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Toshibas Chip-Sparte: Bain-Consortium bekommt Zuschlag

Toshiba hat sich nun offenbar entschieden, die eigene Chip-Sparte an das von Bain Captial geführte Konsortium zu verkaufen. Wie Bloomberg [1] berichtet, soll das demnach am Mittwoch im Vorstand entschieden worden sein. Bloomberg beruft sich auf eigene, nicht genannte Quellen. Dem Konsortium gehören neben Bain auch Apple, Dell, Hoya, Kingston, Seagate und SK Hynix an.

Das konkurrierende Angebot von japanischen Investoren und dem Investmentunternehmen KKR hat Toshiba laut Bloomberg abgelehnt. Zuvor gab es Berichte darüber, dass Western Digital als Interessent zurückgetreten war [2].

[caption id="attachment_41659193" align="aligncenter" width="684"]Nach langen Verhandlungen soll die Chip-Sparte Toshibas an das Konsortium aus Bain Captial, Apple, Dell, Hoya, Kingston, Seagate und SK Hynix gehen. (Bild: Toshiba) [3] Nach langen Verhandlungen soll die Chip-Sparte Toshibas an das Konsortium von Bain Captial, Apple, Dell, Hoya, Kingston, Seagate und SK Hynix gehen. (Bild: Toshiba)[/caption]

Apple und Dell wollen sich damit von Speicherprimus Samsung unabhängiger machen. Anbieter von Flash und DRAM wie Hynix und Kingston wollen offenbar die Technologien und Fertigungsstätten von Toshiba weiter betreiben und eventuell selbst nutzen. Zudem haben die Japaner auch interessante Logikbausteine zu bieten.

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Als abgeschlossen kann das Geschäft jedoch noch nicht angesehen werden. Toshibas Joint-Venture-Partner Western Digital sieht seine Verträge verletzt und klagt in mehreren Ländern gegen den Verkauf der Chip-Abteilung des japanischen Unternehmens. Seit der Übernahme von Sandisk [4] im Mai 2016 ist WD im Flash-Geschäft ein direkter Konkurrent von Toshiba. Eine Reaktion von WD zur aktuellen Entscheidung steht noch aus.

Toshiba steht seit Jahren unter großem Druck [5] und hatte sich bereits Mitte 2017 entschieden, die profitable Herstellung von Speicherbausteinen zu verkaufen. Der Mischkonzern braucht die angepeilten Erlöse dringend, um seine jahrelangen Verluste im Geschäft mit Kernenergie auszugleichen.

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Toshiba hatte 2006 das inzwischen insolvente US-Unternehmen Westinghouse übernommen und seitdem – wohl auch durch die Atomkatastrophe von Fukushima 2011 – Milliardenverluste im Nukleargeschäft hinzunehmen. Wenn diese nicht bis zum März 2018 zumindest teilweise ausgeglichen werden, droht Toshiba die Streichung von der Börse in Tokyo. Das wäre für das 1875 gegründete Unternehmen faktisch das Aus.

[mit Material von Nico Ernst, ZDNet.de [6]]

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