem Ansatz rückte Cisco auch bei seiner Anfang 2014 präsentierten SDN-Alternative nicht wirklich ab.

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Die enge Integration von Hardware und Software machte es aber bislang erforderlich, dass die Software zusammen mit der Hardware erneuert werden musste – ein Punkt, den Wettbewerber, insbesondere Juniper Networks, seit Jahren als Argument gegen Cisco ins Feld führen. Für Kunden könnte es also durchaus attraktiv sein, die Möglichkeit zu haben, nach dem Erwerb einer Software die Hardware, auf der sie läuft, flexibel austauschen zu können. Selbst wenn das zunächst nur mit Cisco-Produkten funktionieren würde, wäre es aus Sicht vieler Anwender eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Status Quo.

In einer aktuellen Ankündigung zu neuen Produkten für das Einsteigersegment ist vonn Lindt OS jedenfalls noch nicht die Rede. Darin werden eine neue Version von Cisco Mobility Express, der für KMU gedachten Management-Software WLAN-Produkte von Cisco, sowie neue Access Points und ein weiterer WLAN-Controller angekündigt. Die Reihen Cisco Aironet 1815 (für den Innenbereich) und Cisco Aironet 1540 (für den Außenbereich) sind zu 802.11ac Wave 2 kompatibel.

Die 1815-Access-Points sollen sich durch niedrige Kosten und einfache Einrichtung auszeichenn udn lassen sich mit Cisco Mobility Express laut Hersteller auch einfach verwalten. Er empfiehlt sie für den Eisnatz im Retail, sowie im Bildungs- und Gesundheitswesen.

Der neu hinzugekommene Cisco 3504 Wireless LAN Controller unterstützt bis zu 150 Access Points und bis zu 3000 Clients. Ihn positioniert Cisco als Lösung für Netzwerke, bei denen schnelles Wachstum absehbar ist.

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