Detlef Eppig

Detlef Eppig ist der Allrounder bei Verizon: Er ist sowohl Deuschlandchef als auch Director Network Operations für Zentral- und Osteuropa. Nicht nur deshalb zählt Eppig zu den "alten Hasen" der Branche.

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Fünf Trends für die Cloud im produzierenden Gewerbe

Detlef Eppig, Geschäftsführer Verizon Deutschland, zeigt in seinem jüngsten Beitrag für silicon.de, dass vor allem Unternehmen, die von globalen Lieferketten und Partnernetzwerken besonders von Cloud-Infrastrukturen profitieren können. Fünf Punkte sieht er an erster Stelle für die weitere Entwicklung.

Entscheidend für das Wohlergehen der globalen Wirtschaft ist eine robuste verarbeitende Industrie. Rein wirtschaftlich betrachtet hat diese Branche die stärksten Verbindungen in andere Sektoren hinein: Sie benötigt Rohmaterialien und Energie, sie braucht die Bauwirtschaft sowie Dienstleistungen aus einem breiten Angebotsspektrum. Ihr Wachstum führt branchenübergreifend zu mehr Arbeitsplätzen, zu Investitionen und Innovationen.

Allerdings steht das produzierende Gewerbe auch unter permanentem Druck: hohe Präzision, schnellere Prozesse, Einbeziehung der Zulieferer, der Zwischenhändler und der Service-Interaktionen. Und die Branche reagiert: Sie produziert nach dem “just-in-time”-Prinzip, basierend auf öffentlichen und privaten Clouds, die den Herstellern ermöglichen, ihre geschäftlichen Ziele zu erreichen und die Konkurrenz auf Distanz zu halten.

Fünf Trends fungieren als Katalysatoren der Cloud-Einführung beim produzierenden Gewerbe:

• Bedarf an Analytics and Business Intelligence: Genauer gesagt: eine Cloud-Computing-Lösung, die werthaltige Daten aus der gesamten Lieferkette in umsetzbare Erkenntnisse verwandelt, etwa welche Produkte sich wo am schnellsten verkaufen. Die Cloud beschleunigt weiter die Kommunikation mit Zulieferern und Vertriebspartnern, wodurch der Hersteller seinen Wettbewerbsvorsprung halten bzw. ausbauen kann.

• Notwendigkeit der Reduzierung von Investitionskosten und Schaffung neuer Ertragsströme: Moderates Wachstum und heftiger Wettbewerb zwingen die Hersteller, ergänzend zu neuen Produkten und Services mehr operative Effizienz in bestehenden Prozessen anzustreben. Als Betriebsausgaben verbuchbare und nicht über Kapitalinvestitionen finanzierte Cloud-Plattformen bieten die Möglichkeit, Einsparungen und Innovationen im Lieferketten-Management zu erzielen und die Qualität zu verbessern.

• Beschleunigte Entscheidungsfindung: Lieferketten erstrecken sich heute über den gesamten Erdball. Die Hersteller müssen deshalb jederzeit sicheren Zugang zu kritischen Daten haben, etwa aktuelle Bestände, Produktions- und Lieferpläne sowie Preisfluktuationen. Mit Cloud-basierten Plattformen in Verbindung mit Mobility-Lösungen lassen sich ERP (Enterprise Resource Planning) und Bestandsplanung auf die Mitarbeiter im Außendienst ausdehnen. Dadurch können in der Unternehmenszentrale ebenso wie an jedem beliebigen Punkt entlang der globalen Lieferkette informierte Entscheidungen getroffen werden.

• Dynamische Betriebsmodelle: Das produzierende Gewerbe benötigt flexible globale Betriebsmodelle, mit denen sich die Produktion rasch von einem Standort zum nächsten verlagern lässt und die jede Änderung im Volumen spielend verkraften. Beide Fähigkeiten kennzeichnen das Cloud-Computing.

• Optimiertes Kundenerlebnis: Ein Kernanliegen des produzierenden Gewerbes ist im Hinblick auf Produktionspläne das Schritthalten mit den Kundenerwartungen. Cloud-basierte Plattformen sind in der Lage, die Effizienz innerhalb eines Produktionsbetriebes zu steigern, und bilden eine sichere Basis für die Nutzung von CRM-Anwendungen (Customer Relationship Management), die dann die Forecasts aus den vordersten Reihen enger mit der Produktion im Hintergrund verknüpfen.
Ein weiterer Beleg für unsere Einschätzung: Im ersten Halbjahr 2014 beauftragte Verizon den Harvard Business Review mit einer Untersuchung, in wieweit Cloud-Computing zum Tagesgeschäft mittlerer und großer Unternehmen passt, damit wir besser verstehen, wie sich Cloud-Dienste in dieses Bild einfügen. Die Erkenntnisse belegen, dass die Cloud bereits für zahlreiche Unternehmen Ergebnisse liefert. Erhöhte geschäftliche Agilität war noch vor Kostensenkungen die primär treibende Kraft für die Cloud-Einführung.

Von den 527 Harvard Business Review Lesern in Form von großen bis mittleren Organisationen rund um den Globus gehen 71 Prozent davon aus, dass die Cloud die Komplexität ihres Geschäfts reduziert; 74 Prozent sagen, die Cloud hat ihnen einen Wettbewerbsvorteil gebracht. Das ist argumentative Nahrung für jede Branche, die über die Vorteile von Cloud-Computing nachdenkt.