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Google öffnet “Zukunftswerkstatt” in München

Google gibt den Startschuss für die “Google Zukunftswerkstatt” in München. In dieser dauerhaften Einrichtung will Google eine breit angelegte Bildungsinitiative für die Digitalisierung [1] starten. Am Münchner-Google Standort sollen Vertreter der Wirtschaft, gemeinnützige Vereine sowie Universitäten und Schulen kostenlose Trainings zu verschiedenen digitalen Themen wahrnehmen können.

[caption id="attachment_41653625" align="aligncenter" width="684"]Voll dabei: Schüler der Montessori-Schule Aufkirchen haben mit Open Roberta den Controller Calliope Mini Programmiert und eine beeindruckende Live-Demonstration bei der Eröffnung der Google Zukunftswerkstatt gegeben. (Bild: Martin Schindler) [2] Voll dabei: Schüler der Montessori-Schule Aufkirchen haben mit Open Roberta den Controller Calliope Mini programmiert und eine beeindruckende Live-Demonstration bei der Eröffnung der Google Zukunftswerkstatt gegeben. Google will Schülern und Lehrern in der neuen dauerhaften Einrichtung unter anderem das Programmieren näher bringen und damit digitale Fähigkeiten fördern (Bild: Martin Schindler)[/caption]

So können Vereine beispielsweise darin geschult werden, online Foundraising-Kampagnen zu organisieren. Unternehmen können sich unter anderem im Online-Marketing, Design-Thinking und Web-Analytics weiterbilden. Schülern werden hier Programmierkenntnisse vermittelt.

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Im Münchner Schulungszentrum arbeitet Google zudem mit der IHK für München und Oberbayern zusammen, die das Programm in die eigene Initiative Pack ma’s digital! [3]integriert hat.

[caption id="attachment_41653627" align="aligncenter" width="684"]Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesregierung und Mitgründerin der Calliope gGmbH: "Wir verschenken Calliope an Schüler ab der dritten Klasse." (Bild: Martin Schindler) [4] Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesregierung und Mitgründerin der Calliope gGmbH: “Wir verschenken Calliope an Schüler ab der dritten Klasse.” (Bild: Martin Schindler)[/caption]

Neben Schulungswochen in mehreren Bundesländern plant Google darüber hinaus weitere dauerhafte Einrichtungen in Hamburg und Berlin. In den nächsten drei Jahren will Google mit dem Programm insgesamt 2 Millionen Menschen erreichen. Auf zukunftswerkstatt.de [5] stehen die Lehrinhalte und verschiedene Online-Seminare bereit. Interessierte können sich dort auch für Kurse anmelden.

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“Warum macht Google das?”, fragt Wieland Holfelder, Entwicklungschef Google Deutschland und Leiter des Entwicklungszentrums in München, wo auch das neue Schulungszentrum angesiedelt ist. Die Antwort sei: “Wir brauchen Fachkräfte im Bereich IT.”

[caption id="attachment_41653629" align="aligncenter" width="684"]Sabine Uehline Geschäftsführerin bei Stiftung Lesen: "Im Rahmen der Zukunftswerkstatt möchten wir Schulen und Bibliotheken anregen, aktuelle Technologien wie die Google Expeditions für eine übergreifende Lese- und Medienkompetenzförderung zu nutzen." (Bild: Martin Schindler) [6] Sabine Uehline Geschäftsführerin bei Stiftung Lesen: “Im Rahmen der Zukunftswerkstatt möchten wir Schulen und Bibliotheken anregen, aktuelle Technologien wie die Google Expeditions für eine übergreifende Lese- und Medienkompetenzförderung zu nutzen.” (Bild: Martin Schindler)[/caption]

Google wolle in den nächsten Jahren weiter wachsen und beispielsweise den Standort München [7] von 500 auf 800 Mitarbeiter aufbauen. Gleichzeitig stehen aber Prognosen im Raum, dass in den nächsten Jahren bis zu 900.000 Hightech-Jobs nicht adäquat bestezt werden können. Dabei gehe es aber nicht nur um Programmierkenntnisse, sondern generell um die Vermittlung von Grundkenntnissen über die Digitalisierung, so Holfelder weiter.

“Viele Unternehmen haben beim Thema Digitalisierung noch einen erheblichen Nachholbedarf”, kommentiert Prof. Dr. Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesregierung, Professorin für Design an der Universität der Künste Berlin und Mitgründerin der gemeinnützigen Calliope GmbH. “Durch die Digitalisierung werden sich viele Geschäftsbereiche verändern, aber das ist schwierig und da braucht es viele Hände.”

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Joost vertritt den Standpunkt, dass Kinder möglichst früh an das Thema herangeführt werden sollten. Daher verschenkt das Projekt Calliope kleine Einplatinenrechner, die ähnlich aufgebaut sind wie ein Raspberry Pi, an Schüler ab der dritten Klasse. Über die Plattform Open Roberta [8] des Fraunhofer-Institutes IAIS können diese Rechner programmiert werden. Auf diese Weise sollen vor allem auch Mädchen motiviert werden, sich mit digitalen Themen auseinander zu setzen.

Die Schüler-Kurse werden mit dem Controller Calliope Mini, den Roberta-Robotern und der Cloud-basierten Programmierumgebung “Open Roberta Lab” an das Programmieren herangeführt. Die Schulungsmaterialien werden zusammen mit Fachdidaktikern von Calliope und Fraunhofer IAIS entwickelt.

[caption id="attachment_41653621" align="aligncenter" width="684"]Thorsten Leimbach von Fraunhofer IAIS, das die Plattform Open Roberta beisteuert, erklärt die Motivation hinter dem Projekt: "Wir haben in deutschland viele gute Kräfte, aber die breite Masse ist in vielen Digitalisierungsfragen weit hinterher." (Bild: Mrtin Schindler)  [9] Thorsten Leimbach von Fraunhofer IAIS, das die Plattform Open Roberta beisteuert, erklärt die Motivation hinter dem Projekt: “Wir haben in deutschland viele gute Kräfte, aber die breite Masse ist in vielen Digitalisierungsfragen weit hinterher.” (Bild: Martin Schindler)[/caption]

“Es ist auch wichtig, dass man die Schüler mit einem systemischen Ansatz motiviert”, erklärt Thorsten Leimbach, Project Manager Media Engineering bei Fraunhofer IAIS. “Es ist spannender, einen Roboter zu programmieren, als irgendwelche Schleifen am Bildschirm abzuarbeiten.” Mit Open Roberta könne daher nicht nur Calliope, sondern auch andere Plattfomen wie Raspberry Pi programmiert werden. “Im Grunde kann man damit auch einen Industrieroboter von KUKA steuern”, so Leimbach weiter.

Darüber hinaus bietet Google mit “Google Expeditions” ein weiteres Schulungsangebot. Mit Hilfe der Google-VR-Brille Cardboard für die Schüler und einem Steuerungs-Tablet für Lehrkräfte können damit Orte wie der Mond, ein Korallenriff oder der menschliche Körper virtuell erkundet werden.

Ein weiterer Partner Googles bei der Zukunftswerkstatt ist die Stiftung Lesen. Was haben Lesekompetenz und digitale Inhalte mit einander zu tun? Sabine Uehlein, Geschäftsführer Programme bei der Stiftung Lesen, erklärt: “Die Trennung zwischen Lese- und Digitalkompetenz ist überholt. Kinder und Jugendliche sollten dazu befähigt werden, souverän mit verschiedenen Medien umzugehen.” Uehlein sieht in der digitalen Welt eine Brücke zur Lesekompetenz. “Wir sollten mit allen Medien gut umgehen können.”

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