Homeoffice: Der große Hardware-Ratgeber

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Notebook, Tablet, All-in-One-PC, Mini-PC oder doch ein klassischer Desktop? Für Firmenmitarbeiter, die zu Hause arbeiten, ist die Auswahl so groß wie noch nie. silicon.de zeigt, welche Hardware ins´Office Zuhause gehört.

Als Schlagwort geistern sie schon so lange durch die Arbeitswelt, dass sie fast schon angestaubt wirken: Videokonferenzen, papierloses Büro und Homeoffice. Videokonferenzen ist bis heute der ganz große Durchbruch nicht gelungen, dennoch gehören sie inzwischen in vielen Unternehmen als nützliche Werkzeuge zum Alltag. Das papierlose Büro gibt es auch noch nicht, aber die Menge des ausgedruckten Papiers geht doch langsam zurück. Auch beim Homeoffice ist ein ähnliches Phänomen zu beobachten. Der anfangs versprochene große Durchbruch ist ausgeblieben, doch in vielen Unternehmen ist der moderate Einsatz von Homeoffice inzwischen selbstverständlich.

Knuth Molzen, Senior Director Client Computing Devices Central Europe bei Fujitsu. (Bild: Fujitsu)
“Mitarbeiter, die ein oder mehrere Tage pro Woche im Büro verbringen und dann wieder im Homeoffice sind, nutzen in erster Linie Notebooks oder Convertibles”, sagt Knuth Molzen, Senior Director Client Computing Devices Central Europe bei Fujitsu. (Bild: Fujitsu)

Ein typisches Beispiel ist der PC-Hersteller Fujitsu. Das Unternehmen hat als Arbeitgeber sehr flexible Regelungen. “Mitarbeiter können zuhause arbeiten, kommen jedoch regelmäßig auch ins Büro”, erklärt Fujitsu-Manager Knuth Molzen.

Nach einer im Februar 2017 veröffentlichten Studie des Branchenverbands Bitkom sind es immerhin 30 Prozent der Unternehmen, die ihre Mitarbeiter ganz oder teilweise zuhause arbeiten lassen. Das sind zehn Prozent mehr als 2014. Etwas weniger als die Hälfte, nämlich 43 Prozent erwarten, dass der Anteil der Homeoffice-Mitarbeiter in den kommenden fünf bis zehn Jahren steigt.

Marcus Reuber, Produktmanager bei Dell erklärt: “Viele Mitarbeiter haben flexible Arbeitsplätze, es ist nicht mehr so statisch wie noch vor ein paar Jahren. Sie arbeiten im Büro, im Homeoffice oder mobil”. Reuber beobachtet die Trend sehr genau. Als Field Product Manager Client Solutions wie sein offizielle Jobtitel heißt, weiß Reuber, was die Arbeitnehmer brauchen – und was die IT-Manager bevorzugen.

Die Vorteile für Arbeitgeber

Für Unternehmen, die ihre Räumlichkeiten modernisieren oder in moderne Bürogebäude umziehen, hat die aktuelle Arbeitswelt ihren ganz eigenen Charme. Denn, wenn ein Teil der fest angestellten Kollegen zu Hause arbeitet, ein anderer Teil sowieso als externe Mitarbeiter im eigenen Büro sitzen und wieder ein anderer Teil unterwegs arbeitet, bedeutet dies auch, das immer einige Arbeitsplätze in der Firma leer bleiben. So können die Unternehmen die Zahl der PC-Arbeitsplätze reduzieren und somit Kosten sparen.

Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeitern zunehmend, zumindest gelegentlich aus dem Homeoffice zu arbeiten, wie eine 2016 vorgelegte Erhebung des Bitkom zeigt. (Bild: Bitkom)
Stabiler Trend: Etwa ein Drittel der Unternehmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Aufgaben im Homeoffice zu erledigen. (Grafik: Bitkom))

Die neue Flexibilität hat auch auf die Wahl der Arbeitsmittel Einfluss. Hatte man früher einen Desktop im Büro und einen Desktop oder zumindest ein großes Notebook zuhause, sieht man heute inzwischen immer mehr Convertibles. Notebooks mit umklappbarer oder abnehmbarer Tastatur, die sich auch als Tablet nutzen lassen.

