Betrug mit Fake-Download von Windows Movie Maker

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Betrüger haben mittels Suchmaschinenoptimierung eine schon immer kostenlose und veraltete Software bei Google und Bing auf den vordersten Plätzen der Suchtrefferlisten platzieren können. Der Download ist kostenlos, allerdings ist selbst für triviale Funktionen der Kauf der gefälschten Vollversion erforderlich.

Betrügern ist es gelungen, eine gefälschte Version von Windows Movie Maker ganz oben in der Google-Suche zu platzieren. Bei Anfragen nach “Movie Maker” oder “Windows Movie Maker” wird die Webseite der Scammer in vielen Ländern – darunter auch in Deutschland – auf dem ersten oder zweiten Rang angezeigt. Die Anfang des Jahres eingestellte Videoschnittsoftware ist noch immer sehr gefragt. Die Betrüger können daher mit reichlich Traffic rechnen.

Windows Movie Maker Fake (Screenshot: ZDNet)

Um die gute Platzierung zu erreichen, haben sie die Webseite Windows-Movie-Maker.org registriert. Die Webseite wird in mehreren Sprachen angeboten, darunter auch Deutsch. Außerdem verwenden die Betrüger das echte Logo des Programms. So erwecken sie den Eindruck, es handle sich um eine Microsoft-Website. Ziel ist es, Nutzern für die schon immer kostenlose und inzwischen veraltete Software Geld abzunehmen. Dazu bieten die Betrüger die Software zwar kostenlos zum Download an, haben den Funktionsumfang aber so stark eingeschränkt, dass sie praktisch unbrauchbar ist.

Zum Beispiel lässt sich ein Projekt nicht speichern, ohne vorher bezahlt zu haben. Das Programm zeigt dann eine Zahlungsaufforderung für die “Vollversion” an. Die kostet 29,95 Dollar. Betroffenen rät die IT-Sicherheitsfirma Eset die Software umgehend zu entfernen und den Rechner mit Antivirus-Software zu überprüfen.

Mit Suchmaschinenoptimierung schaffen es die Scammer ganz nach oben (Screenshot: ZDNet.de)
Mit Suchmaschinenoptimierung schaffen es die Scammer ganz nach oben (Screenshot: ZDNet.de)

Diese Betrugsmasche ist nicht ganz neu. Allerdings ist es schon ein Kunststück, die betrügerische Download-Webseite bei Google ganz oben in der Trefferliste zu platzieren. Aber auch Microsoft passt beim Suchbegriff “Movie Maker” nicht auf. Seine Suchmaschine Bing zeigt die Webseite der Betrüger bei der Suche nach dem Begriff ebenfalls auf der ersten Seite an.

Windows Movie Maker wurde zuletzt 2012 aktualisiert. Den Support hat Microsoft im Januar 2017 eingestellt. Das Programm war Teil der Windows-Essentials-Suite und immer kostenlos erhältlich. Bei Windows ME und Windows 2000 war es sogar Teil des Betriebssystems.

Movie Maker wurde von Microsoft inzwischen durch Windows Story Remix ersetzt. Das Programm hat Microsoft in diesem Jahr zusammen mit neuen Features für das Herbst-Update von Windows 10 vorgestellt. Diese Universal Windows App ermöglicht es, Fotos und Videos zu “Geschichten” zusammenzufassen. Die lassen sich dann noch mit Musik, Themen und Übergangseffekten versehen.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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