Jörg Hesske

ist Country Manager bei VMware Deutschland. Nach längeren Aufenthalten in Frankreich und den USA beobachtet er auch internationale Zusammenhänge mit großem Interesse.

EnterpriseSmartphoneVirtualisierung

Forecast für Mobility 2.0: Sonnige Aussichten

Die Version 2.0 hält in vielen Bereichen des Lebens Einzug, natürlich auch in Unternehmen und bei seinen Mitarbeitern. Im Cloud-Computing-Zeitalter sprechen viele Unternehmen – auch wir bei VMware – immer öfter über Mobility 2.0. Wie verändert mobiles Arbeiten unser Leben?

Auf dem Weg zum Flughafen mit dem Smartphone E-Mails bearbeiten und Telefonate erledigen, im Flieger auf dem iPad einige Dokumente aktualisieren und nach der Landung über das Netz auf dem Firmenserver ablegen – so sieht heute die effiziente Anreise zu einem Kundentermin in einer anderen Stadt aus. Wie war das noch mal früher? Dokumente in die Aktentasche gepackt, unterwegs durchgearbeitet, mit Kommentaren und Markierungen versehen und bei Rückkehr einem Mitarbeiter zur Änderung zurück gegeben. Im Bereich mobiles Arbeiten ist die Version 2.0 deutlich effizienter!

Immer mehr spürt man, dass vor allem die Digital Natives, sich in diesem Bereich besonders wohl fühlen und veränderte Anforderungen an das Arbeitsleben haben. Wer mit Internet und Mobiltelefon aufgewachsen ist, für den ist der 24h-Zugang zu Informationen – auch im Arbeitsalltag – selbstverständlich. Zudem möchte die Generation Y nicht mehr den ganzen Tag nur im Büro verbringen. Warum nicht einfach bei schönem Wetter auf der Terrasse arbeiten? Viele suchen einen Job, der ihnen Freiraum lässt und oftmals kommen einem auch jenseits des Arbeitsalltags die besten Ideen. Anstelle des Nine-to-five-Jobs wünschen sich viele einen Beruf, der sich ihrem persönlichen Rhythmus anpassen lässt.

Der heutige Zeitgeist ernennt Flexibilität zur Lebensqualität. Wer flexibel ist und den Wandel befürwortet, entwickelt sich weiter. Stillstand hingegen ist zu vermeiden. Vor allem in größeren Unternehmen muss oftmals viel Zeit und Energie investiert werden, um gegen festgefahrene Strukturen in der IT anzukämpfen, denn die Umstellung auf neue Programme und Systeme ist hier besonders aufwendig. Flexible Arbeitsmodelle wie Home Office, mobile Außendienstmitarbeiter oder der Umstand, dass Mitarbeiter ihre eigenen Endgeräte nutzen wollen, zwingen jedoch immer mehr Unternehmen zum Umdenken. Mobility 2.0 ist im Arbeitsalltag angekommen.

Zum Glück bieten sich Unternehmen heute vielfältige Möglichkeiten, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Immer wieder erlebt man, wie hilfreich es ist, von unterwegs oder zu Hause auf Unternehmensdaten zuzugreifen. Gerade durch Virtualisierung und Cloud Computing entstehen immer neue Formen des mobilen Arbeitens. Die Integration von Smartphones und Tablet-PCs in die IT-Infrastruktur ermöglicht Mitarbeitern den Zugriff auf alle wichtigen Unternehmensinformationen. Und das, ohne dass IT-Verantwortliche Abstriche beim Thema Sicherheit machen müssen. Diese wachsende Mobilität und natürlich auch die neuen Ansprüche der Nutzer verändern fortwährend die Art und Weise, wie wir arbeiten.

Die technischen Voraussetzungen dafür sind längst gegeben. Mit Virtualisierung lassen sich heute nicht nur Server und Desktops von einem festen Platz lösen, sondern auch Tablet-PCs und sogar Smartphones greifen über sichere Verbindungen auf die Unternehmensdaten zu. Und das bringt nicht nur großen Unternehmen Vorteile. Auch viele Mittelständler setzen heute schon auf Virtualisierung. Eine VMware-Studie fand erst kürzlich heraus, dass bereits 75 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland Teile ihrer IT virtualisiert haben. Und 80 Prozent von denen sehen in der Virtualisierung bereits messbare Vorteile.

Desktop-Virtualisierung ermöglicht Unternehmen beispielsweise durch Zentralisierung der Desktop-Infrastruktur eine Senkung der Betriebskosten um bis zu 50 Prozent. Zudem wird die Verwaltung der IT-Arbeitsplätze im Unternehmen viel einfacher. Wichtige IT-Prozesse, wie Provisioning, Konfigurationsmanagement, Verbindungs-Brokering, Richtliniendurchsetzung und Anwendungszuweisung werden dadurch vereinfacht. Darüber hinaus sorgt das zentrale Hosting bei virtuellen Desktop-Umgebungen für bessere Sicherheits- und Kontrollmechanismen. Zentralisierter Antivirenschutz, SSL-Verschlüsselung und die Unterstützung verschiedener Authentifizierungsarten geben den IT-Abteilungen in Unternehmen Datenhoheit. Dank PCoIP-Technologien ist es für Anwender heute sogar möglich, über LAN- und WAN-Verbindungen von überall aus mit ihren virtuellen Desktops zu arbeiten, und im lokalen Modus sind diese auch offline verfügbar.

Der nächste Trend, auf den man sich einstellen kann, ist die Smartphone-Virtualisierung. Endlich braucht man dann nicht mehr zwei Geräte, sondern kann auf einem einzigen Smartphone zwei virtuelle Handys mit den jeweiligen Applikationen betreiben.

Lagern Unternehmen ihre Daten oder Infrastruktur in der Cloud, ist der Zugriff sogar noch weniger aufwendig, ein simpler Browser genügt. Wer auf die richtige technologische Plattform setzt, kann sich hier viel Arbeit sparen. So sind 61 Prozent der in der VMware-Studie befragten Mittelständler der Meinung, dass Virtualisierung Unternehmen den Übergang in die Cloud vereinfacht.

Bei VMware wird zudem kontinuierlich versucht, den Administrationsaufwand für IT-Mitarbeiter in Unternehmen zu verringern. Offene Schnittstellen, wie die vCloud-API, ermöglichen die Bereitstellung und Verwaltung virtualisierter Workloads in privaten und öffentlichen Clouds sowie die Interoperabilität zwischen den private und public Clouds. So wird sichergestellt, dass Applikationen zuverlässig laufen und das Management vereinfacht wird. Unterstützende Tools, wie der vCloud Connector, ermöglichen sogar eine zentrale Verwaltung der Daten in privaten, öffentlichen und hybriden Clouds sowie der internen IT-Infrastruktur mit einer einzigen Bedienoberfläche und das problemlose Hin- und Herschieben von virtuellen Maschinen zwischen den Clouds. Und schließlich gilt Virtualisierung generell als technische Grundlage des Cloud Computing.

Mit der richtigen IT können somit nicht nur die End-User, sondern auch die Unternehmen (nebst Security- und Identity-Managern) der Zukunft des mobilen Arbeitens ohne Furcht entgegenblicken. Mobiles Arbeiten ist ein visionäres Thema, sein Nutzungspotenzial noch nicht vollständig ausgeschöpft. Was in Zukunft alles möglich sein wird, bleibt abzusehen. Vielleicht ist Mobility dann auch gar kein Thema mehr. Vielleicht ist Mobility 2.0 dann einfach selbstverständlich.