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Google I/O: Audi und Volvo zeigen Konzepte für die Android-Integration

Audi präsentiert auf der Entwicklerkonferenz Google I/O mit dem Audi Q8 Sport Concept erstmals ein Fahrzeug mit einer voll in das Infotainment-System integrierten Android-Automotive-Lösung. Der deutsche Autobauer ist damit einer der Vorreiter bei Googles Bemühungen, Android in Fahrzeuge zu bringen [1]: Android als Systemarchitektur für Infotainment-Anwendungen im Auto ist einer der Schwerpunkte der morgen in Mountain View beginnenden Google I/O. Der zweite Partner von Google ist dabei Volvo.

Der von Audi auf der Konferenz gezeigte Audi Q8 Sport Concept stellt die mit der Integration ermöglichten Funktionen und Dienste, darunter Spotify, Google Play Music und den Google Assistant, auf einem Touch-Display im traditionell rechts vom Lenkrad befindlichen Dashboard dar. Weitere Informationen werden mit dem Audi Virtual Cockpit über dem Lenkrad im Blickfeld des Fahrers angezeigt. Mit einem ähnlichen Konzept hat BMW schon 2015 experimentiert. Damals war für das Mini Augmented Vision [2] genannte Konzept, mit dem unterschiedliche Funktionen in das Sichtfeld projiziert wurden, allerdings noch eine zwar schicke aber zusätzliche Datenbrille erforderlich.

[caption id="attachment_41647771" align="aligncenter" width="684"]Audi zeigt Q8 Sport Concept mit Android (Bild: Audi AG) [3] Die auf Android basierenden Dienste sind laut Audi voll in das markenspezifische Infotainment-System integriert. (Bild: Audi AG)[/caption]

Die auf Android basierenden Dienste sind laut Audi voll in das markenspezifische Infotainment-System integriert. Zur Navigation steht damit neben der Datenbank von HERE alternativ auch Google Maps zur Verfügung. Eingehende Nachrichten und Anrufe werden in dem gezeigten Fahrzeug in einem sogenannten Benachrichtigungs-Center angezeigt. Bislang ist die Integration auf die Konzeptfahrzeige beschränkt. Ob und wann mit der Auslieferung in Serienfahrzeugen zu rechnen ist, hat Audi noch nicht mitgeteilt.

[caption id="attachment_41647773" align="aligncenter" width="684"]Audi zeigt Q8 Sport Concept mit Android (Bild: Audi AG) [4] Auf der Entwicklerkonferenz Google/O zeigt Audi einen Q8 mit Android als Basis des markenspezifischen Infotainment-Systems. (Bild: Audi AG)[/caption]

Volvo, der zweite Partner von Google, wird in seiner Pressemitteilung [5] da schon konkreter: Ihr zufolge soll das auf Android basierende Infotainment- und Connectivity-System spätestens in zwei Jahren mit Volvo-Fahrzeugen ausgeliefert werden.

Henrik Green, Senior Vice President Research & Development bei Volvo, sieht als Vorteile von Android vor allem die höhere Geschwindigkeit und Flexibilität bei der Entwicklung neuer Angebote. Außerdem hebt er die weitreichenderen Anpassungsmöglichkeiten durch die Nutzer hervor. In dem Zusammenhang verspricht Green ihnen “hunderte populärer Anwendungen”. Das deutet immerhin auf eine Art Vorauswahl durch den Automobilhersteller hin und sieht nicht nach vollem Zugriff auf Google Play aus. Konkretere Aussagen zur Absicherung der Android-Integration oder zum Umfang des Datenaustauschs zwischen Fahrzeug und Google haben weder Audi, Volvo noch Google bisher gemacht.

[caption id="attachment_41647779" align="aligncenter" width="684"]Konzept der zur Google I/O vorgestellten Android-Integration bei Volvo (Bild: Volvo [6] Konzept der zur Google I/O vorgestellten Android-Integration bei Volvo (Bild: Volvo)[/caption]

Volvo hat außerdem angekündigt, zusammen mit Google daran zu arbeiten, Google Local Search in bereits jetzt angebotene Volvo-Modelle zu integrieren. Dazu ist zu einem noch nicht näher genannten Zeitpunkt ein Update für die von Volvo genutzte Sensus Navigation geplant.

In seiner Pressemitteilung [7] weist auch Audi auf das große Potenzial hin, dass aus seiner Sicht in der nahtlosen Integration von Android steckt: “Mit mehr als 1,4 Milliarden aktiven Nutzern ist Android die mit Abstand größte mobile Software-Plattform der Welt. Die immense Breite an Know-how und Kreativität der offenen Android-Community kann die Entwicklung neuer Anwendungen beschleunigen. So können beispielsweise neue Apps schnell als weitere Connect-Dienste in die Autos gelangen, wenn sie die Anforderungen erfüllen und von Audi und Google frei gegeben werden.”

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Als Vorteile für Kunden nennt Audi zudem kürzere Update-Zyklen sowie „eine deutlich größere Vielfalt an Diensten sowie eine breite internationale Verfügbarkeit.” Um voll davon zu profitieren, werden Autokäufer jedoch noch eine Weile warten müssen. Zwischen den Zeilen lässt Audi nämlich durchblicken, dass die Voraussetzung dafür autonom fahrende Fahrzeuge sind: “Wenn sich der Mensch im Auto der Zukunft jeder Tätigkeit seiner Wahl widmen kann, kann er mit dem integrierten Android-System die ganze Welt der Smartphone-Apps im Auto uneingeschränkt nutzen.”