Dahinter steckt die Überlegung vieler IT-Manager, dass ein Mitarbeiter, der drei Tage im Büro, zwei Tage zu Hause und zwischendurch auch mal im Zug arbeitet, nicht drei verschiedene Geräte nutzen sollte. Die Convertibles als flexible Allzweckwaffe scheinen da die ideale Lösung. Ein Universalgerät für alle Situationen, das spart Kosten und Administrationsaufwand.
Dementsprechend sind die Convertibles bei allen großen PC-Herstellern als Business-Geräte erhältlich.

Dockingstation mit USB-C

Der PC-Riese Dell hat neben den Convertibles inzwischen auch eine ganz eigene Antwort parat. Dell-Manager Reuber setzt auf besonders leistungsfähige Dockingstationen. Ein zentrales Merkmal der neuen Generation ist der USB-C-Anschluss. Damit lassen sich auch Tablets oder Smartphones verbinden.

Mit USB-C-Buchse akzeptiert die Dockingstation von Dell auch Smartphones oder Tablets. (Foto: Dell)
Mit USB-C-Buchse akzeptiert die Dockingstation von Dell auch Smartphones oder Tablets. (Foto: Dell)

Der Mitarbeiter, der gerade vom Kunden zurückkommt und vielleicht nur ein Stündchen im Büro bleibt, schließt schnell sein Smartphone sowie Maus und Tastatur an die Dockingstation an, loggt sich ins Netzwerk ein und kann loslegen. Leistungsfähige Smartphones können auch mühelos mit Businessprogrammen wie Präsentationen oder Tabellenkalkulation umgehen.

Dell-Manager Marcus Reuber sagt: “Nach unseren Untersuchungen verlangen Mitarbeiter heutzutage diese Flexibilität. Vor allem die sogenannten High Potentials können Sie heute nicht mehr mit einem Desktop-PC und einem Notebook zufriedenstellen.”

Für PC-Nerds: Wechselfestplatte

Doch insgesamt dürfte die Lösung mit den schicken Convertibles und angedockten Smartphones derzeit noch in der Minderheit sein. Nach wie vor kommen im Homeoffice meistens Notebooks oder auch ein klassischer PC zum Einsatz. Das muss nicht mehr unbedingt der große PC sein. Die früher weit verbreiteten Tower-PCs sind inzwischen weder im Büro noch zu Hause gerne gesehen. Nur Gamer und PC-Nerds stehen auf die großen klobigen Kisten, die sich dafür leicht aufrüsten lassen.

Homeoffice in Deutschland (Grafik: Statista)
Die Grafik zeigt auch, warum manche Unternehmen Homeoffice ablehnen: 63 Prozent befürchten, dass eine Ungleichbehandlung entsteht, weil manche Mitarbeiter gar nicht die Möglichkeit haben, sich zuhause ein Homeoffice einzurichten. (Quelle: Bitkom, Grafik: Statista)

Wer trotzdem einen Tower-PC mit mehreren Laufwerkseinschüben hat, kann übrigens auch mit Wechselfestplatten arbeiten. Eine Festplatte beispielsweise mit Windows 10 Home dient dann für die private Nutzung. Für die Arbeit schiebt man dann einfach die andere Festplatte mit Windows 10 Pro ein, startet den Rechner neu und arbeitet dann in der reinen Business-Umgebung.

Convertible Dell Latitude 5285. (Foto: Dell)
Business-Notebooks im Convertible-Format werden von großen PC-Herstellern wie Fujitsu, Dell oder Lenovo angeboten. Das Foto zeigt ein Dell Latitude 5285. (Foto: Dell)

Immer beliebter werden dagegen extrem kompakte Rechner wie die Esprimo Q-Serie von Fujitsu. Die Mini-PCs sind leise, sparen Strom und können sogar auf der Rückseite des Bildschirms montiert werden. Solche Kompakt-PCs sind auch eine gute Wahl fürs Homeoffice. Hier dienen sie als unauffällige Zweitrechner, an dem der Anwender seine Aufgaben fürs Büro erledigt.

