Bundesbank-Vorstand warnt vor Bitcoin

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Carl-Ludwig Thiele rät davon ab, Bitcoin als Alternative zum Sparbuch zu sehen. Er bezeichnet die Digitalwährung als “Spekulationsobjekt”. Den Status als Währung will er Bitcoin auch nicht zugestehen, es sei lediglich ein von nicht bekannten Akteuren herausgegebenes Tauschmittel.

Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele hat davor gewarnt, Bitcoin als Geldanlage zu sehen. Bürger, die ihr Erspartes in Bitcoin anlegen wollen, sollten sich zunächst die Kursentwicklung anschauen. “Wer dann noch meint, der Bitcoin wäre so sicher wie der Euro oder der Dollar, muss dafür die Verantwortung tragen. Wir können nur die Menschen davor warnen, den Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel zu benutzen”, so Thiele gegenüber der “Welt am Sonntag”. Ihm zufolge ist Bitcoin ein “ein Spekulationsobjekt”.

Bitcoin (Bild: Shutterstock/Julia Tsokur

Anlass für die Äußerungen waren die jüngsten Höhenflüge der Digitalwährung. Sie konnte vergangene Woche ein Viertel an Wert gewinnen und erreichte mit über 1600 Dollar einen neuen Höchstwert. Die rasante Wertentwicklung könnte auch durch die Erwartung bedingt sein, dass sie nach ersten Rückschlägen im Frühjahr doch noch in börsengehandelten Fonds auf den Markt kommt. Nach dem 15. Mai soll entscheiden werden, ob der Winklevoss Bitcoin Trust als börsengehandelter Fonds zugelassen wird.

Gegenüber dem Blatt erklärte Thiele auch, Bitcoin sei aus seiner Sicht keine “Währung”. “Der Bitcoin ist ein Tauschmittel, das nicht von einer Zentralbank herausgegeben wird, sondern von nicht bekannten Akteuren. Ich sehe ihn ich nicht als Währung”, so Thiele gegenüber der Welt am Sonntag.

Bitcon-Enthusiasten sehen das anders: Kryptowährungen den Status als “Währung” zu verwehren, weil sie nicht von einer Zentralbank herausgegeben werden, sei “aus der Luft gegriffen”. Zwar begründeten Kryptowährungen eine eigene Anlageklasse, “da sie sich in vielen Punkten sehr stark von den ‘konventionellen’ Währungen unterscheiden”, ihnen deswegen die ‘Währungsfunktion’ abzusprechen oder dies anzudeuten, sei aber falsch.

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Thiele wies gegenüber der Welt am Sonntag allerdings auch darauf hin, dass er keinen Anlass für ein Verbot von Bitcoin als Zahlungsmittel sieht, es jedoch wichtig findet, dass Bitcoin nicht verwendet wird, um die Geldwäschevorschriften zu umgehen. Außerdem betonte Thiele noch einmal, dass er und damit auch die Bundesbank Blockchain, also die auch hinter Bitcoin stehende Technologie, durchaus interessant findet.

Letztlich hat Thiele damit gegenüber der Hamburger Zeitung lediglich seine bereits früher schon mehrfach wesentlich ausführlicher und fundierter dargelegten Ansichten noch einmal bekräftigt und knapp zusammengefasst. So erläuterte Thiele etwa anlässlich des Finanzgipfels 2016 bereits, warum er Bitcoin nicht als Währung versteht, warum er es als eher als Spekulationsobjekt denn als Anlagemedium wahrnimmt und warum die Bundesbank an der dahinterstehenden Blockchain-Technologie durchaus interessiert ist und in ihr enormes Potenzial sieht.

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