- silicon.de - http://www.silicon.de -

Das sind die wichtigsten IT-Anbieter

Der Markt verändert sich und das bekommen auch etablierte Unternehmen wie IBM, HPE oder Microsoft zu spüren. Zum ersten Mal listet [1] das Marktforschungsunternehmen Gartner die 100 weltweit wichtigsten Unternehmen im IT-Sektor und nimmt dafür als Bemessungsgrundlage den Umsatz.

Man kann sich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, einen Hersteller von mobilen Endgeräten mit einem Lieferanten von Hochtechnologie und hoch skalierbaren Unternehmensanwendungen in einen Topf zu werfen. Doch ein Blick auf diese neue Liste von Gartner kann nicht schaden, vor allem weil sich daran auch ablesen lässt, wie sich der IT-Markt in den zurückliegenden Jahren verändert hat. Außerdem lässt sich daran auch zeigen, wie sich der Markt vermutlich weiter verändern wird.

Die 5 weltweit größten Technologie-Anbieter gemessen am Umsatz. (Bild: Gartner) [2]
Die 5 weltweit größten Technologie-Anbieter gemessen am Umsatz. Mit Apple und Google sind zwei so genannte digitale Giganten unter den Top 3. Traditionsanbieter wie IBM (das nur noch 12 Prozent des Umsatzes mit Servern erwirtschaftet) oder Microsoft büßen dagegen an Bedeutung ein. (Bild: Gartner)

“Die Bedürfnisse von IT-Unternehmenskunden ändern sich gerade”, weiß John-David Lovelock [3], Vice President und Distinguished Analyst bei Gartner. “CEOs konzentrieren sich auf Wachstum und stärker darauf, mit ihren IT-Ausgaben Geschäftsergebnisse zu generieren.” So werde sich der traditionelle IT-Markt weiter zurückziehen und immer mehr Commodity werden. Dennoch werden auch hier in den nächsten Jahren noch hohe Umsätze gemacht, sagt Gartner voraus.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Digitalisierungs-Initiativen der Anwender. Hier können laut Gartner vor allem die so genannten “digitalen Giganten” wie Google, Apple, Facebook oder Amazon profitieren. Im asiatischen Raum heißen die Gewinner Baidu, Alibaba und Tencent.

Daher prognostizieren die Marktforscher auch, dass bis 2021 rund 20 Prozent aller Aktivitäten eines Individuums in irgendeiner Weise mit den digitalen Services einer dieser Anbieter zu tun haben werden. Diese Entwicklung aber bleibe auch für Unternehmen nicht ohne Folgen.

Webinar

Digitalisierung fängt mit Software Defined Networking an

In diesem Webinar am 18. Oktober werden Ihnen die unterschiedlichen Wege, ein Software Defined Network aufzubauen, aus strategischer Sicht erklärt sowie die Vorteile der einzelnen Wege aufgezeigt. Außerdem erfahren Sie, welche Aspekte es bei der Auswahl von Technologien und Partnern zu beachten gilt und wie sich auf Grundlage eines SDN eine Vielzahl von Initiativen zur Digitalisierung schnell umsetzen lässt.

“Die digitalen Giganten werden zu Gatekeepern für jedes Unternehmen, das digitale Services und Inhalte an Kunden liefert”, so Lovelock weiter. Daher müssten Unternehmen mit entsprechenden Geschäftsmodellen sich auch damit auseinandersetzen, dass man mit einem oder mehreren dieser Anbieter in eine Beziehung tritt. Weil aber diese Giganten sich bislang darauf beschränken Verbraucher anzusprechen, hätten andere Anbieter derzeit noch die Chance, im B2B-Umfeld noch eine führende Rolle zu übernehmen.

“Im Bereich B2B und dem Markt für IT-Lösungen für große Unternehmen haben einige dieser digitalen Giganten aber bereits einen erheblichen Einfluss”, schränkt der Garnter-Analyst ein. Das zeige sich unter anderem am Beispiel von Amazon Web Services (AWS), das den Markt für Enterprise-Hardware und Software dramatisch durcheinanderwirbelt. Auch Apple dominiere mit iOS-Geräten den mobilen Enterprise-Markt und Google stelle über das Thema Suche hinaus mit dem Angebot für Cloud-Office-Lösungen inzwischen eine wichtige Alternative dar.

Umfrage

Welche Ziele verfolgen Sie mit der digitalen Transformation?

Ergebnisse [4]

Loading ... Loading ...

Unter anderem deshalb zählt Gartner auch Microsoft derzeit nicht zu den digitalen Giganten. Es hätte zwar die Größe, Kompetenz und die Assets dafür, aber aktuell engagiere sich Microsoft vor allem bei Endpoints. So nutzen zwar sehr viele Unternehmen Microsoft, aber sie verlassen sich nicht auf die Services der Redmonder, wenn es um das Kunden-Engagement geht.

Die laut Gartner wichtigsten IT-Unternehmen sind Apple mit 218 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2016, gefolgt von Samsung Vendor Group mit 139 Milliarden Dollar Umsatz. Google kommt mit 90 Milliarden Dollar auf Rang drei und Microsoft belegt mit 85,7 Milliarden Dollar vor IBM mit 77,8 Milliarden den vierten Platz.

Exklusive Markteinschätzungen

Mehr vom Team der deutschen Gartner-Analysten

Das Team der deutschen Gartner-Analysten bloggt für Sie auf silicon über alles, was die IT-Welt bewegt. Mit dabei sind Christian Hestermann, Frank Ridder, Bettina Tratz-Ryan, Christian Titze, Annette Zimmermann, Jörg Fritsch und Hanns Köhler-Krüner.

Trotz der hohen Umsätze habe es aber Apple bislang nicht geschafft, im Enterprise-Umfeld ein vollständiges Angebot vorzulegen. Hier kooperiere Apple mit anderen Unternehmen wie IBM [5], Deloitte, Cisco [6] oder SAP [7]. Apple sei daher sehr stark vom Verbrauchermarkt abhängig und diese Konzentration behindere auch eine weitere Verbreitung von Apple bei Unternehmensanwendern.

Die wachstumsstärksten Bereiche liegen bei Apple aber laut Gartner bei Digital Media und bei den Internet-basierten Produkten und Services. Anders als Microsoft positioniert Gartner Apple daher mit Produkten wie Siri, CarPlay oder iTunes als digitalen Giganten.

Andere wichtige Branchengrößen in dem Gartner-Ranking sind unter anderem Intel (Rang 8), Dell EMC (7), HPE (Rang 10) oder Oracle (Rang 16). Als deutsche Unternehmen schaffen es SAP mit einem Umsatz von rund 24 Milliarden Dollar auf Rang 28, die Deutsche Telekom mit 18,1 Milliarden Dollar und Infineon mit 6,7 Milliarden Dollar (Rang 84) auf die Liste.