Wie ausgereift sind Analytics-Initiativen in Deutschland?

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Unternehmen erkennen den Wert von Advanced und-Predictive Analytics, nutzen aber nur selten das gesamte Potenzial. BARC fühlt in einer aktuellen Studie auch den Lösungen internationaler Anbieter auf den Zahn.

Wichtig beziehungsweise sehr wichtig ist das Thema Advanced Analytics für knapp die Hälfte aller Unternehmen in der Region DACH. 63 Prozent halten es für zukünftig sehr wichtig. Allerdings stagniert die Zahl der Unternehmen, die Advanced Analytics anwenden, wie aus einer aktuellen BARC-Studie hervorgeht. Lediglich 5 Prozent nutzen diese Technologie bereits häufig, 31 Prozent vereinzelt – in etwa so viele wie in der Studie aus dem zurückliegenden Jahr. So steige zwar die Bereitschaft leicht an, in diesen Bereich zu investieren, dennoch bleiben Neuinvestitionen in den meisten Fällen aus.

BARC (Grafik: BARC)

Key-User im Fachbereich sind mit 25 Prozent die größte Anwendergruppe für Data Science. Und diesen Experten komme eine wachsende Bedeutung zu, so BARC: Ein Fünftel der befragten Unternehmen haben solche Experten angestellt, nur die Hälfte aber ist in einem Data Lab organisiert. 13 Prozent der Studienteilnehmer setzen bei dem Thema auf externe Dienstleister. Stärkste Treiber beziehungsweise Vordenker von Advanced Analytics sind das Management (39 Prozent), gefolgt vom Fachbereich Finanzen/Controlling (36 Prozent) und der BI-Organisation (36 Prozent).

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Praxisleitfaden für den Schutz von Unternehmen vor Ransomware

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Unternehmen, in denen die Fachbereiche die Treiber für Data-Science-Projekte sind, stecken derzeit überwiegend in der Phase der Use-Case-Identifikation und der Evaluierung von Prototypen. Organisationen, in denen Data-Scientist- und die IT solche Themen vorantreiben, sind häufig einen Schritt weiter und befinden sich meist in der Phase der Prototypisierung.

Erstere setzen Advanced Analytics zur Unterstützung von Entscheidungen ein (18 Prozent), jedoch nicht zur Prozessautomatisierung (0 Prozent). Für Data-Lab- und IT-getriebene Unternehmen stellt diese Automatisierung jedoch einen Schwerpunkt dar (13 Prozent).

Im Bereich Statistik sehen fachbereichsgetriebene Unternehmen die wichtigste Kompetenz. In Den Unternehmen die von der IT getrieben werden, ist dagegen die Kommunikation mit den Fachbereichen die wichtigste Kompetenz. (Bild: BARC)
Im Bereich Statistik sehen fachbereichsgetriebene Unternehmen die wichtigste Kompetenz. In Den Unternehmen die von der IT getrieben werden, ist dagegen die Kommunikation mit den Fachbereichen die wichtigste Kompetenz. (Bild: BARC)

Die Autoren von Business Application Research Center (BARC) schließen aus diesem Verhältnis, dass Kenntnisse professioneller Data Scientists sowie der IT gegenüber dem Fachbereich mehr Use Cases zulassen oder Advanced Analytics von Fachbereichen mit deutlich anderen Erwartungshaltungen genutzt werden.

Doch was bringen Advanced-Analytics-Projekte? Die Anwender solcher Technologien beziffern die Umsatzsteigerung auf 3 Prozent und die Kostensenkung auf 2 Prozent, gehen aber davon aus, dass hier zukünftig Werte von 8 beziehungsweise 9 Prozent zu erwarten sind.

Darüber hinaus sehen fachbereichsgetriebene Unternehmen ein besseres Verständnis des Wettbewerbs und der Kunden als wichtigen Mehrwert von Advanced-Analytics-Projekten an. Für IT- und Data-Scientist-getriebene Unternehmen liegt dieser bei besseren strategischen Entscheidungen und einem besseren Kundenverständnis.

