Fremdwort Ransomware – Die meisten Nutzer sind ahnungslos

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Erpressungsversuche durch virtuelle Schädlinge sind nur einer Minderheit der Internetnutzer bekannt, aber Unwissenheit schützt vor Schaden nicht!

Nur 4 von 10 Internetnutzern wissen von den Gefahren, die von virtuellen Schädlingen ausgehen. Doch auch unter denjenigen, die von diesen Gefahren wissen, sind Backups und andere Schutzmaßnahmen die Ausnahme, wie aus einer aktuellen repräsentativen Befragung des Digitalverbandes Bitkom hervorgeht.

Die Ransomware Jigsaw setzt dem Opfer die virtuelle Pistole auf die Brust und gewährt nur wenig Zeit, um den Forderungen nachzukommen. (Bild: IBM X-Force)
Die Ransomware Jigsaw setzt dem Opfer die virtuelle Pistole auf die Brust und gewährt nur wenig Zeit, um den Forderungen nachzukommen. (Bild: IBM X-Force)

Ransomeware ist nicht nur für Privatnutzer, sondern auch für Unternehmen ein wachsendes Problem. Trotz der Warnung verschiedener Experten, den Zahlungsaufforderungen nach zu kommen, scheint die Erpressung über Malware nach wie vor ein lukratives Geschäft für die Kriminellen zu sen.

So erlangte der Schädling WannaCry Mitte des Jahres traurige Berühmtheit, nachdem weltweit mehr als 200.000 Rechner von der Erpresser-Software verschlüsselt wurden.

“Wer sich im Internet bewegt, der muss sich auch über mögliche Bedrohungen informieren. Schon mit wenigen Maßnahmen kann man sich schützen oder Schaden minimieren“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom.

52 Prozent derjenigen Nutzer, die mit dem Begriff Ransomware vertraut sind, geben an persönlich Angst zu haben, Opfer einer solchen digitalen Erpressung zu werden. Aber nur rund 56 Prozent bereiten sich aktiv auf solche Angriffe vor, etwa durch regelmäßige Backups der Daten. 41 Prozent geben an, trotz der Sorgen keine besonderen Schutzmaßnahmen vorgenommen zu haben.

Dennoch warnt auch der Bitkom davor, den Forderungen der Kriminellen nachzukommen. Dagegen sprechen gleich mehrere Gründe. Durch die Zahlung fördert man das kriminelle Geschätsmodell. Zudem steigt dadurch das Risiko, dass man ein weiteres Mal Opfer von Hackern wird. Und Bitkom-Geschäftsführer Rohleder kennt einen weiteren Grund: “Ob nach Bezahlung des verlangten Lösegelds die Daten wirklich entschlüsselt werden, ist höchst ungewiss. Auch deshalb sollte sich niemand auf eine solche Erpressung einlassen.” Die Erpresser fordern zudem immer höhere Summen

Wichtiger als die Frage, was in einem Schadensfall zu tun ist, ist jedoch die Vorsorge: “Zunächst einmal gilt es, mit einer starken Firewall und Virenschutzprogrammen dafür zu sorgen, dass niemand den eigenen PC verschlüsseln kann.” Auch wenn die Daten rettungslos verloren sind, kann man den eigenen PC über ein Backup wieder herstellen. Voraussetzung dafür aber ist, dass eine solche Sicherungskopie vorhanden ist.

Im Schadensfall rät der Bitkom auch sich an die Behörden zu wenden. Die Landeskriminalämtern etwa bieten die Zentrale Ansprechstelle Cyberkriminalität (ZAC). Eine weitere Möglichkeit, unbürokratisch Hilfe zu bekommen ist das Projekt NoMoreRansom.org, zu dem sich Behörden und Sicherheitsanbieter zusammengeschlossen haben.

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