Volker Ludwig

ist Director Sales & Marketing bei Interxion.

CloudRechenzentrum

Höher, schneller, weiter – durch verschiedene Cloud-Provider

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Inzwischen ist die Cloud auch eine olympische Disziplin. Volker Ludwig, Director Sales & Marketing bei Interxion Deutschland, zeigt auf wo bei den Spielen in Rio die Cloud antritt und wie eine Multi-Cloud-Strategie am besten umgesetzt wird.

Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sind nicht nur ein wichtiges Sportereignis, sondern auch ein Meilenstein in der Digitalen Transformation. Denn es sind die ersten Sommerspiele, bei denen die Cloud für wichtige Applikationen wie das Akkreditierungssystem genutzt wird. Erstmals wird auch das Technische Betriebszentrum in der Gastgeberstadt aus der Ferne durch ein neues ständiges Technical Technology Operations Center (TTOC) in Spanien unterstützt. Dieses Betriebsmodell auf Basis von Software as a Service (SaaS) über die Cloud soll auch für künftige Spiele genutzt werden.

Die Cloud ist aber nicht nur bei den Olympischen Spielen angekommen, sondern auch im deutschen Mittelstand. Dies bestätigt der aktuelle CRISP-Report “Der direkte Weg in die Microsoft Cloud“. Demnach wird ein Großteil der Mittelständler (37 Prozent der befragten Unternehmen), die 2015 noch mitten in der Cloud-Entwicklung steckten, bis 2018 Cloud-Lösungen aktiv nutzen. Am populärsten sind dabei künftig Mischformen aus eigener IT-Infrastruktur und Public Cloud-Angebot (Hybrid Cloud) sowie unterschiedliche Cloud-Umgebungen mit mindestens zwei Public Clouds (Multi-Cloud).

Brasilien (Bild: Shutterstock / Mangostock)

Eine kostengünstige Alternative für den Aufbau von Multi- und Hybrid-Cloud-Umgebungen bildet die Auslagerung der eigenen Server in Colocation-Rechenzentren. Dort finden Kunden bereits Public Cloud-Anbieter wie Microsoft, Amazon, Deutsche Telekom, Oracle, Softlayer, Google oder IBM vor. Durch die physische Nähe zu den Infrastrukturen der großen Public Cloud-Anbieter sind die Datenverbindungen preiswerter und günstiger.

Besonders schnell und sicher wird die Anbindung an die Public Cloud mit einem sogenannten Cross Connect: Diese direkte physische Verbindung umgeht das öffentliche Internet und liefert Latenzzeiten von unter 2 Millisekunden, im Vergleich zum Internet mit rund 40 Millisekunden.

5 Schritte zum erfolgreichen Cloud-Einstieg

Unabhängig von den objektiven Vor­teilen einer direkten Verbindung zum Cloud-Anbieter der Wahl, sollte aber jeder IT-Entscheider individuell eine inter­ne Analyse vornehmen und gängige Markttrends betrachten. Für den strukturierten Cloud-Einstieg empfehlen sich konzeptionell die folgenden fünf Schritte:

  1. Application Portfolio analysieren

Vor der Auslagerung der Workloads in die Cloud sollte zunächst das eigene Applikationsportfolio analysiert werden. Nur wer genau versteht, welche Applikationen welche Anforderungen besitzen und welche Vorgänge in Bezug auf einen Workload als kritisch zu betrachten sind, kann für sein Unternehmen eine ge­eignete Cloud-Strategie entwickeln.

  1. Cloud-fähige Struktur für Unternehmens-IT aufbauen

Anschließend sind die eigenen Workloads in statische und dynamische Prozesse einzuordnen. Dynamic IT Workloads werden in eine oder meh­rere Public Clouds ausgelagert. Static IT Workloads können weiterhin On-Premise betrieben werden oder in einem Colocoation-Rechenzentrum. Diese Welten lassen sich mit hybrider Integration bedarfsgerecht verbinden.

  1. Anbieter-Assessment durchführen

Der Trend im Cloud Computing geht eindeutig in Richtung Hybrid- und Mul­ti-Cloud. Für die Multi-Cloud spricht, dass ein Anbieter alleine nicht alle Innovationen liefern kann, um für Unter­nehmen aller Größen und Branchen im­mer die neuesten Services bereitzustel­len. So sollten die Cloud-Services der verschie­denen Anbieter identifiziert werden, die am besten zur Unternehmensstrategie passen, um sie anbieterübergrei­fend zu integrieren.

  1. Entscheidung für Hosting oder Colocation treffen

Colocation-Rechenzentren werden von erfahrenen Spezialisten betreut, besitzen alle wichti­gen Zertifizierungen und sind somit im­mer auf dem technisch neuesten Stand. Zudem bieten sie die physische Nähe zu den großen Public Cloud-Anbietern, die über Cross Connects über einen Verbindungspunkt an die eigene Unternehmens-IT angebun­den werden. Beim Hosting muss sich dagegen das Unternehmen selbst um das Management kümmern.

  1. Proof of Concept und APM (Application Performance Monitoring) durchführen

Proof of Concepts bieten schon vor der Migration von Workloads in eine Public Cloud eine kostengünstige Testmöglichkeit. Damit vereinfachen sie die Cloud-Migration. Ein kontinuierliches APM während des Betriebs der Cloud-Applikationen lässt anschließend Rückschlüsse zu, ob das Lastverhalten und die Performance der Anwendungen optimal sind.

Anschließend kann das Unternehmen vertrauensvoll die am besten geeigneten Cloud-Angebote von verschiedenen Providern nutzen. Schließlich schickt auch der Deutsche Olympische Sportbund nicht nur einen, sondern über 400 Sportler nach Rio de Janeiro, die in den verschiedensten Disziplinen antreten.

Denn nur so hat er echte Chancen auf Medaillen und Finalteilnahmen und kann sich im internationalen Wettbewerb behaupten – genauso wie Unternehmen mit den jeweils am besten geeigneten Cloud Providern.