SAP steigert neue Cloud-Abos um 49 Prozent

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Die Umstellung auf das Geschäftsmodell von Mietsoftware beschert SAP gute Umsätze und damit einen hohen Aktienkurs; aber der drückt den Gewinn.

SAP gibt die Zahlen für das erste Quartal 2017 bekannt. Der Konzern kann bei der Cloud aber auch im Software-Geschäft deutlich zulegen. Dennoch geht der Gewinn bei Europas größtem Software-Hersteller zurück. Das, so heißt es aus Walldorf, liege vor allem an den Aktienoptionen der Mitarbeiter. Durch den hohen Aktienkurs muss SAP hier tiefer in die Tasche greifen.

Den Umsatz steigert SAP um 12 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Bei den New Cloud Bookings steigert SAP die Umsätze von 145 Millionen Euro um 49 Prozent auf 215 Millionen Euro. Umsätze mit Cloud-Subskriptionen und -Support steigen um 34 Prozent auf 905. Im Vorjahresquartal hatte SAP hier 677 Millionen Euro verdient. Mit Softwarelizenzen und -Support verdient SAP von Januar bis März 3422 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 8 Prozent. Um 12 Prozent steigert SAP die Umsätze im Bereich Cloud und Software auf 4328 Millionen Euro.

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Trotz wachsender Umsätze geht der Gewinn der SAP SE um 7 Prozent zurück. (Bild: SAP)

Ein Teil des Erfolges geht auch auf die Nachfrage nach der neuen Suite S/4HANA zurück. Wie SAP mitteilt, nutzen derzeit 5800 Kunden die Echtzeit-ERP-Suite. Im ersten Quartal sei die Zahl um etwa 400 neue Kunden gewachsen, etwa die Hälfte davon seien Neukunden.

Auf der Gewinn-Seite bleiben bei SAP trotz wachsender Umsätze jedoch nur 530 Millionen Euro, das sind 7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die SAP-Aktie hatte sich in den vergangenen Wochen um 20 Euro verteuert und sich bei etwa 90 Euro eingependelt. Wie Finanzvorstand Luca Mucic erklärt, macht ein Euro Wertzuwachs bei der Aktie etwa 20 Millionen Euro Mehrkosten bei Aktienvergütungen aus.

Daneben steigt die Mitarbeiterzahl um etwa 10 Prozent auf aktuell 85.751 Beschäftigte. Der Mitarbeiterzuwachs ist auch SAPs Wachstum in der Cloud sowie einigen Übernahmen in diesem Bereich geschuldet.

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Dieses Wachstum macht nun wohl auch eine weitere Restrukturierung in der Belegschaft nötig. Wie in den zurückliegenden Tagen bekannt wurde sollen wohl im Services-Bereich 1000 Mitarbeitern ein freiwilliges Abfindungsprogramm angeboten werden. Schon 2015 hatte sich SAP trotz steigendender Mitarbeiterzahl von 3000 Angestellten getrennt. Ende 2016 hatte SAP zudem einige kleinere Standorte geschlossen und die Mitarbeiter in die Zentrale nach Walldorf verlegt. 

Für die Restrukturierung hatte SAP zunächst 30 Millionen Euro angesetzt. Diese sollen laut Finanzvorstand Mucic im Geschäfstjahr 2017 auf 250 bis 300 Millionen anwachsen. An dem Jahres-Ziel für den operativen Gewinn zwischen 6,8 und 7 Milliarden Euro will SAP aber dennoch festhalten.

 

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