Mitel übernimmt ShoreTel im zweiten Anlauf

EnterpriseÜbernahme

Die Vereinbarung ist bereits unterzeichnet. Mitel bezahlt für die Aktien des VoIP-Spezialisten und VoiP-Telefonanbieters einen Aufschlag von 28 Prozent auf den-Schlusskurs von Mittwoch. Der Käufer will sich damit im Markt für UCaaS (Unified Communications as a Service) besser positionieren.

Mitel übernimmt Shoretel zu einem Preis von 7,50 Dollar pro Aktie in bar. Das entspricht einem Aufschlag von 28 Prozent auf den-Schlusskurs des Papiers vom 26. Juli und einem Gesamtwert des Eigenkapitals von etwa 530 Millionen Dollar sowie einem Gesamtunternehmenswert von etwa 430 Millionen Dollar. Wie Mitel mitgeteilt hat, wurde bereits “eine endgültige Fusionsvereinbarung getroffen”.

Mitel kauft Shoretel (Grafik: silicon.de)

Das ist wichtig, weil das kanadische Unternehmen 2014 schon einmal einen Anlauf zur Übernahme von Shortel gemacht hatte. Damals konnte man sich allerdings nicht endgültig einigen, Mitel zog sein Gebot dann zurück. Und auch die zwischenzeitlich angestrebte Übernahme von Polycom durch Mitel kam nicht zustande. Mitel hatte für Polycom 1,96 Milliarden Dollar geboten. Der aktuelle Besitzer, Siris Capital, gibt den Marktwert von Polycom bei seinem Einstieg im September 2016 mit “rund zwei Milliarden Dollar” an.

PartnerZone

Effektive Meeting-und Kollaboration-Lösungen

Mitarbeiter sind heute mit Konnektivität, Mobilität und Video aufgewachsen oder vertraut. Sie nutzen die dazu erforderlichen Technologien privat und auch für die Arbeit bereits jetzt intensiv. Nun gilt es, diese Technologien und ihre Möglichkeiten in Unternehmen strategisch einzusetzen.

Von der Übernahme erhofft sich Mitel in erster Linie eine Verbesserung seiner Position im Markt für UCaaS (Unified Communications as a Service). Dabei handelt es sich im Gegensatz zu anderen Geschäftsfeldern des aus der klassischen Telefonie kommenden Anbieters, um ein relativ stark wachsendes Segment. Analysten wie Gartner sehen Mitel in etwa gleichauf mit Orange Business Services und Vonage. Shoretel, das hier schon früh eingestiegen war, hat den Anschluss etwas verloren und kommt über den Status als Nischenanbieter nicht hinaus.

Shoretel war im Markt für UCaaS früh dabei, hat allerdings etwas den Anschluss verloren und schlüpft jetzt bei Mitel unter (Grafik: ShoreTel)
Shoretel war im Markt für UCaaS früh dabei, hat allerdings etwas den Anschluss verloren und schlüpft jetzt bei Mitel unter (Grafik: ShoreTel)

Allerdings verfolgt insbesondere Gartner hier allerdings einen im Wesentlichen US-zentrischen Ansatz werden rein europäische oder deutsche Anbieter weitgehend ignoriert, etwa das auf der Technologie von Nfon basierende Angebot der Deutschen Telekom. Eine Übersicht über die in Deutschland bislang wichtigen und aktiven Anbieter sowie die Unterschiede der Angebote finden Sie bei silicon.de hier und hier.

Durch den Zusammenschluss werde Mitel zu einem Anbieter, “mit der Größe und den technologischen Ressourcen, jeden Kunden mit neuen Cloud-basierten Lösungen und Applikationen zu versorgen”, wird die Akquisition in einer Pressemitteilung begründet.

Das fusionierte Unternehmen wird ganz klar von Mitel dominiert und auch unter dem Namen Mitel am Markt auftreten (Grafik: Mitel)
Das fusionierte Unternehmen wird ganz klar von Mitel dominiert und auch unter dem Namen Mitel am Markt auftreten (Grafik: Mitel)

Das Unternehmen wird rund 4200 Mitarbeiter und seinen Hauptsitz in Ottawa in Kanada haben und am Markt als Mitel auftreten. Geführt werden wird es von Rich McBee, bereits bisher Chief Executive Office von Mitel und dem ebenfalls bereits in dieser Position tätigen Steve Spooner als Chef Financial Officer.

Die Fusion soll Synergien in Höhe von 60 Millionen Dollar bringen. Der Gesamtumsatz des neuen Unternehmens liegt auf Basis der bisherigen Zahlen der getrennt wirtschaftenden Firmen bei rund 1,3 Milliarden Dollar. Das Wachtums- und Hoffnungsegment für Mitel, der Umsatz mit Bereich UCaaS, trägt dazu rund 263 Millionen Dollar bei.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen