Detlef Eppig

Detlef Eppig ist der Allrounder bei Verizon: Er ist sowohl Deuschlandchef als auch Director Network Operations für Zentral- und Osteuropa. Nicht nur deshalb zählt Eppig zu den "alten Hasen" der Branche.

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Das “lebende” Netzwerk: Rückgrat agiler Unternehmen

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Die Art und Weise, wie Netzwerkdienste bereitgestellt werden, durchläuft aktuell einen nie da gewesenen Wandlungsprozess. Es ist der größte, den die Branche seit der Etablierung von Multiprotocol Label Switching (MPLS) Anfang des Jahrtausends erlebt hat, Detlef Eppig, Geschäftsführer Verizon Deutschland. 

Traditionelle Netzwerke haben in der Vergangenheit ihren Zweck erfüllt, solange die Marktnachfrage weniger dynamisch verlief. Moderne Unternehmen müssen allerdings innovativer und vor allem agiler sein. Die Netzwerke von gestern sind im Lauf der Zeit komplexer geworden und aus operativer Sicht schwieriger zu managen. Die meisten lassen keine schnelle Skalierung von Anwendungen zu, was zu langwierigen und schmerzhaften Deployment-Zyklen führt.

Zudem müssen Netzwerke heute härter arbeiten, um mit der zunehmenden Nachfrage nach Bandbreite mitzuhalten. Der Branchenanalyst IDC prognostiziert, dass der digitale Wandel allein 2016 die Connectivity-Level in sämtlichen Branchen um 50 % in die Höhe treiben wird.

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Wir sind der Überzeugung, dass es für Netzwerke an der Zeit ist, den Wandel hin zu einem virtualisierten Modell zu vollziehen. Dabei kommt eine ähnliche Technologie zum Einsatz wie die, die zur Disruption in Datencentermarkt geführt hat. Für die Unternehmen geht es vor allem darum, die Balance zwischen Agilität, Performance, Kosten und Sicherheit zu finden, die aufgrund des Wachstums bei Mobile-to-Cloud-Anwendungen sowie des Internet of Things erforderlich geworden ist.

Was bedeutet das in der Praxis?

Virtualisierte Netzwerke wie die von uns in Betrieb genommene Lösung Virtual Network Services leisten, was das Software Defined Network (SDN) verspricht. Im Wesentlichen unterstützen sie Unternehmen dabei, aus ihrem physischen Netzwerk ein on-Demand verfügbares, virtuelles Netzwerk zu machen. Anstatt spezielle Hardware bereitzustellen, können sie bei Bedarf virtuelle Instanzen von Netzwerkdiensten auslagern, etwa Sicherheit und WAN-Optimierung. Das Unternehmen bekommt dann jene schnelle Agilität, die für Netzwerk und Serviceleistungen erforderlich ist. Die virtuellen Services sind so miteinander vernetzt, dass sie übergangslos miteinander kooperieren.

Das Netzwerk wird zu einem „lebenden“ Asset, das sich blitzschnell an die Anzahl der Standorte und Nutzer, die von der Anwendung geforderte Bandbreite und die Anwendungsauslastung durch die Mitarbeiter anpasst. So entsteht ein sicheres, hochleistungsfähiges, effizientes Netzwerk.

Diese neuen Dienste wird es „as-a-Service“ geben. Sie werden das Netzwerk von Grund auf verändern und in Software-basierte Lösungen auf offenen Plattformen verwandeln. Damit entfernt sich das Angebot deutlich von aktuell üblichen Netzwerkbereitstellungs- und -nutzungsmethoden. Treibende Kräfte hinter dieser Veränderung sind die Digitalisierung der Wirtschaft, IP-Kommunikation, Internet-Video sowie Mobile-to-Cloud.

Die neue Art zu denken

Virtualisierte Netzwerke sind ideal für Unternehmen mit einer verteilten Organisationsstruktur und zahlreichen Standorten. In die Tage gekommene Netzwerke benötigen eine Auffrischung ihrer Hardware. Aufgrund von beschränkten oder rückläufigen Investitionsbudgets suchen Unternehmen ebenso wie Early Adopters nach innovativen Wegen, ihr Geschäft voranzubringen.

Technologische Entwicklungen hatten in jüngster Zeit extrem disruptiven Charakter: neue Wege der Datenerfassung, der Kommunikation und zur Steigerung der geschäftlichen Resultate. Nicht jede Organisation ist in der Lage, rasch seine Denkweise diesen Entwicklungen anzupassen.

Aus unserem IDC-Bericht geht hervor, dass zahlreiche Firmen und Behörden mit der Komplexität der Technologie und dem neuen Partner-Ökosystem zu kämpfen haben. Weiter mangelt es ihnen an digitalem Fachwissen. Der Investitionsfreude schadet das nicht; nur 20 Prozent sagen, sie hätten keinerlei Pläne, in SDN zu investieren. Laut IDC ruft jedoch die Entscheidung, in neue Technologien zu investieren, ohne intern über adäquate Kenntnisse oder Unterstützung durch Partner zu verfügen, eine “potenziell gefährliche” Situation hervor.

Unternehmen können beruhigt sein: Da draußen wartet Hilfe und Rat. Ich würde ihnen dringend raten, sich nach Partnern mit der gleichen strategischen Vision umzuschauen, die obendrein globale Markterfahrung und die nachweislichen technologischen Kenntnisse mitbringen, um die jeweilige Branche und Infrastruktur zu verstehen. Denn nur so können sie unterstützend bei der Nutzung allerneuster Technologien mitwirken, mit denen neue Marktanteile erobert, Kunden optimal bedient und Chancen maximal genutzt werden – heute und in Zukunft.