Godelef Kühl

ist ERP-Branchenkenner und als Vorstandsvorsitzender der godesys AG "verantwortungsvoller und pragmatischer Unternehmer mit Bodenhaftung".

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Auswirkungen des digitalen Wandels auf ERP-Lösungen

Kurz und knackig: Im Blog für silicon.de beantwortet Godelef Kühl, Vorstandsvorsitzender der godesys AG, die aus seiner Sicht wichtigsten drei Fragen, denen sich der deutsche Mittelstand in Bezug auf Digitalisierung bei seinen ERP-Systemen stellen sollte.

Die Digitalisierung verändert die Welt schneller als alle bisherigen technischen Revolutionen. Binnen weniger Jahre haben sich viele Branchen massiv gewandelt. Für den deutschen Mittelstand stellt sich die spannende Frage, welchen Nutzen er daraus ziehen kann und wie moderne ERP-Systeme dabei Unterstützung leisten. Dabei stehen drei Fragen im Mittelpunkt.

Wie hat sich die Rolle von ERP im Unternehmen durch Trends wie Cloud Computing, mobiles Internet und andere verändert?

Die ERP-Branche steht vor der Herausforderung, spezifische betriebswirtschaftliche Prozesse zu unterstützen. Mobile ERP-Lösungen dürfen sich von stationären nicht unterscheiden. ERP muss vielmehr geräteunabhängig funktionieren. Die zentrale Administration steht deshalb besonders im Fokus.

Unternehmen müssen in der Lage sein, Prozessketten über diverse Endgeräte hinweg zu steuern. Das Thema Cloud Computing im ERP-Bereich ist generell eine Deployment-Frage. Es geht in erster Linie darum, dass Anwendungen in höherem Maße vorkonfiguriert werden, wodurch Unternehmen einer steigenden Komplexität aus dem Weg gehen können.

In puncto Security ist das Cloud-Modell besonders für mittelständische Unternehmen attraktiv, da sie so das Sicherheitsmaß eines ausfallsicheren Rechenzentrums erhalten, was ansonsten für kaum einen Mittelständler bezahlbar wäre.

Welches sind die drei wichtigsten Herausforderungen an ERP-Systeme in Unternehmen heute?

Die IT und insbesondere die ERP-Lösung ist in erfolgreichen mittelständischen Unternehmen zentraler Bestandteil – und zwangsläufig mit allen Geschäftsprozessen vernetzt. Sie unterstützt nicht nur das gewählte Geschäftsmodell, sondern ermöglicht dies bisweilen sogar erst.

Um eine schnelle Reaktionszeit und Kompatibilität innerhalb der Geschäftsprozesse gewährleisten zu können, darf das ERP daher auf keinen Fall eine Insellösung sein. Stattdessen sollte eine zeitgemäße Software auf einer flexiblen, service-orientierten Architektur (SOA) basieren, um damit auch individuelle eigene Anwendungsszenarien schnell aufbauen zu können. Gründet die SOA zudem auf Open-Source-Komponenten, kann sie ohne großen Aufwand als Grundlage zur Entwicklung und Integration individueller Geschäftslösungen genutzt werden.

Worauf müssen Firmen besonders achten, wenn sie heute über den Ausbau und/oder die Erneuerung bestehender ERP-Systeme nachdenken?

Neben leistungsstarken Funktionen sind Softwareergonomie und Benutzerfreundlichkeit eines ERP-Systems enorm wichtig. So sind Unternehmen intuitive Bedienungsmöglichkeiten durch alle Anwendungen hindurch mittlerweile von jedem Smartphone gewohnt. Zwangsläufig sollte eine moderne ERP-Lösung dies ebenfalls bieten und über ein übersichtliches und klares Interface verfügen.