Browser: Chrome schützt besser vor Weiterleitungen

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Der Browser ignoriert Redirects von iFrames von Drittanbietern künftig. Auch das Weiterleiten einer Seite im Hintergrund nach dem Wechsel zu einem neuen Tab soll er ab Anfang 2018 unterbinden. Der Pop-up-Blocker soll außerdem künftig angebliche Wiedergabe- und Download-Buttons erkennen.

Google hat neue Sicherheitsfunktionen für seinen Browser Chrome angekündigt. Sie sollen Nutzer besser vor unerwünschten Inhalten schützen. Konkret nimmt Google sogenannte Page Redirects ins Visier, die User meist zu Werbezwecken und ohne Vorankündigung auf eine neue Seite umleiten.

Google Chrome (Bild: Google)

Diese unerwünschten Weiterleitungen werden laut Google allerdings häufig nicht von der besuchten Seite, sondern von eingebetteten Inhalten von Drittanbietern veranlasst. “Der Autor der Seite hatte die Weiterleitung nie beabsichtigt”, schreibt Google-Produktmanager Ryan Schoen im Chromium-Blog. Deswegen ignoriere Chrome 64 künftig alle Weiterleitungen von Iframes von Drittanbietern und zeige stattdessen nur eine Infoleiste an. “Das hält die Nutzer auf der Seite, die sie gerade lesen.”

Redirects solcher Iframes wird Chrome nur noch nach einer Interaktion mit dem Nutzer ausführen. Allerdings weist Schoen darauf hin, dass auch Interaktionen missbraucht werden können. Als Beispiel nennt er einen Klick auf einen Link, bei dem sich ein neuer Tab öffnet, während der Ausgangstab im Hintergrund auf eine vollkommen andere Seite umgeleitet wird. Diese Technik umgehe letztlich Chromes Pop-up-Blocker. “Ab Chrome 65 erkennen wir auch dieses Verhalten, zeigen eine Infoleiste an und verhindern, dass der Haupt-Tab umgeleitet wird”, ergänzte der Produktmanager.

Eine dritte Funktion zum Schutz vor unerwünschten Inhalten, über die sich laut Google 20 Prozent der Chrome-Nutzer beschweren, soll ab Januar zur Verfügung stehen. Dann soll der Popup-Blocker von Chrome Umleitungen zu neuen Tabs verhindern, die über angebliche Wiedergabe- oder Download-Buttons geöffnet wurden. Auch transparente Overlays, die alle Klicks abfangen, um einen neuen Tab oder gar ein neues Fenster zu öffnen, soll der Popup-Blocker ab kommendem Jahr erkennen und unterbinden.

Websitebetreibern stellt Google über die Google Search Console zudem ein Tool zur Verfügung, das möglicherweise unerwünschtes Verhalten von Websiteelementen entdeckt. Das Abusive Experiences Report genannte Werkzeug soll den Betreibern helfen, ihre Seiten zu verbessern. Nach Googles Ansicht missbräuchliche Elemente, die nach 30 Tagen nicht entfernt wurden, sollen dann schließlich über den Popup-Blocker gesperrt werden.

Derzeit liegt Chrome in der Version 62 vor. Chrome 64 soll am 23. Januar 2018 erscheinen. Chrome 65 ist für den 6. März 2018 geplant.

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