Höhere Preise für PCs, Smartphones und Ultramobiles

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Der klassische PC-Markt blutet weiter aus, dafür greifen immer mehr Nutzer und gewerbliche Anwender zu Mittelklasse-Smartphones, die dann auch etwas teurer sein dürfen.

Die Verkäufe von klassischen PCs wie Desktops und Laptops gehen weiter zurück. Dennoch geht es mit dem PC-Markt in den nächsten Jahren leicht bergauf. Eine weitere Entwicklung ist, dass die Geräte etwas mehr kosten werden, denn die Preise für Komponenten wie RAM haben sich in den zurückliegenden Monaten verdoppelt. Auch seien Anwender eher bereit, mehr Geld für Smartphones oder Laptops auszugeben, wie die Marktforscher von Gartner in einer aktuellen Prognose für den “Devices”-Markts bekannt geben.

“Auch in den nächsten Jahren werden die Verkaufszahlen von klassischen Desktop- und Laptop-Rechnern weiter zurück gehen”, erklärt Annette Zimmermann, Research Vice President bei Gartner, im Gespräch mit silicon.de. Auch nach 2019 sehen die Marktbeobachter keine Trendwende. Der klassische PC steht gleich von mehreren Seiten unter Druck: “In Unternehmen sehen wir den Trend zu Ultramobiles und auch die Hersteller rüsten diese Geräte mit zusätzlichen Features als Enterprise-Ready auf.”

Table 1. Worldwide End-User Spending by Device Type, 2016-2019 (Millions of Current U.S. Dollars)

Device Type

2016

2017

2018

2019

Traditional PCs (Desk-Based, Ultramobile Premium and Notebook)

163,906

163,351

166,259

169,192

Mobile Phones

382,859

399,497

408,170

423,558

Ultramobiles (Basic and Utility)

40,436

36,286

35,171

34,411

Total Device Market

587,201

599,134

609,601

627,161

Quelle: Gartner (April 2017)

Und so sind Geräte wie Microsoft Surface auch die letzte verbleibende Stütze der Produktkategorie PC. Eine weitere Alternative sind Thin-Client-PCs, doch diese Produktkategorie, die seit Jahren ein Schattendasein führt, wird wohl auch künftig nicht für große Sprünge sorgen. 

Ein weiterer Grund für den fortgesetzten Rückzug des klassischen PCs oder Laptop sei laut Zimmermann, dass der Replacement-Cycle für die Geräte immer länger werde. In der Regel werde ein Rechner – sei es im Verbraucher- oder Unternehmensumfeld – nur alle 5 bis 6 Jahre ausgetauscht. Anwender sind derzeit mit ihrer vorhandenen Hardware soweit zufrieden und so scheinen häufigere Upgrades nicht gerechtfertigt zu sein.

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Effektive Meeting-und Kollaboration-Lösungen

Mitarbeiter sind heute mit Konnektivität, Mobilität und Video aufgewachsen oder vertraut. Sie nutzen die dazu erforderlichen Technologien privat und auch für die Arbeit bereits jetzt intensiv. Nun gilt es, diese Technologien und ihre Möglichkeiten in Unternehmen strategisch einzusetzen.

Eine Sättigung sieht Gartner inzwischen aber auch im Smartphone-Markt. Damit lässt sich vielleicht auch erklären, warum Unternehmen wie Verbraucher in diesem Jahr eher bereit sind, mehr Geld für PCs, ultramobilen PCs und Mobiltelefone auszugeben. Dies führt zu einem Wachstum der Ausgaben von Endbenutzern im Jahr 2017. Rund 2 Prozent mehr als im Vorjahr und damit fast 600 Milliarden US-Dollar werden Anwender für Geräte ausgeben. 67 Prozent dieser Summe werden für Mobiltelefone ausgegeben. Wie Zimmermann erklärt, setze sich der Mobilmarkt grob zu 80 Prozent aus Verbrauchern und zu rund 20 Prozent gewerblichen Anwendern zusammen.

“Weniger preissensibel”

Immer mehr Nutzer wollen qualitativ hochwertigere Geräte und blicken beim Neukauf nicht als erstes auf den Preis. “Der Markt für Endgeräte wird weltweit weniger preissensibel”, so Ranjit Atwal, Research Director bei Gartner. “Verbraucher und Unternehmenskunden wollen nicht die billigsten Produkte, sondern solche, die zu ihrem Lifestyle passen.” Zimmermann ergänzt, dass für diese Entwicklung auch die neuen Angebote im Mittelfeld der Hersteller wie Huawei oder Oppo beitragen, die damit den Nerv vieler Nutzer treffen. Denn die Premium-Geräte sind und bleiben für viele Anwender meist unerschwinglich.

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Das Team der deutschen Gartner-Analysten bloggt für Sie auf silicon über alles, was die IT-Welt bewegt. Mit dabei sind Christian Hestermann, Frank Ridder, Bettina Tratz-Ryan, Christian Titze, Annette Zimmermann, Jörg Fritsch und Hanns Köhler-Krüner.

Ein Problem übrigens, vor dem hierzulande auch viele Mittelständler stehen. Vor allem in Deutschland und Europa stehen Unternehmen vor der Frage, ob man ein iPhone oder ein Android Gerät für den Unternehmenseinsatz wählen soll. Bislang wurden im mittleren Preissegment häufig Windows-Phones und teilweise BlackBerry verwendet. Doch diese Optionen bieten sich nun nicht mehr.

Samsung Galaxy S8 (Bild: Samsung)
Premium-Geräte wie das Samsung Galaxy S8 oder das neue iPhone könnten den Smartphone-Markt im oberen Preissegment noch einmal deutlich beleben. (Bild: Samsung)

Nachdem in Europa das Konzept “Bring Your Own Device” nur eine untergeordnete Rolle spielt, bleiben Unternehmen nur noch wenige Alternativen. “Teilweise setzen Unternehmen auf Refurbished-Geräte oder ältere iPhone-Modelle um ihre Mitarbeiter auszurüsten”, erklärt Zimmermann.

Bei Android sei Samsung klarer Marktführer und natürlich gibt es auch von Samsung günstigere Geräte, aber “die verfügen dann nicht über die Enterprise-Features der Flaggschiff-Produkte” und bieten daher ein niedrigeres Sicherheitsniveau. Dennoch erwarten die Analyten von Gartner, dass durch die Premium-Geräte Samsung Galaxy 8 und dem neuen iPhone, das gegen Ende des Jahres erwartet wird, der Markt in diesem Segement einen deutlichen Schub erfahren wird.

“Eher enttäuschend” entwickle sich derzeit der Markt für Wearables, gesteht Zimmermann und das gilt für Consumer- wie für den B2B-Markt. Vor allem aber in den USA würden in einigen spezialisierten Bereichen erste Anwendungen gestartet, etwa für die Überwachung von Fahrern oder Mitarbeitern, die an gefährlichen Maschinen arbeiten. 

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