Die elegante Lösung: All-in-One-PCs

Eine spannende Alternative sind die All-in-One-PCs. Waren sie vor einigen Jahren noch zumeist als Entertainment-PCs in Privathaushalten verbreitet. Inzwischen sind sie auch im Büro beliebt. In den kompakten Gehäusen sind zumeist Intel-CPUs (Core i5 oder Core i7) verbaut. Wer nicht gerade eine Grafik-Workstation für 3D und CAD oder einen Videoschnitt-Rechner braucht, hat bei den All-in-One-Geräten ausreichend Rechenleistung zur Verfügung.

Die All-in-Ones sind zwar nicht so gut aufrüstbar, doch das ist bei den meisten Unternehmen heute ohnehin nicht mehr wichtig. Im Fokus stehen vielmehr einfache Administrierbarkeit, geringer Platzbedarf und das Vermeiden von Kabelsalat. Dafür sind diese PCs ideal. Es gibt sie mittlerweile bei allen PC-Herstellern wie Dell, Fujitsu, Lenovo oder Wortmann.

Mit einem klassischen Notebook wie dem Lifebook E756 von Fujitsu macht auch der Homeoffice-Arbeiter eigentlich nichts falsch. (Foto: Fujitsu)
Mit einem klassischen Notebook wie dem Lifebook E756 von Fujitsu macht auch der Homeoffice-Arbeiter eigentlich nichts falsch. (Foto: Fujitsu)

Bei all der Gerätevielfalt und Flexibilität ist jedoch immer das Augenmerk auf die Sicherheit zu richten. Gerade bei Mobilgeräten, die unterwegs von Verlust oder Diebstahl bedroht sind, ist ein solides Sicherheitskonzept unabdingbar. Zudem fühlen IT-Manager sich wohler, wenn der Mitarbeiter im Homeoffice nur über einen gesicherten Zugang und Authentifizierung an seine Daten rankommt. Schließlich weiß der Arbeitgeber nicht, wer sonst noch in der Privatwohnung des Mitarbeiters Zugang zum Rechner hat.

Alle PC-Hersteller bieten deshalb Notebooks mit Zwei-Faktor-Authentifizierung und Fingerabdrucksensor. Fujitsu verzeichnet nach eigenen Angaben eine steigende Nachfrage nach Notebooks mit Handvenenscanner auf Infrarot-Basis. Die Technik gilt als besonders sicher.

Die besten Rechner für´s Homeoffice

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Sicheres Notebook: Dell Latitude 5000
Als "weltweit sicherste Notebooks für ultimative Produktivität und Flexibilität" preist Dell die neuen Notebooks der 5000er-Serie an. Von den Leistungsdaten her sind die Dell-Rechner unauffällig. Je nach Konfiguration wird ein Intel- U-Core-Chip verbaut. Als Betriebssystem ist Windows 10 (Home oder Pro), Ubuntu Linus oder das auf Fedora (Linux) Neokylin installiert. Die Displaygröße reicht von 12,5 über 14,0 bis 15,6 Zoll. Ein wesentliches Merkmal der Businessrechner sind die Sicherheitsfeatures. Die mehrstufige Authentifizierung erfolgt über ein Fingerabdruck-Lesegerät. Daneben sind ein Kontakt-Smartcard-Lesegerät sowie ein kontaktlose Smartcard-Lesegerät integriert. Die Anmeldung über Infrarot-Gesichtserkennung ist auch möglich. Docking-Optionen wie DisplayPort, USB Typ-C, Thunderbolt3 oder Dell Wireless Dock erlauben vielfältige Anschlussmöglichkeiten. Preis: ab 749 Euro (Bild: Dell)