Fujitsu hat “Babelfisch” erfunden und verkauft ihn ab 2018

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Im Gegensatz zu seinem aus dem Roman “Per Anhalter durch die Galaxis” bekannten Vorbild wird as “portable Sprachübersetzungssystem2 nicht ins Ohr eingeführt, sondern wie ein Namensschild an der Weste getragen. Das System ist etwa so groß wie eine Postkarte, erkennt die verwendete Sprache automatisch und aktiviert selbstständig die Übersetzungsfunktion.

Die Fujitsu Laboratories haben auf der Fachmesse CEATEC JAPAN 2017 ein portables Sprachübersetzungssystem mit integrierter Freisprechfunktion vorgestellt. Es ist etwa so groß wie eine Postkarte, lässt sich an der Kleidung anbringen und kann ohne die Hände zu verwenden bedient werden. Als potenzielle Anwender nennt Fujitsu zum Beispiel Ärzte und Pflegepersonal in Kliniken: Sie könnten damit mit Patienten in diversen Sprachen kommunizieren.

Fujitsu Hands-Free-Translation (Bild: Fujitsu)

Das Übersetzungssystem von Fujitsu erkennt automatisch, welche Sprache eine Person verwendet und aktiviert selbstständig die Übersetzungsfunktion. Der Hersteller gibt „unter typischen Einsatzbedingungen“ eine Spracherkennungsrate von 95 Prozent an. Das sei zum Beispiel in einer Klinikumgebung mit den dort üblichen Umgebungsgeräuschen (60 dB) und einem Abstand zwischen Patient und Arzt von etwa 80 Zentimetern der Fall.

Um zu erkennen, welche Person gerade spricht, verwendet das System hochempfindliche Mikrofone im Miniaturformat. Die Unterdrückung von Störgeräusche in der Umgebung, etwa von Klimaanlagen und Untersuchungsgeräten, soll sicherstellen, dass die Sprachsignale in bestmöglicher Qualität erfasst werden. Die Übersetzung wird automatisch vorgenommen ohne dass der Benutzer einen Knopf betätigen müsste. Die Fujitsu Laboratories griffen dabei auf Technologien des Schwesterunternehmens Fujitsu Connected Technologies zurück, die bei Mobiltelefonen zum Einsatz kommen.

 Der mobile Übersetzer lässt sich wie ein Namensschild tragen, ohne Hände bedienen und beginnt mit der Übersetzung automatisch  (Bild: Fujitsu)
Der mobile Übersetzer lässt sich wie ein Namensschild tragen, ohne Hände bedienen und beginnt mit der Übersetzung automatisch. (Bild: Fujitsu)

Fujitsu Laboratories will das System ab November 2017 in weiteren Krankenhäusern in Japan testen. Das dabei verwendete Übersetzungssystem unterstützt zunächst nur Japanisch, Englisch und Chinesisch. Später sollen weitere Sprachen hinzukommen. Mit der Vermarktung wird Fujitsu voraussichtlich ab April 2018 beginnen. Dann sollen auch potenzielle Kunden in der Tourismusbranche und in Behörden angesprochen werden.

Zu Kosten hat das Unternehmen noch keine Angaben gemacht. Auch wann mit der Vermarktung in Europa begonnen wird, ist noch offen. Es kann damit gerechnet werden, dass während des Fujitus Forums, das 2017 am 8. und 9. November in München stattfindet, das Gerät gezeigt und eventuell auch mehr zu den künftigen Plänen damit für Europa verraten wird.

Der “Babelfisch” aus dem Roman “Per Anhalter durch die Galaxis” von Douglas Adams ist ein Tierchen, das ins Ohr gesteckt wird und sich von Gehirnwellen ernährt. Seinem Wirt dankt er den Aufenthaltsort damit, dass er es ihm ermöglicht, alle gesprochenen Sprachen zu verstehen.

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Vergleiche damit hatte bereits die Vorstellung der Pixel Buds durch Google Anfang Oktober nahegelegt. Dabei ahndelt es sich um drahtlose Kopfhörer, die allerdings in erster Linie für den Google Assistant ausgelegt sind. Ein Druck auf den rechten Ohrhörer erlaubt es, Musik abzuspielen, Anrufe zu tätigen oder eine Reiseroute berechnen zu lassen. Zudem bieten die Pixel Buds eine Übersetzungsfunktion. Für alle Funktionen ist aber die Kopplung mit einem Smartphone erforderlich. Bei Fujitsu arbeitet das System autonom.

Bei Google sollen in das Mikrofon der Kopfhörer gesprochene Texte über einPixel-2-Smartphone in die gewünschte Sprache übersetzt und über den Lautsprecher des Telefons ausgebe werden. Die Pixel Buds sollen in Deutschland für 179 Euro in den Handel kommen. Interessierte Nutzer können sich bereits auf eine Warteliste setzen lassen.

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