Blockchain-Projekt: IBM kooperiert mit Lebensmittelkonzernen

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Unter anderem arbeitet IBM mit Nestlé, Unilever und Dole zusammen. Ziel ist es, für die Beteiligten wichtige Informationen auch in komplexen Lieferketten einfacher zugänglich zu machen und die Rückverfolgbarkeit zu erleichtern. Parallel stellt IBM seine erste, umfassend integrierte Blockchain-Plattform samt zugehörigen Beratungsservices vor.

IBM verstärkt seine Aktivitäten bei der Nutzung der Blockchain-Technologie. Dazu kooperiert der IT-Konzern nun mit sieben Großunternehmen aus der Lebensmittelbranche: Dole, Driscoll’s, Golden State Foods, Kroger, McCormick and Company, Nestlé, McLane Company, Tyson Foods, Unilever und Walmart. Die Zusammenarbeit greift auf Erfahrungen eines Blockchain-Projekts mit Walmart zurück und soll darauf aufbauen weitreichender Nutzungsszenarien für den Einsatz von Blockchain in der Lieferkette zu identifizieren. Die da gewonnen Erkenntnisse könnte IBM dann wahrscheinlich vergleichsweise einfach auf andere Branchen übertragen.

Ziel der Zusammenarbeit in der Nahrungsmittelbranche ist es einerseits, die Rückverfolgbarkeit von Produkten zu erhöhen oder zu erleichtern. Das soll einerseits dazu beitragen, dass eventuell erforderliche Rückrufaktionen von Nahrungsmitteln schneller abgewickelt werden können, andererseits aber auch den durch solche Aktionen entstehenden Schaden begrenzen, indem die verunreinigten und daher zu vernichtenden Chargen genauer bestimmt werden können. Schließlich soll das auch dazu beitragen, dass weniger Menschen mit verunreinigter Nahrung in Berührung kommen und dadurch Schaden nehmen können.

IBM kündigt Blockchain-Kooperation mit Unternehmen aus der Lebensmittelbranche an (Bild: Connie Zhou/IBM)
IBM kündigt Blockchain-Kooperation mit Unternehmen aus der Lebensmittelbranche an (Bild: Connie Zhou/IBM)

Die Blockchain-Technologie soll es ermöglichen, dass allen Beteiligten eine vertrauenswürdige Umgebung geboten wird, in der Transaktionen transparent abgewickelt werden können. Dazu sollen Landwirte und Erzeuger, Lieferanten, die verarbeitende Industrie, Händler, Behörden und Verbraucher mit den jeweils für sie angepassten Zugangsberechtigungen auf ein Blockchain-Netzwerk für ihre Transaktionen zugreifen.

Herkunft und Zustand der Nahrungsmittel zuverlässiger bestimmen

Dort finden sich laut IBM dann “gesicherte und verlässliche Informationen” über Herkunft und Zustand der Nahrungsmittel. Lebensmittelhändler und andere Akteure könnten so verunreinigte Produkte sehr schnell bis zur Quelle zurückverfolgen, entsprechende Produkte ohne Verzögerungen aus dem Verkauf nehmen und so den wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schaden begrenzen.

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Die Beteiligten wollen nun zunächst einmal die Bereiche identifizieren, in denen Blockchain-Technologie den meisten Nutzen verspricht und die dann bevorzugt in Angriff nehmen. IBM verweist dabei auf “zahlreiche Pilotprojekte und produktive Netzwerke in verwandten Gebieten”, die bereits gezeigt hätten, dass und wie Blockchain-Technologie die Nachverfolgbarkeit von Lebensmitteln verbessern kann. Auch diese Erfahrungen sollen in die Kooperation einfließen.

Durch die Blockchain-Technologie hätten alle Beteiligten die gleiche Sicht auf die Dinge, also eine “single view of the truth”, erklärt Marie Wieck, bei IBM als General Manager für den Bereich Blockchain zuständig, in einer Pressemitteilung. “Unsere Arbeit mit Organisationen aus dem ganzen Lebensmittel-Ökosystem und auch IBMs neue Blockchain-Plattform werden helfen, das Potenzial dieser vielversprechenden Technologie für Unternehmen voll auszuschöpfen. Organisationen jeder Größe und Branche können schneller von der Konzeptphase in den produktiven Betrieb wechseln und Geschäftsprozesse mit Blockchain effizienter abwickeln”, so Wieck weiter.

Neue Blockchain-Plattform von IBM

Flankierend hat IBM die nach Angaben des Konzerns “erste umfassend integrierte Blockchain-Plattform” sowie ergänzende Beratungsservices vorgestellt. Auf die IBM Blockchain Platform wird über die IBM Cloud zugegriffen. Sie ermöglichte es mehreren Parteien gemeinsam Blockchain-Netzwerke zu entwickeln, zu steuern und zu betreiben. So ließen sich eigene Geschäftsnetzwerke “sehr schnell” in Betrieb nehmen.

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Die IBM Blockchain Platform integriert das Hyperledger Fabric v1.0 Framework und das Hyperledger Composer Blockchain-Tool. Beide werden von der Linux Foundation gehostet. In der IBM-Plattform werde der Hyperledger Composer erstmals kommerziell genutzt. Das Framework helfe Entwicklern Geschäftsvorfälle einfach und schnell auf den Anwendungs-Code zu übertragen, indem sie standardisierte Anwendungsfälle in JavaScript abbilden.

Als einen weiteren Vorteil der Plattform stellt IBM heraus, dass sie allen Teilnehmer einen gewissen Grad an Kontrolle biete, zugleich aber verhindere, dass ein Teilnehmer die gesamte Kontrolle an sich reißt. IBM habe keinen Zugang zu den verschlüsselten Daten im Ökosystem der Blockchain, die Verschlüsselungs-Codes entsprächen der höchsten Sicherheitskategorie (FIPS140-2 Level 4). Governance-Tools erlauben es zudem, neue Teilnehmer schnell aufzunehmen, ihnen Rollen zuweisen und deren Zugangsrechte regeln.

Ergänzend bietet die Beratungssparte IBM Global Business Services ihre Unterstützung an. Sie kann eigenen Angben zufolge derzeit auf die Expertise von 1600 Blockchain-Beratern und deren Erfahrung bei Implementierung und Integration von Blockchain-Netzwerken bei Kunden verweisen.

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