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OpenStack Pike bringt modulare Infrastrukturdienste

Die OpenStack-Community gibt mit Pike die 16. Version der quelloffenen Infrastruktur-Software mit zahlreichen Neuerungen [1] frei. Vor allem auf eine vereinfachte Handhabung, Modularität und Skalierbarkeit haben die Entwickler besonderes Augenmerk gelegt. Auch scheint das Interesse der Community an dem Projekt zu wachsen. Gegenüber der Vorgängerversion Ocata haben 19 Prozent mehr Entwickler an Pike mitgewirkt, wie es in einer Mitteilung heißt.

(Bild: Red Hat/OpenStack) [2]

Zu den neuen Services, die die Bereitstellung der nach wie vor sehr komplexen Lösung vereinfachen sollen, gehört auch das Feature Private-Cloud-as-a-Service. Anwender können damit schneller als bisher auf OpenStack umstellen.

Dank der modularen Architektur von OpenStack können Anwender auch benötigten Funktionen auszuwählen und in den eigenen Infrastruktur-Stack integrieren. Dafür profitieren Anwendungen wie Network Funktions Virtualizations, das Edge-Computing oder Container-Umgebungen.

Der Bare Metal-Dienst Ironic optimiert jetzt die Integration für die Blockspeicherung mit Cinder und die Netzwerktechnologie Neutron [3]. Cinder [4] kann jetzt auch als selbstständiger Speicherdienst für virtuelle Maschinen, Bare Metal sowie für Docker- oder Kubernetes-Container dienen.

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Auch in das Modul Kolla ist laut Angaben des Projektes viel Arbeit geflossen. Dadurch vereinfacht sich die Verwaltung von Open-Stack mit Anwendungen wie Kubernetes oder Ansible. Mit Nova Cells v2 lassen sich große Implementierungen leichter dürchführen, in dem diese in einem Shared-Deployment-Modell aufgesplittet werden. So lassen sich Datenbank und Nachrichtenwarteschlange besser skalieren. Auch fehlerhafte Domänen und einzelne Bereiche lassen sich jetzt damit abtrennen.

Neu ist auch die Aktualisierung auf Python 3.5, die sich auf alle Bereich von OpenStack bezieht. Vorteil ist, dass damit die Lösung auf das bestehende Ende von Python 2.x vorbereitet ist, das für 2020 angekündigt ist. Außerdem profitiert die Lösung von neuen Features und mehr Leistungsfähigkeit.

Pike enthält darüber hinaus auch etcd v3 als Lösung für die verteilte Sperrverwaltung. Cinder bietet jetzt eine Rückfallmöglichkeit sowie die Erweiterung von Datenträgern: Mit der neuen Funktion ‘revert to snapshot’ können Nutzer einen Datenverlust rückgängig machen oder nach einem Test das System in den vorigen Zustand zurücksetzen. Darüber hinaus können die Nutzer nun auch Datenträger erweitern, ohne dazu die virtuellen Maschinen herunterzufahren, so dass die Anwendungen dabei aktiv und online bleiben.

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Die Objektspeicherung Swift bietet weltweit verteilte Löschcodes: Selbst wenn das überregionale Netzwerk gestört ist, so können einzelne Regionen trotzdem noch normal funktionieren. Störungen in einer Region können zur Wiederherstellung entfernte Regionen nutzen.

Darüber hinaus zeigt sich, dass immer mehr Anwender eine Multi-Cloud-Strategie verfolgen und ihre Arbeitslasten über verschiedene Public Clouds und Private Clouds hinweg verteilen, wie aus einer Nutzerumfrage im April dieses Jahre hervorgeht. Bisher haben sich Anwender, die sich für OpenStack entschieden haben, meist auf einen Provider konzentriert. Heute interagieren 38 Prozent der OpenStack-Implementierungen mit mindestens einer anderen öffentlichen oder privaten Cloud-Umgebung.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich, dass die Zahl der Anwender ebenfalls gestiegen ist. Mehr als 44 Prozent mehr Anwender und damit 76.000 Einzelnutzer setzen inzwischen die Lösung ein. Das französische Unternehmen OVH etwa liefert jetzt eine OpenStack-basierte öffentliche Cloud nach Polen. Vor kurzem hat der schwedische Anbieter City Network eine neue Region in Dubai hinzugefügt. Telefonica hat neue Regionen in Argentinien, Brasilien, Mexiko, Chile und Peru erschlossen und Fujitsu hat bekanntgegeben, dass man nun weltweit 16 Verfügbarkeitszonen mit OpenStack als öffentlicher Cloud hat.

“Die Funktionen und Verbesserungen von Pike stellen die Summe der Erfahrungen dar, die wir über sieben Jahre hinweg mit tausenden kleinen und großen öffentlichen und privaten Clouds sammeln konnten”, kommentiert Jonathan Bryce, Geschäftsführer der OpenStack Foundation. “Der Trend zu modularen Diensten und einfacheren Verbrauchsoptionen sind Teil dieses Reifungsprozesses. Unsere Community konzentriert sich nun darauf, zukünftige technische Schuld zu erfüllen sowie OpenStack noch besser auf das stets breiter werdende Anwendungsspektrum vorzubereiten.”

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit Open Source aus? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de. [5]