Korruptionsverdacht – SAP tauscht Management in Südafrika aus

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Es sollen “Provisionen” an eine regierungsnahe Firma geflossen sein. Jetzt versucht SAP wieder für Transparenz zu sorgen.

SAP muss sich derzeit mit den Folgen eine Korruptionsaffäre beschäftigen. Nach den Vorfällen soll Claas Kuehnmann die Geschäftsleitung der Niederlassung in Südafrika leiten. Zuvor waren vier hochrangige Manager beurlaubt worden. Der inzwischen beurlaubte SAP-Geschäftsführer in Südafrika wies die Vorwürfe zunächst als unzutreffend und unbegründet zurück.

SAP-Vorstand Adaire Fox-Martin wird die interne Untersuchung zu den Korruptionsvorwürfen leiten. (Bild: SAP)
SAP-Vorstand Adaire Fox-Martin wird die interne Untersuchung zu den Korruptionsvorwürfen leiten. (Bild: SAP)

In südafrikanischen Medien wurde berichtet, dass SAP Schmiergelder in Höhe von insgesamt 7 Millionen Euro an ein Unternehmen der Gupta-Familie bezahlt habe. Dabei handelt es sich um das Unternehmen CAD House, das 3D-Drucker herstellt.

Der Gupta-Clan soll dem Präsidenten Jacob Zuma nahestehen. Die Bestechungsgelder sollen in Form von Vertriebsprovisionen bezahlt worden sein. Tatsächlich existiert zwischen SAP und CAD House ein Vertrag. Allerdings ist unbekannt, welche Dienstleistung der Zahlung von 100 Millionen Rand in mehreren Tranchen gegenüberstehen soll, wie das Journalisten-Netzwerk amaBhungane meldet. Denn dem Druckerhersteller wird darin eine Provision beim Zustandekommen eines Vertrages zugesichert. Fraglich sei aber, so die Journalisten, welche Expertise in SAP-Vermarktung und Beratung ein kleiner Hersteller von Druckern habe.

Wie SAP mitteilt, wurde eine interne Untersuchung eingeleitet. Zudem soll eine Anwaltskanzlei die Vorwürfe unabhängig prüfen. Bei SAP distanziert man sich klar von solchen Praktiken: “Es gehört zu den Grundregeln der SAP-Geschäftspolitik, dass alle unternehmerischen Tätigkeiten in Einklang mit den geltenden rechtlichen Bestimmungen liegen und dabei hohe, geschäftsethische Maßstäbe angelegt werden”, so das Unternehmen in einer Mitteilung.

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Nun soll das SAP-Urgestein Kuehnemann die Landesgesellschaft leiten. Der Manager ist seit 25 Jahren für SAP tätig. Er genieße das volle Vertrauen des Konzernvorstands, kommentiert Adaire Fox-Martin, die unter anderem den Vertrieb in Afrika verantwortet. Fox-Martin stehe inzwischen vor Ort als Ansprechpartnerin für Kunden, Mitarbeiter und Partner bereit.

Das Vorstandsmitlied Fox-Martin leitet auch die Untersuchung, bei der unter anderem die in Südafrika vergebenen Aufträge “sorgfältig” untersucht werden sollen. Die Ergebnisse sollen, sobald diese vorliegen, veröffentlicht werden. SAP gehe allen potenziellen Fällen von Fehlverhalten in allen 180 Ländern nach, in denen das Unternehmen tätig ist, heißt es in der Mitteilung weiter.

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