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Optimierungsbedarf bei Logistikprozessen?

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12 Prozent der fachbereichsgetriebenen Unternehmen und 22 Prozent der IT- und Data-Scientist-getriebenen Unternehmen, glauben dass Advanced-Analytics-Projekte in Personaleinsparungen resultieren. Grund dafür ist die Automatisierung von Prozessen. Aber für solche Projekte sei laut BARC ein umfassendes IT- und Statistik-Wissen notwendig. Das sei häufig in den Fachbereichen nicht so stark vertreten. Damit lasse sich auch der geringe Durchdringungsgrad bei fachbereichsgetriebenen Unternehmen erklären.

Dennoch gibt es in allen Unternehmen gewissen Nachholbedarf, konstatieren die Experten von BARC. Vor allem im Bereich Statistik sieht das Würzburger Beratungshaus Defizite. Für fachbereichsgetriebene Unternehmen ist dies die wichtigste (44 Prozent), für IT- und Data-Scientist-getriebene Unternehmen die zweitwichtigste Kompetenz (36 Prozent), bei der zusätzlicher Bedarf besteht.

Die Moderation zwischen Fachbereich und IT halten 40 Prozent der IT- und Data-Scientist-getriebenen Unternehmen für ausbaufähig, aber nur 21 Prozent der fachbereichsgetriebenen Unternehmen.

Webinar

Digitalisierung fängt mit Software Defined Networking an

In diesem Webinar am 18. Oktober werden Ihnen die unterschiedlichen Wege, ein Software Defined Network aufzubauen, aus strategischer Sicht erklärt sowie die Vorteile der einzelnen Wege aufgezeigt. Außerdem erfahren Sie, welche Aspekte es bei der Auswahl von Technologien und Partnern zu beachten gilt und wie sich auf Grundlage eines SDN eine Vielzahl von Initiativen zur Digitalisierung schnell umsetzen lässt.

“Für die Use-Case-Identifikation, die Beurteilung von Prototypen und die Operationalisierung ist die Kommunikation zwischen Data Scientists, Fachbereichen und IT extrem wichtig”, kommentiert Sebastian Derwisch, Data Scientist bei BARC und Mitautor der Studie. “Hier sind Unternehmen, die Data Science auch im Fachbereich verankert haben, im Vorteil, da die Nähe zu den zu optimierenden Prozessen gegeben ist. IT- und Data-Scientist-getriebene Unternehmen müssen daran arbeiten, ein Verständnis für die Prozesse und Methoden im Bereich Advanced Analytics in den Fachbereichen aufzubauen und die analytische Kapazität zu stärken.”

Für die Studie “Advanced und Predictive Analytics” wurden 210 Teilnehmer aus der DACH-Region und einer breit gefächerten Branchenverteilung befragt. In einer weiteren Untersuchung haben die Experten die Analytics-Tools von zwölf internationalen Anbietern verglichen. Den Angeboten sind einige Merkmale gemein. Viele adressieren die Integration von Open-Source-Lösungen wie R, Python, H20 oder MLlib, die Operationalisierung von Advanced-Analytics-Modellen, Deep-Learning-Algorithmen oder kognitive APIs sowie spezielle Lösungen für Nutzer im Fachbereich.

Ausgewähltes Whitepaper

Digitalisierung des Vertragsmanagements

Verträge und vor allem Vertragsinhalte sind wesentliche Faktoren für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Dieses Whitepaper behandelt die Aspekte, die für eine Digitalisierung der Vertragsverwaltung sowie damit verbundener Prozesse sprechen und erläutert die Vorteile.

Im Quadranten der “Dominator” können sich IBM und SAS laut BARC gegenüber dem Wettbewerb klar als Vorreiter positionieren. Sie bieten in den oben genannten Bereichen gute Lösungen und haben das Portfolio konsequent entwickelt. Microsoft zählt nach der Übernahme von Revolution Analytics für die BI-Experten inzwischen ebenfalls zu den Market-Leadern. Die Technologie wurde in den SQL Server als Service integriert.

