Klage gegen Logitech wegen Schlamperei bei Security-Kameras

WorkspaceZubehör

Es geht dabei um für die Heimüberwachung angebotene Modelle. Bei einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Illinois beschwert sich ein Kläger über technische Problem, Hardware-Fehler und Software-Bugs. Sie hätten die Kameras unzuverlässig und teilweise sogar unbenutzbar gemacht. Und der Logitech-Support sei auch keine Hilfe gewesen.

Logitech sieht sich in den USA zwei Klagen wegen zahlreicher Unzulänglichkeiten bei seinen für die Heimüberwachung angebotenen Sicherheitskameras gegenüber. Eine Klage in Kalifornien ist schon länger anhängig, eine zweite wurde jetzt bei einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Illinois eingereicht. Mit ihr wird Schadenersatz für alle gefordert, die außerhalb von Kalifornien ein entsprechendes Gerät erworben haben. Außerdem wird Logitech darin der Verstoß gegen Gesetze des Bundesstaates vorgeworfen.

Eine der aktuellen, von der Klage nicht betroffenen Überwachungskameras von Logitech (Bild: Logitech)
Eine der aktuellen, von der Klage nicht betroffenen Überwachungskameras von Logitech (Bild: Logitech)

Die Klage konzentriert sich darauf, dass Logitech defektes oder nicht wie versprochen funktionierende Geräte verkauft und danach nicht willens oder in der Lage gewesen sei, den Verbrauchern über seinen Support tatsächlich zu helfen. Es geht dabei nicht um die aktuellen Überwachungskameras von Logitech, sondern eine bereits 2012 eingestellte Produktlinie.

Allerdings habe der Hersteller die Öffentlichkeit über die Abkündigung lange Zeit im Unklaren gelassen. Erst im Juli 2014 habe er in seinem Support-Forum öffentlich eingeräumt, dass die Produktreihe nicht mehr verfügbar ist. Dieses zögerliche Vorgehen habe die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Austauschgeräten erheblich eingeschränkt. Genau die seien aber dringen notwendig gewesen, habe es doch bei den betroffenen Produkten an allen Ecken und Enden gehapert, so der Kläger. Die vollständige Klageschrift hat The Register auf seiner Website veröffentlicht (PDF)

Darin wird dem Hersteller vorgeworfen, dass er nicht nur dabei versagt habe, die beworbenen Funktionen zuverlässig bereitzustellen, sondern Probleme mit den Produkten und der Software auch nur ausgesprochen zögerlich beseitigt habe. Insbesondere wird angeprangert, dass er sich während der einjährigen Garantiephase so lange Zeit gelassen habe, bis die verstrichen sei. Dabei habe Logitech Kunden gezwungen “sich weiderholende, zeitaufwändige, umständliche und erfolglose Abläufe zur Fehlerbehebung” zu durchlaufen. Die Besitzer der fehlerhaften Geräte seien außerdem wiederholt damit vertröstet worden, dass sie auf Austauschgeräte wegen mangelnder Produktionskapazitäten noch warten müssten und sich Patches für die Software verzögerten.

“Im Ergebnis sorgte Logitech so strategisch dafür, dass Kundenwähren der Garantiezeit ohne betriebsfähige Sicherheitssysteme auskommen mussten, während für die die Zeit ablief”, so die Klageschrift weiter. Außerdem habe Logitech intern bereits nahezu zwei Jahre lang gewusst, dass die fehlerhaften System nicht mehr produziert wurden, die vorhandenen Exemplare aber dennoch weiterhin an nichtsahnende Kunden verkauft, die dadurch auf “beträchtlichen Investitionen” in fehlerhaften Produkten sitzen blieben, von denen Logitech bereits wusste, dass es sie weder reparieren noch austauschen kann. Auf Anfrage des The-Register-Korrespondenten Shaun Nichols in San Francisco hat Logitech bislang nicht reagiert.

Tipp: Kennen Sie die größten Technik-Flops der IT-Geschichte? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 14 Fragen auf silicon.de.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen