HP schließt kritische Sicherheitslücke in Enterprise-Druckern

Sicherheit

Sie erlaubt das Einschleusen und Ausführen von Schadcode aus der Ferne. Der Bug wird unter anderem durch eine “unzureichende” Signaturprüfung von Firmware-Dateien ermöglicht. HP ist das Problem schon seit August bekannt. Updates stehen ab sofort zur Verfügung.

HP hat neue Firmware-Versionen für seine Enterprise-Drucker bereitgestellt. Sie schließen eine als kritisch eingestufte Sicherheitslücke, die das Einschleusen und Ausführen von Schadcode aus der Ferne ermöglicht. Entdeckt wurde die Anfälligkeit mit der Kennung CVE-2017-2750 von Forschern von FoxGlove Security, die technische Details in einem Advisory veröffentlicht haben.

HP Laserdrucker mit JetIntelligence (Bild: Hewlett-Packard)Bei Tests von zwei Druckern – HP PageWide Enterprise Color MFP 586 und HP Color LaserJet Enterprise M553 – waren die Forscher in der Lage, den Code bestimmter Firmware-Dateien mit der Endung “BDL” per Reverse Engineering zu extrahieren. Danach entwickelten sie eigene Firmware-Dateien, um herauszufinden, wie die Signaturprüfung funktioniert, mit dem Ziel, diese Sicherheitsmaßnahme zu umgehen.

Dabei fanden sie heraus, dass HP eine “unzureichende” Lösung zur Signaturprüfung von DLL-Dateien einsetzt. Das erlaubte es ihnen wiederum, eine speziell gestaltete Malware zu entwickeln, die Sicherheitsanfälligkeiten der Drucker ausnutzt, um Schadcode auszuführen. Den Bug, der HP bereits am 21. August gemeldet wurde, bewerten die Forscher mit 8,1 Punkten im zehnstufigen Common Vulnerability Scoring System (CVSS).

In einer eigenen Sicherheitsmeldung weist HP darauf hin, dass auch weitere Drucker von der Anfälligkeit betroffen sind. Unter anderem nennt das Unternehmen die Modellreihen HP Color LaserJet Enterprise M651, HP Color LaserJet M680, HP LaserJet Enterprise Flow MFP M631 und HP PageWide Enterprise Color X556.

Die Firmware-Updates können ab sofort über HPs Firmware Search Tool heruntergeladen werden. Das Unternehmen empfiehlt seinen Kunden, die Aktualisierungen einzuspielen, um sich vor den Schwachstellen zu schützen.

HP ist nicht der einzige Druckerhersteller, der von Sicherheitslücken seiner Geräte betroffen ist. Eine im Frühjahr durchgeführte Untersuchung der Universität Bochum hat ergeben, dass nahezu jeder netzwerkfähige Drucker Schwachstellen aufweist.

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