Dresden will Europas IoT-Hauptstadt werden

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Die sächsische Landeshauptstadt ruft dazu ein Programm zur Innovationsförderung in IoT-Anwendungen ins Leben. Dass kann bereits auf Investitionszusagen bekannter Konzerne in Milliardenhöhe verweisen. Halbleiter-Technologie ist dafür die Grundlage, ein umfassendes Ökosystem das Ziel.

Dresden will seine Position als Zentrum für Lösungen im Bereich Internet der Dinge (IoT) ausbauen. Dabei baut die sächsische Landeshauptstadt auf ihrer langjährigen Tradition als Standort für Halbleiter-Entwicklung und Produktion auf, will sich aber durch diverse Initiativen auch in zukünftig interessante Segmente weiterentwickeln.

Dresden (Bild: Peter Marwan)

Eines der Standbeine dafür ist der im April 2017 an Dresden und Leipzig erteilte Zuschlag als Standorte in der nationalen Digital-Hub-Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums. Ziel des Konzepts ist es, Wissenschaftler, Produzenten und Anwender zu vernetzen. In Dresden geschieht das unter dem Dach des “Smart Systems Hub Dresden – Enabling IoT”. Die daran beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen bilden laut Stadtverwaltung “die komplette Forschungs- und Wertschöpfungskette für Smart Systems ab”. Er soll sich zu einem “globalem Digitalzentrum” entwickeln.

Diese ambitionierten Pläne stützen sich auch auf umfangreiche Investitionszusagen. In den nächsten Jahren wollen zum Beispiel Globalfoundries, Infineon, Bosch, die Fraunhofer-Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) dort insgesamt rund 4,5 Milliarden Euro in Entwicklung und Aufbau von Produktionsanlagen für Prozessoren, Sensoren, 5G-Mobilfunkmodule sowie in die Entwicklung von Software und IoT-Plattformen investieren.

“Damit wird Dresden zu einem weltweit führenden Leitstandort für IoT-Basistechnologien. Aus Dresden kommen Technologien und Produkte, die in IoT-Anwendungen in der industriellen Produktion, in neuen Mobilitätslösungen, in intelligenten Stromnetzen oder in der Gesundheitsbranche eingesetzt werden”, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert in einer Pressemitteilung.

Seit 2013 entwickelt Bosch in Dresden bereits  Schaltkreise für mikro-elektromechanische Sensoren (MEMS). Künftig sollen die wohl auch dort gefertigt werden (Bild: Bosch)
Seit 2013 entwickelt Bosch in Dresden bereits Schaltkreise für mikro-elektromechanische Sensoren (MEMS). Künftig sollen die auch dort gefertigt werden (Bild: Bosch)

Auf dem Campus der TU Dresden entsteht zudem ein offen konzipiertes Co-Innovation Center. Es soll das neue Herzstück des Digital-Hubs werden. Dafür investiert der Freistaat Sachsen rund 100 Millionen Euro. Parallel dazu fördert die sächsische Landeshauptstadt Innovationen in den Anwendungsbereichen Industrie 4.0, Smart City, moderne Energiesysteme und neue Materialien. 2017 stehen dafür mindestens 350.000 Euro zur Verfügung, für 2018 sind 500 000 Euro eingeplant. Das Förderprogramm richtet sich an Gründer, Start-ups aus dem Bereich der Hochtechnologie sowie kleine und mittelständische Unternehmen, Forschungseinrichtungen und im Rahmen von Unternehmensverbünden auch Großunternehmen.

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