Dell plant VMware-Übernahme oder Börsengang

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In einem Reverse Merger würde sich Dell von VMware übernehmen lassen, wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Dell hat Berichte bestätigt, wonach das Unternehmen strategische Optionen zur Beschaffung zusätzlicher Geldmittel prüft. In einer Börsenpflichtmeldung nennt der PC-Hersteller zwei Alternativen: die Rückkehr an die Börse und einen Zusammenschluss mit der Tochter VMware.

Dell EMC (Grafik: Dell EMC)

Zu der Meldung war Dell als nicht börsennotiertes Unternehmen verpflichtet, weil es rund 82 Prozent der Anteile an VMware besitzt – einem börsennotierten Unternehmen. Als Folge musste Dell die Pläne nun gegenüber der Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission offen legen. Dell betonte, dass es normalerweise derartige Überlegungen geheim halte, “bis bestimmte Schritte entschieden wurden”.

Ein Zusammenschluss mit VMware wäre jedoch keine Übernahme durch Dell, sondern ein sogenannter Reverse Merger. Dadurch würde Dell nicht die restlichen rund 20 Prozent von VMware kaufen, sondern VMware würde die Mehrheit der derzeit nicht an der Börse gehandelten Dell-Anteile erwerben. Für diese Option ist eine Sperrklausel verantwortlich, die Dell eine Übernahme von VMware bis einschließlich September 2018 untersagt.

VMware äußerte sich am Freitag in einer Pressemitteilung ebenfalls zu der Börsenpflichtmeldung von Dell. “Wir sind nicht in der Position, über den Ausgang von Dells Überlegungen über mögliche strategische Optionen zu spekulieren”, wird darin VMware-CEO Pat Gelsinger zitiert. “Dell war, seitdem es unser Mehrheitseigner wurde, ein unglaublicher Partner, während wir unser Wachstum beschleunigt haben. Wir freuen uns über Dells weitere Unterstützung, während wir in den kommenden Jahren unsere Wachstumspläne umsetzen.”

Ende vorletzter Woche hatten US-Medien berichtet, Firmengründer Michael Dell stehe unter Druck, die Profitabilität seines Unternehmens zu erhöhen. Die Übernahme von EMC im Jahr 2016 für rund 67 Milliarden Dollar habe weder die erhofften Kostensenkungen noch die vorhergesagten Zuwächse erbracht. Zudem höhlten steigende Produktionskosten die Margen aus.

Als weitere Alternativen wurden in den Berichten ein Verkauf oder ein Börsengang der Software-Sparte Pivotal genannt. Die Geldmittel aus einem Börsengang könnte Dell benutzen, um seinen Schuldenberg abzubauen. Der Computerhersteller soll bei seinen Gläubigern mit 46 Milliarden Dollar in der Kreide stehen.

[mit Material von Natalie Gagliordi, ZDNet.com]

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