Vor dem CIA-Tool Athena ist kein Windows-PC sicher

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Wikileaks veröffentlicht ein Tool, das alle Windows-Versionen fernsteuern kann. Der Schädling verfügt auch über einen Offline- und Diskless-Modus.

Der US-Geheimdienst CIA verfügt laut Wikilieas über ein Tool, über das Windows-Rechner ferngesteuert werden können. Athena kann aber auch Daten aus bestimmten Verzeichnissen auslesen. Wie aus einer Analyse von Wikileaks hervorgeht, sollen sämtliche Versionen von Microsoft-Windows für dieses Tool anfällig sein.

Die von der Enthüllungsplattform veröffentlichten Dokumente stammen aus den Jahren 2015 und 2016. Das Implantat – so die interne Bezeichnung der CIA für eine Schadsoftware – soll zusammen mit dem Sicherheitsanbieter Siege Technologies entwickelt worden sein.

Die Architektur des CIA-Tools Athena ermöglicht Boot-Persistence. (Quelle: Wikileaks)
Die Architektur des CIA-Tools Athena ermöglicht Boot-Persistence. (Quelle: Wikileaks)

Das Unternehmen beschäftigt sich nach eigenen Angaben mit “offensiven Cyberwar-Technologien” und Methoden für die Entwicklung vorausschauender Cyber-Sicherheitslösungen für Unternehmen, Versicherungen und Regierungen. Ende 2016 wurde Siege Technologies von Nehemiah Security übernommen.

Laut den Dokumenten lasse sich die Athena-Malware individuell anpassen. In der Regel kommuniziert sie mit einem Befehlsserver im Internet, biete aber auch einen “Offline-Modus”. Zudem kann Athena-Malware auch ausschließlich im Hauptspeicher ausgeführt werden – der sogenannte Diskless- oder auch Fileless-Modus soll eine Entdeckung durch Sicherheitssoftware verhindern.

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Die CIA soll Athena zudem nicht nur über klassische Wege wie Phishing verbreiten, sondern auch durch die Kompromittierung von Geräten während der Lieferkette. Auch bei so genannten Außenoperationen soll die Malware verbreitet werden. Etwa bei einer Hausdurchsuchung. Darüber hinaus wurde Athena offenbar entwickelt, um zusammen mit einem anderen System namens Hera eingesetzt zu werden. Zu dieser Software liegen aber derzeit noch keine Informationen vor.

2014 hatte Jason Syversen, Gründer von Siege Technologies, im Gespräch mit Bloomberg erklärt, sein Unternehmen arbeite an einem System zur Messung des Erfolgs von Cyberangriffen. “Ich fühle mich bei der Arbeit an einer elektronischen Kriegsführung wohler. Das ist anders als Bomben und Atomwaffen – das ist aus moralischer Sicht ein Komplexes Fehld. Statt Dinge zu bombardieren und Kollateralschäden zu haben, können sie die zivilen Verluste minimieren, das ist für alle Beteiligten ein Sieg!”, wie Wikileaks aus einer E-Mail von Syverson zitiert. Diese soll aus dem dem Fundus von Hacking Team stammen soll.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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