Venugopal Lambu

Venu Lambu ist Senior Vice President, Global Head, Markets bei Cognizant Infrastructure Services (CIS). Neben seiner Arbeit an IT-Infrastruktur-Outsourcing-Modellen und der Vereinfachungen von IT-Systemen hegt Lambu eine Passion für Golf und Kurzfilme.

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Die Vorteile vertikaler Cloud-Dienste

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Sicherheits- und Compliance-Anforderungen wie Basel III oder die EU Datenschutzrichtlinien (GDPR) können Unternehmen – zumindest teilweise – durch die Cloud auf die Anbieter-Seite abwälzen, erklärt Venugopal Lambu, von Cognizant Infrastructure Services (CIS).

Immer mehr Unternehmen setzen auf die Cloud und profitieren dabei von den Vorteilen für Innovation, Skalierbarkeit und Agilität. Dies führt zu neuen Geschäftsmodellen und einem allgemeinen Geschäftswachstum. Aufgrund der bereits stark verbreiteten Virtualisierung im Unternehmensumfeld sind die IT-Strategien in diesen Firmen auf eine Cloud-Nutzung ausgerichtet, sowohl um Kosten zu senken als auch Innovationen zu fördern. Und immer mehr Unternehmen suchen nach Mitteln und Wegen, um durch entsprechende Cloud-Strategien die Last von Compliance-Vorschriften und Sicherheitsanforderungen zu senken.

Gleichzeitig gibt es auch immer mehr “as-a-service”-Angebote. Dazu zählen zum Beispiel Infrastructure-as-a-Service (IaaS), Platform-as-a-Service (PaaS), Desktop-as-a-Service (DaaS), Disaster Recovery-as-a-Service (DRaaS), Software-as-a-Service (SaaS) – um nur einige zu nennen. Der nächste Entwicklungsschritt ist hier XaaS, also “Anything-as-a-service“, was als Grundvoraussetzung für die vertikale Cloud gesehen werden kann. Diese liefert Kernanwendungen, Werkzeuge und die begleitende Infrastruktur, damit Unternehmen selbst Cloud-Dienste an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen können.

Die vertikale Cloud ermöglicht es Firmen, selbst zu entscheiden, was in der Cloud und was “on premise” betrieben wird, je nach Sicherheits- und Compliance-Anforderungen. So ist beispielsweise in der Finanz- oder Versicherungsbranche Compliance maßgeblich für die Wahl einer IT-Infrastruktur. Jüngste Verordnungen im Banken- und Finanzbereich – wie beispielsweise Basel III oder die EU Datenschutzrichtlinien (GDPR) – sorgen dafür, dass Compliance nicht nur 2015 sondern auch darüber hinaus Investitionsfokus bleibt.

Doch dank der Verwendung einer vertikalen Cloud geht die Verantwortung hier an die Cloud-Anbieter über. Denn diese bieten meist von Haus aus bewährte und wiederverwendbare Kontroll- und Sicherheitsrahmenbedingungen. Vertikale Cloud-Angebote kommen dabei auf Wunsch bereits im Paket mit den erforderlichen Regulierungsauflagen und ermöglichen es Unternehmen somit, sich nicht selbst mit der Compliance beschäftigen zu müssen.

Wolkige Aussichten

Laut Analysten weltweit wird dabei die Cloud-Nutzung auch weiterhin zunehmen. Allein 2015 sind laut IDC die globalen Ausgaben für Cloud-IT-Infrastrukturen um 24,1 Prozent auf 36,2 Milliarden US-Dollar gestiegen – was einem Drittel der Gesamtausgaben für IT-Infrastrukturen entspricht. Auch in Deutschland nutzen immer mehr Firmen Cloud-Lösungen. So hat eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom ergeben, dass mittlerweile bereits 44 Prozent der deutschen Unternehmen entsprechende Lösungen einsetzen. Und weitere 24 Prozent denken über einen Einsatz von Cloud Computing nach.

Hauptfaktoren für den Einsatz von Cloud-Lösungen sind dabei Branchenwettbewerb und die Geschwindigkeit des Wandels, der durch die Digitalisierung hervorgerufen wird. Immer mehr Firmen erkennen dabei, dass Cloud-Lösungen ihnen eine problemlose Skalierbarkeit ermöglichen. So können sie auf alle geplanten und ungeplanten Marktveränderungen schnell und sicher reagieren. Im Folgenden wird eine Auswahl dieser Phasen erläutert, die durch rasante Evolution die Anwendung der vertikalen Cloud vorantreiben – ein Konzept, dass alles andere umfasst.

  • Die Wirtschaft der Cloud-Dienste ist hier: Der aktuelle Trend der Cloud-Nutzung ist, Asset Management und traditionelle Methoden, um Geschäftsergebnisse zu erzielen, zu hinterfragen. Das bedeutet eben kein klassisches Entwickeln, Testen und Reparieren mehr. Stattdessen gibt es zahlreiche flexible „as-a-Service“-Dienstleistungen, die von Cloud-Firmen angeboten werden. Mit diesen können Unternehmen direkt technologische Lösungen anwenden. IT-Abteilungen sind also frei, sich mit IT-Architektur und -Beratung zu beschäftigen. Aus Sicht der IT-Infrastruktur ist also die Erwartung an die Cloud-Dienste die, dass Wertschöpfung direkt aus der getätigten Investition erfolgt – statt wie bisher auf tradtionelle und mühsamere Art und Weise.
  • Anything-as-a-Service als Vorläufer der vertikalen Cloud: Der Gedanke – “Eigentlich kann alles in die Cloud wandern” – sorgt dafür, dass bereits jetzt manche Unternehmen die Möglichkeit prüfen, ihre gesamte IT in die Cloud zu verlagern. “Anything-as-a-Service” (XaaS) lautet das Zauberwort, hinter dem diese Firmen ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis vermuten. Nichtsdestotrotz führt die digitale Umwälzung über Branchen hinweg dazu, dass auch in Zukunft manche Dinge einfach nicht in die Cloud ausgelagert werden können. Die Unternehmen stehen vielmehr vor der Aufgabe, neue Herausforderungen zu meistern. Big Data Analytics, Cognitive Computing, eine stetig wachsende Mobilität, die sogenannten “smarten” Lösungen und das Internet der Dinge sind nur einige der Beispiele für Digitalisierung, mit denen Firmen sich nun auseinandersetzen müssen.

Sicherheits- und Compliance-Vorschriften sind komplex und erschöpfend und fordern von IT-Infrastrukturen und Anwendungen, dass diese ständig bereit für wechselnde Anforderungen sind. Die vertikale Cloud hilft Unternehmen dabei, nicht nur schneller und konstanter zu wachsen und Wettbewerbsvorteile zu erlangen, sondern auch, diese Vorschriften und Anforderungen einfach und sicher zu erfüllen.

Tipp: Der Einsatz eines Cloud-Services befreit ein Unternehmen nicht von allen Pflichten und Aufgaben. Lesen Sie hier, welche Verantwortungen nicht an die Provider übergehen.