Amazon arbeitet offenbar an einer smarten Brille für Alexa

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Über die in Vorbereitung befindlichen “Smart Glasses” von Amazon soll sich Berichten zufolge der sprachgesteuerte, digitale Assistent Alexa jederzeit aufrufen lassen. Für die erforderliche Mobilfunkanbindung wird vermutlich auf Kopplung mit einem Smartphone gesetzt.

Amazon entwickelt eine Datenbrille, die es Nutzern erlauben soll, jederzeit mit dem virtuellen Assistenten Alexa zu kommunizieren. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf mit den Arbeiten vertraute aber anonyme Personen. Das Gerät, für das noch kein Name feststeht, soll von überall mit den Alexa-servern von Amazon kommunizieren können.

Amazons Ausflug ins Smartphone-Geschäft beendet (Bild: Amazon)
Amazons Ausflug ins Smartphone-Geschäft war ein Fehlschlag. Jetzt versucht der US-Konzern offenbar mit einer Datenbrille zum ständigen Begleiter seiner Kunden zu werden (Bild: Amazon)

Die dafür erforderliche Mobilfunkverbindung wird allerdings nicht in der Datenbrille integriert sein, sondern soll durch die drahtlose Kopplung mit einem Mobiltelefon hergestellt werden. Um weder die Umgebung vollständig an den Gesprächen mit Alexa teilhaben zu lassen noch auf Kopfhörer angewiesen zu sein, werde die Amazon-Datenbrille die Antworten mittels Knochenleitung von der Datenbrille an den Nutzer übertragen.

Unklar ist dem Bericht zufolge noch, wann das Produkt marktreif sein wird. Amazon arbeitet parallel auch an einer Smart-Home-Kamera, die mit seinem Lautsprecher- und Mikrofon-System Echo verknüpft sein soll. Entweder sie oder die Datenbrille werden dem FT-Bericht zufolge noch im Laufe dieses Jahres auf den Markt kommen. Auf Anfrage des Wirtschaftsblattes wollte Amazon keine Stellungnahme abgeben.

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Seit der Markteinführung des Amazon Echo arbeitet Amazons Produktentwicklungsteam Lab126 offenbar intensiv an weiteren Produkten für den Bereich Smart Home. Der Nutzen ist für Amazon groß, wird es dadurch doch unmittelbarer Teil des Alltags seiner Kunden, lernt diese durch die Vielzahl der erhobenen Daten weitaus besser kennen und kann ihnen auch auf neuen Wegen Offerten unterbreiten.

Auch für eine Datenbrille lassen sich ohne viel Fantasie zahllose Amazon-spezifische Nutzungsszenarien vorstellen. Alleine der Gedanke, dass Nutzer irgendwo gesehene – und dabei mit der Amazon-Brille gleichzeitig erfasste – Produkte direkt mittels Sprachbefehl an Alexa bestellen könnten, lässt in Seattle wahrscheinlich schon die Registrierkassen klingeln. Allerdings birgt der Schritt auch gewisse Risiken, ist doch der Rückzieher von Google mit der Consumer-Variante von Google Glass noch lebhaft in Erinnerung.

Unterschiede zwischen Amazon-Brille und Erstauflage von Google Glass

Die mit großen Erwartungen 2012 vorgestellte Google-Datenbrille rief nahezu weltweit erhebliche Bedenken in Bezug auf Privatsphäre hervor. Außerdem war sie für Verbraucher damals viel zu teuer und mangelte es teilweise an der erforderlichen Leistungsfähigkeit. Diesbezüglich hat die Technik in den vergangen fünf Jahren große Fortschritte gemacht und könnte die Auslagerung rechenintensiver Funktionen an das ohnehin mit der Amazon-Datenbrille verbundene Smartphone helfen.

Google Glass Enterprise Edition (Bild: Google)
Google Glass scheiterte in der Consumer-Version vor allem an Problemen mit der Privatsphäre. Die kürzlich vorgestellte Enterprise Edition vermeidet die weitgehend (Bild: Google)

Die Finanical Times mutmaßt zudem, dass Amazon bei seiner Brille auf Kamera und Bildschirm (respektive Projekton) – die beiden bei Google Glass am kontroversesten diskutierten Merkmale – verzichten könnte. Der Verzicht darauf, würde sich auch positiv auf die Akkulaufzeit auswirken, die ein weiterer Schwachpunkt des Google Produkts war. Gerade der Verzicht auf die Kamera würde aber die Frage aufwerfen, was an der Datenbrille dann noch “smart” ist: Ein wie auch immer geartetes Mikrofon zur Kommunikation mit Alexa muss man sich ja nicht auf die Nase setzen.

Auch der Preis dürfte bei Amazon nicht das Hauptproblem sein, schließlich winken dem Unternehmen durch die Nutzung des Geräts diverse Einnahmen, so dass es wenig Interesse daran haben muss, die Herstellungskosten durch den Verkaufspreis zu decken. Umstritten sein dürften aber nach wie vor die Auswirkungen auf die Privatsphäre.

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Einen Vorteil hat Amazon gegenüber Google zudem, wie die Financial Times erklärt: 2014 hat Amazon Babak Parviz eingestellt, den „Vater“ von Google Glass. Er soll logischerweise intensiv in das Alexa-Datenbrillen-Projekt eingebunden gewesen sein und diverse weitere, einst mit der Arbeit an Google Glass befasste Experten zu Amazon geholt haben. Deren Erfahrungen könnten sich für Amazon als wertvolle Hilfe dabei erweisen, die Fehler zu vermeiden, die dazu geführt haben, dass die Consumer-Variante von Google Glass eingestellt wurde, bevor sie überhaupt auf den Markt kam.

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