Smartphone bei Konzentrationstests ein schlechter Begleiter

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Dazu muss es nicht einmal angeschaltet sein: Alleine die Anwesenheit des Smartphones nahm die Aufmerksamkeit ihrer Besitzers so sehr in Anspruch, dass sie in einem Test der Universität Texas schlechter abschnitten, als es ihnen ohne ihr Smartphone in der Nähe möglich gewesen wäre.

Untersuchungen von Wissenschaftlern der Universität von Texas in Austin legen nahe, dass alleine die Anwesenheit eines Smartphones die Aufmerksamkeit von dessen Besitzer beeinträchtigt. Dazu muss er es nicht einmal benutzen. Selbst wenn es ausgeschaltet auf dem Tisch liegt, lenkt es ihn ab, so das Fazit der im Journal of the Association for Consumer Research veröffentlichten Untersuchungsergebnisse.

Home Office (Bild: Shutterstock/Jakub Zak)

Die Wissenschaftler griffen für ihre Untersuchung auf frühere Forschungen zurück, die belegen, dass die insgesamt begrenzte, kognitive Verarbeitungskapazität eines Menschen durch diverse Ablenkungen noch reduziert wird. Schließlich seien Menschen außerhalb von Laborversuchen ständig möglicherweise relevanten Reizen und Informationen ausgesetzt. Alleine die einzuordnen und gegeben falls als irrelevant zu verwerfen, beansprucht einen Teil der Rechenkapazitäten des Gehirns. In der von den US-Wissenschaftlern durchgeführten Untersuchung ging es nun darum festzustellen, inwieweit Smartphones diesbezüglich eine negative Auswirkung haben.

Damit gehen sie über frühere Untersuchungen hinaus. Bei denen ging es etwa darum, inwieweit Smartphone-Nutzung Anwender von ihren eigentlichen oder anderen Aufgaben ablenkt. Auch wie bei Smartphone-Junkies durch Unterbrechungen die Produktivität beeinträchtigt wird beziehungsweise wie die exzessive berufliche Erreichbarkeit via Smartphone außerhalb der eigentlichen Arbeitszeiten zu ernsthaften Gesundheitsproblemen beitragen kann, wurde schon untersucht.

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In der Studie der Universität Texas ging es nun aber überhaupt nicht um die Nutzung, sondern lediglich die Anwesenheit des Smartphone. Und siehe da: Die macht sich selbst dann negativ bemerkbar, wenn das Gerät ausgeschaltet ist, also gar nicht stören kann.

Die Forscher erklären das damit, dass eben ein Teil der kognitiven Ressourcen dafür aufgewendet werden muss, sich nicht auf das Smartphone einzulassen. Daran zu denken, nicht daran zu denken, ist eben auch schon Aufwand. “Ressourcen, die benötigt werden, um zu verhindern, dass die Aufmerksamkeit dem Smartphone zugewendet wird, stehen nicht für andere Aufgaben zur Verfügung und diese Aufgaben leiden darunter”, so die Forscher.

Ein Smartphone auf dem Schreitisch reduziert auch in ausgeschaltetem Zustand die Aufmerksamkeit bei Konzentrationstests. Ist es in der Tasche oder im angrenzende Raum untergebracht, schneiden die Testkandidaten besser ab (Grafik: The Association for Consumer Research) Ein Smartphone auf dem Schreitisch reduziert auch in ausgeschaltetem Zustand die Aufmerksamkeit bei Konzentrationstests. Ist es in der Tasche oder im angrenzende Raum untergebracht, schneiden die Testkandidaten besser ab (Grafik: The Association for Consumer Research)[/caption

Sie machen dafür auch die Tatsache verantwortlich, dass Smartphones heute in der Regel als primäres Zugriffswerkzeug auf alles dienen, was die digitale Welt anzubieten hat. Angesichts der gestiegenen Bedeutung der digitalen Welt ist es für Nutzer für das Erreichen ihrer Ziele eben wichtig dass sie ihre Aufmerksamkeit dem Smartphone und dessen Signalen zuwenden. Wenn es piepst, brummt, klingelt oder summt, dann ist das – subjektiv gesehen – in der Regel wichtig. Dieses Verhalten ist schon so in den Alltag integriert, dass sozusagen davon ausgegangen wird, dass Gefahr im Verzug ist, wenn auf einmal keine Informationen auf diesem Weg mehr eintreffen.

Die Forscher verweisen dabei auf Untersuchungen aus dem Jahr 2007, wonach der Klingelton des eigenen Telefons ähnliche unbewusste Reaktionen auslöst, als ob man beim Namen gerufen wird. Da Smartphones und den über sie empfangenen Nachrichten inzwischen eine womöglich noch höhere Relevanz zugesprochen wird als den “einfachen Telefonen” im Jahr 2007, dürfte die Priorität, die sie in der Aufmerksamkeit haben, heute noch größer sein.

Daher kommen die Forscher zu dem Schluss: “Wenn Verbraucher mit einer Aufgabe beschäftigt sind, für die ihr Smartphone keine Bedeutung hat, kann die Fähigkeit dieser Geräte automatisch die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, die Leistung auf zwei Arten beeinträchtigen.“ Neben der schon länger bekannten und häufiger untersuchten Ablenkung durch die bewusste Beschäftigung mit dem Telefon ist das nach ihren Erkenntnissen nun auch die unbewusste Ablenkung durch den Versuch, sich nicht auf das Smartphone zu konzentrieren.

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