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Die Ära der App mit Bewusstsein

Wir leben in der Ära der Apps. Es gibt keine Grenzen mehr. Programmierung und Entwicklung sind nicht mehr auf technische Werkzeuge beschränkt – es zählt die Kraft der Idee. Für uns Menschen bedeutet der Aufstieg kognitiver Apps und die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz [1] (KI), dass wir intelligentere Entscheidungen treffen können.

Deshalb: Wie bewusst sind Sie sich über den Einfluss, den die sich rasch entwickelnden bewussten Apps [2] auf unser Geschäftsleben haben werden? Und was wissen Sie darüber, wie Biometrie uns zu digital versierteren Cyber-Citizens machen kann?

Die Zukunft der Apps

Eine Studie mit dem Titel “The Future of Apps” (FoA), die F5 Networks in Auftrag gegeben hat, zeigt auf überzeugende Weise, wie Anwendungen in den nächsten Jahrzehnten das Verhalten der Konsumenten beeinflussen und Geschäftsmodelle grundlegend transformieren werden.

Die Studie zitiert verschiedene Fachleute aus den Bereichen Cyber-Sicherheit und Biometrie sowie aus führenden Technologieunternehmen, die Voraussagen über die transformative digitale Gesellschaft treffen. Angesichts der explodierenden Datenökonomie werden neue Ansätze für Risikomanagement und Datenschutz auf KI und Maschinenlernen setzen. Sie werden es Anwendungsentwicklern ermöglichen, innovativ zu sein, in einer Welt, die immer abhängiger wird von einem vernetzten Mensch-Maschine-Ökosystem.

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Die Integration von KI in die Analyse des Kaufverhaltens [3] wird auch für Kunden neue Erkenntnisse bringen und ihnen mehr Möglichkeiten eröffnen, Dienstleistungen zu entdecken und auszuwählen. Vertrauen ist der Schlüssel, der die Tür zu neuen Geschäftsbeziehungen öffnet.

Mostafa Zafer, IBM MEA, erklärt in der FoA-Studie: “Ich denke, wir werden an den Punkt kommen, an dem die App eine Empfehlung gibt, ob ich den Dienst wählen oder die Transaktion ausführen soll oder nicht. Es muss also eine ratgebende Komponente geben, und ich glaube, dass das die Hauptrolle der KI in der App sein wird – mir als Ratgeber zur Seite zu stehen, wenn ich die App nutze.”

Viele Experten glauben, dass das stetige Wachstum von Open Source eine Herausforderung für die Qualitätskontrolle darstellen und eine wache Community erfordern wird, die auf höhere Zuverlässigkeit und Sicherheit achtet. Die Regulierung von Open Source ist schwierig, sie wirft in Bezug auf Rechenschaft mehr Fragen auf, als sie beantwortet, vor allem dann, wenn eine Identität gekapert wurde.

Zum Aspekt der Sicherheit erklärte Rebecca Parsons von der Beratungsfirma Thoughtworks gegenüber F5 Networks: “Je mehr Menschen auf Bedrohungen wie Backdoors aufmerksam werden, desto mehr interessieren sie sich für Open Source [4], da die Community als Ganzes den Code ansehen und entscheiden kann: ’OK, ich glaube, dass das sicher ist und keine Hintertür hat’.”

Künstliche Intelligenz (Bild: Shutterstock/agsandrew) [5]

Neue Möglichkeiten erkennen

Fakt ist, dass intelligente Anwendungen eine zentrale Rolle in einer revolutionären digitalen Wirtschaft spielen, die unsere gesamte interaktive Welt prägt. Augmented Reality [6] (AR) und Biometrie werden für eine Zukunft sorgen, in der Schnittstellen mit Apps neue Möglichkeiten für Handel, Unterhaltung und die Lösung komplexer Herausforderungen bieten.

Die Fertigung wird ein nahtloser Prozess sein, der Mensch und Maschine verbindet und die Wahrnehmungsfähigkeit der Menschen verbessert, einschließlich AR in Produkten wie Kontaktlinsen. “Wir wissen, dass 2020 ein Drittel der Verbraucher Augmented-Reality-Anwendungen in der einen oder anderen Form nutzen wird, zum Beispiel für AR-Handel. Deshalb sehen wir das als besonders relevant für den Einzelhandel”, erklärte Dany El Eid von Pixelbug.

Es ist bemerkenswert, dass Entwickler und Wissenschaftler gerade die Grenzen der Bewusstseins-Vernetzung verschieben. Die Vorstellung, dass die Wissenschaft uns ermöglichen kann, geografische Grenzen aufzulösen, etwa durch holografische und eventuell auch telepathische Telekonferenzen, wird unseren sozialen und geschäftlichen Austausch auf nachhaltige Weise verändern. Der Einsatz von Biometrie und die direkte Kopplung von Menschen mit der Cyber-Welt eröffnet der automatisierten Immersion völlig neue Dimensionen.

Neil Harbisson [7] ist ein Cyborg-Aktivist und dafür bekannt, dass er sich als erster Mensch überhaupt eine Antenne in den Schädel implantieren ließ. Er wurde komplett farbenblind geboren und sieht die Welt nur in Grautönen wie in einem Schwaz-Weiß-Film. Er ließ sich eine Antenne in seinem Kopf einbauen. Damit hört er sichtbare und sogar unsichtbare Farben wie Infrarot und Ultraviolett als Töne.

Zudem kann er darüber Bilder, Videos, Musik oder Telefonate von externen Geräten wie Smartphones oder Satelliten direkt in sein Gehirn übertragen. In der FoA-Studie wird er wie folgt zitiert: “Wenn ein Teil von Ihnen elektronisch, kybernetisch oder technologisch ist, kann dieser während Ihrer Lebenszeit besser werden, da sich die Technik ständig weiterentwickelt. Statt dass Ihre Sinne mit fortschreitendem Alter immer mehr nachlassen, werden Sie feststellen, dass diese immer besser werden, je älter Sie werden.”

Anwendungen werden immer intelligenter, und sie werden zum Mittler für unsere Wahrnehmung von und unseren Zugang zur physischen Welt um uns. Transhumanismus will mit eingebetteten Apps unser kognitives Denken verbessern und die Entscheidungsfindung beschleunigen, außerdem wird das softwarezentrierte App-Ökosystem unsere Organe steuern. Unsere Körper und Gedanken werden eins werden mit der Technologie und den integrierten Funktionalitäten. “Ich glaube, das Wort ‘Applikation’ könnte bald auch verwendet werden, wenn man ein neues Organ oder ein neues Sinnesorgan dazubekommt”, prognostiziert Neil Harbisson.

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Genau das aber wird Cyber-Experten vor neue Herausforderungen stellen, da Hacker und Cyber-Kriminelle zunehmend Übung darin bekommen werden, Identitäten zu kapern und zu stehlen. Der Begriff “sich in einen Menschen hacken” könnte schon bald weit verbreitet sein, wenn entsprechende Cyber-Tools in die falschen Hände geraten.

Neue Realitäten

Die Gefahr, dass “neue Realitäten” von Cyber-Kriminellen geschaffen und manipuliert werden, wirft viele Fragen bezüglich der Zukunft von Apps auf. Cyber-Sicherheitsexperten werden weiterhin mit Bots zu kämpfen haben und alles daran setzen, sensible Daten zu schützen. Der Erfolg dafür hängt von der Fähigkeit und Fertigkeit Einzelner und von Unternehmen ab, ganz bewusst unser Bewusstsein zu schützen – und diese Zukunft rückt in greifbare Nähe. Wie bewusst schützen Sie Ihre Apps künftig?