Auch Qlik führt BARC als Marktführer. Die geschäftsorientierte Plattform kann bei Reporting, Dashboard-Design, Analyse und App-Entwicklung sowie bei der Visualisierung punkten. Neben einer Analyse-Engine biete die Lösung auch eine responsive In-Memory-Verarbeitung.

Im Bereich der Challenger finden sich Alteryx, FICO, KNIME, RapidMiner, SAP und TIBCO. TIBCO hat sich in den letzten Monaten mit Statistica http://www.silicon.de/41647801/tibco-kauft-iot-analytics-spezialisten-statistica/ um eine reife Data-Science-Plattform verstärkt. Alteryx gewinnt mit dem Zukauf von Yhat bei Python und der Operationalisierung von Advanced-Analytics-Lösungen an Funktionalität.

Ausgewähltes Whitepaper

Cloud-Provider-Wahl ist Vertrauenssache

Inzwischen gibt es auch in Deutschland zahlreiche lokalisierte Angebote und Rechenzentren, auf die Anwenderunternehmen bei Cloud-Angeboten zurückgreifen können. Die Ergebnisse einer umfassenden Umfrage zeigen, auf welche Aspekte sie dabei besonders Wert legen.

FICO bietet als neue Lösung die Analytics Workbench, die neben interessanten Datenaufbereitungsfunktionen mit einer Jupyter Notebook-Integration aufwartet. KNIME hat sein Portfolio vor allem um das Thema Modelmanagement und Lösungen für den Citizen Data Scientist verstärkt. SAP bietet mit Predictive Factory eine webbasierte Lösung für das Management von Advanced-Analytics-Modellen.

Dataiku, Hitachi/Pentaho bezeihungswiese seit kurzem Hitachi Vantara und Information Builders zählt BARC zu den Spezialisten. Dataiku ist eine neue Lösung auf dem Markt für Advanced-Analytics-Plattformen und bietet eine sehr gute Integration mit Open-Source-Software. Information Builders bietet eine grafische Oberfläche für R-Bibliotheken, die direkt in WebFOCUS integriert ist und zusätzlich die Möglichkeit eröffnet, Modelle für die Operationalisierung in C-Code zu übersetzen.

Hitachi/Pentaho respektive Hitachi Vantara setzt laut BARC auf die bewährte Lösung Weka und bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Einbindung von Open-Source-Bibliotheken. Durch die Neuaufstellung des Unternehmens sind hier sicher zahlreiche Neuerungen oder auch strategische Erweiterungen zu erwarten. Einen ersten Ausblick darauf gibt Dominik Claßen, Director of Sales Engineering EMEA & APAC bei Hitachi Vantara in einem aktuellen Gastbeitrag bei silicon.de.

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Fünf wichtige Aspekte bei der Auswahl eines Wide Area Networks

Erfolgreiches Netz-Design kann die Produktivität deutlich verbessern und neue Chancen für die digitale Geschäftsentwicklung eröffnen. Ein unzureichend dimensioniertes WAN hemmt dagegen das produktive Arbeiten und führt zu Frustration bei Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden. In diesem Whitepaper erfahren Sie, worauf es zu achten gilt.

Die Angebote der Anbieter sind sehr heterogen, was die Auswahl eines passenden Produktes teilweise erschwert. Neben den untersuchten Angeboten gibt es natürlich noch zahlreiche weitere BI- und Analytic-Lösungen.

Für die Aufnahme in den BARC-Score muss das Portfolio im Advanced-Analytics-Kontext den gesamten analytischen Zyklus mit Funktionen unterstützen sowie eine grafische Modellierung von Advanced-Analytics-Modelle umfassen. Die Software muss vom Anbieter entwickelt und gepflegt werden und darf nicht an spezifische Technologien oder Datenbanken gebunden sein.

Mit der Hürde, dass die jährlichen Lizenz- und Wartungsumsätze mindestens eine Million Euro betragen und dass in mindestens zwei Weltregionen signifikante Geschäftsfelder geführt werden müssen, fallen viele Spezialisten aus der Wertung heraus.

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