Telekom wird Mitglied der Industrial Data Space Association

Die Industrial Data Space Association (ISDA) bekommt mit der Deutschen Telekom einen prominenten Unterstützter. Die IDSA ist die Vereinigung hinter dem Projekt Industrial Data Space, das die Vernetzung in der Wirtschaft über einen sicheren Datenaustausch ermöglichen soll. 2016 wurde das Projekt von mehreren Bundesministerien unter Federführung der Fraunhofer-Gesellschaft gegründet. Fraunhofer entwickelt in dem gleichnamigen Forschungsprojekt eine Referenzarchitektur und übernahm die Pilotierung in ausgewählten Anwendungsfällen.

Industrial Data Space Association (Grafik: IDAS)

“Unternehmen müssen in der Lage sein zu entscheiden, unter welchen Bedingungen sie ihren Partnern ihre Daten zur Verfügung stellen”, erklärt Lars Nagel, Managing Director der Industrial Data Space Association, in einer Pressemitteilung. Der Sicherheitsaspekt spiele dabei eine grundlegende Rolle. Die Telekom hat unlängst mit der Geschäftssparte “Telekom Security” einen eigenen Sicherheitsbereich gegründet, in dem die Sicherheitsexpertise des Konzerns vereint werden soll.

Die Basis für dieses Zusammenspiel von Diensten, beispielsweise die vorausschauende Wartung von Maschinen oder Sendungsverfolgung in Echtzeit, sei der Austausch von Daten. Der neue industrielle Rohstoff Daten mache aber klare Governance-Regelungen zur sicheren Datennutzung und einen branchen- und unternehmensübergreifenden technischen Standard nötig.

Digitalisierung ist auch Vertrauenssache. Unsere Sicherheitsexperten sorgen weltweit täglich dafür, dass Kundendaten wie IT-Infrastrukturen bestmöglich geschützt sind und unsere Kunden mit einem sicheren Gefühl in neue digitale Geschäftsmodelle gehen können”, so Anette Bronder, Geschäftsführerin Telekom Security und Digital Division T-Systems. Bronder erklärt, dass die Telekom nun die eigene Sicherheitsexpertise in die Initiative einbringen werde.

Für die Industrial Data Space Association ist der Beitritt der Deutschen Telekom ein wichtiger Schritt. “Die Arbeit am Industrial Data Space lebt von ihren Mitgliedern. Je mehr Unternehmen sich, ihre Expertise und ihre Anforderungen an einen sicheren und souveränen Datenaustausch einbringen, umso erfolgreicher wird die Umsetzung”, sagt Nagel.

Der virtuelle Datenraum der IDSA unterstützt bereits den sicheren Austausch von Daten und die einfache Verknüpfung in Geschäftsökosystemen auf Basis von Standards und Governance-Modellen. Der Industrial Data Space gibt mit rechtlich klaren Vorgaben, international geltenden Standards sowie einer sicheren Technologie Antworten auf die Fragen, wer welche Daten zu welchem Zweck über welchen Zeitraum nutzen darf. Alle Mitglieder behalten die Hoheit über ihre Informationen, geben sie nur vertrauenswürdigen, zertifizierten Partnern frei und können Vorgaben zum Datenschutz machen.

Bereits 2015 plante die Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam mit Partnern aus der Industrie und der Unterstützung der Bundesregierung einen international offenen Datenraum für die Wirtschaft. Die Mitglieder des IDSA kommen aus Industrie, Dienstleistung und Handel. Sie decken unterschiedliche Wirtschaftszweige und Branchen ab. Außerdem arbeiten auch namhafte Softwareunternehmen sowie Forschungseinrichtungen mit.

Zu den aktuell mehr als 70 Mitgliedsunternehmen zählen unter anderem Allianz, Audi, Bayer, Bosch, Fraunhofer, Huawei, SAP, Siemens und Volkswagen. Auch Atos Deutschland gehört dazu, dessen CEO Winfried Holz im Blog für silicon.de die Initiative schon 2015 als “Revolution mit deutschen Tugenden” bezeichnete. Eine Übersicht über Ziele und Architektur des “Industrial Data Space” bietet auch ein Whitepaper des Fraunhofer Instituts.

Auf der Hannover Messe präsentiert die Industrial Data Space Association laut Deutscher Telekom ihre erste Zwischenbilanz. Sechzehn Beispiele sollen die Vorteile des gesicherten und standardisierten Datenaustauschs verdeutlichen. Eines davon ist die Implementierung bei der Salzgitter AG.

[mit Material von Anja Schmoll-Trautmann, ZDNet.de]