Stefan Pfeiffer

ist Marketing Lead Social Business Europe bei IBM Deutschland und nennt sich selbst "Schreiberling aus Passion".

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IBM Connect: Die Zukunftsvision von IBM

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Aus der Lotusphere ist IBM Connect geworden und silicon.de-Blogger Stefan Pfeiffer sieht den größten Sprung für IBM bei E-Mail. Nach dem Verkauf der Server-Sparte muss sich auch eine IBM neu orientieren und die Veranstaltung in Orlando könne gut zeigen, wo sich das Unternehmen hinbewegt.

Wieder einmal IBM Connect aka ex-Lotusphere im Januar im diesmal oft verregneten Orlando. Was sind in diesem Jahr die Produkthighlights (obwohl es sicher nicht nur um Produkte geht). Hier wurden vor allem 3 Bereiche adressiert: Lösungen für Personal mit der IBM Kenexa Talent Suite, Erweiterungen und vor allem Integrationen im Bereich Digital Experience und – last but not least – IBM Mail Next mit Erweiterungen des Collaboration-Portfolios.

IBM Mail Next ist wohl die spektakulärste Ankündigung, die von den Teilnehmern mit Begeisterung aufgenommen wird. Mit IBM Mail Next präsentiert IBM einen revolutionären neuen Mail-Client und ich benutze das Wort revolutionär ganz bewusst. Viel zu lange haben wir E-Mails sortiert, in Ordner geschoben, gesucht, nicht gefunden. Nun zeigt IBM, dass das nicht so sein muss. IBM Mail Next hilft dem Anwender, die Informationsflut zu bewältigen, in dem Nachrichten im Kontext mit zugehörigen Informationen aus anderen Quellen wie sozialen Kanälen und anderen Repositories angezeigt werden.

Hier ein Designentwurf der radikal anderen Oberfläche von IBM Mail Next. Dinge werden sich noch ändern, aber ein sehr guter erster Eindruck. Quelle: IBM

Dabei wird auf die analytischen Fähigkeiten der IBM in der Cloud zurückgegriffen, ein Fundus, den kein anderer Anbieter von Mail- und Collaboration-Lösungen in dieser Tiefe und Breite hat. Über Analytics werden Informationen gebündelt, sortiert und in einer innovativen, modernen, an Tablet-Nutzung orientierten Oberfläche präsentiert. Dieses Design soll dann auch auf die konventionellen Clients übertragen werden. Die neue Oberfläche erzeugt einen Aha-Effekt: IBM kann Design und Benutzerfreundlichkeit, wie man daran deutlich sehen kann. Die Arbeit der neuen Design-Zentren der IBM beginnt sich auszuzahlen. IBM Mail Next ist kein neuer E-Mail-Server, sondern greift auf den bewährten, stabile und sicheren Domino-Server zurück. Erste Beta-Versionen werden in 2014 in der Cloud zur Verfügung stehen. Das Produkt soll – so hört man – dann 2015 zur Verfügung stehen.

Diese Ankündigung hat die anderen Neuigkeiten etwas überschattet und in den Hintergrund treten lassen. Im Bereich Digital Experience, Portal und Web Content Management wurden nämlich auch eine Vielzahl von Neuerungen und vor allem Integrationen vorgestellt, die alle darauf abzielen, Kunden bei der Gestaltung und Optimierung der eigenen digitalen Präsenz zu helfen. Die Commerce-Angebote und Marketing Automation-Produkte der IBM werden beispielsweise enger mit dem Portal integriert. Web Analytics wird genutzt, um Klickverhalten und damit Gestaltung der Webseiten zu optimieren. Und in Kombination mit Worklight werden leistungsfähige mobile Anwendungen ermöglicht. Die Neuerungen liegen hier oft im Detail. Deutlich wurde aber auch gesagt, dass man diese Funktionen mehr und mehr in die Cloud verlegen will, um komplexe technische Backends vom Kunden fern zu halten und diesem auf einfache Weise zu ermöglichen, benutzerfreundliche digitale Lösungen im Web oder auf mobilen Geräten zu schaffen. IBM spricht mit diesen Angeboten nicht nur IT, sondern vor allem auch Marketingabteilungen an.

Schließlich liegt ein weiterer Fokus der IBM Connect auf dem Thema Personal und HR. Auf der IBM Connect wird die IBM Kenexa Talent Suite gezeigt, eine Lösung für Personalabteilungen, die von der Rekrutierung über das Onboarding bis zur laufenden Förderung der Mitarbeiter und ihres Talents. Die Suite ist als SaaS-Lösung aus der Cloud verfügbar, integriert IBM Connections mit seinen sozialen Funktionen und kann IBM Watson für Analysen von Mitarbeiterdaten und -trends nutzen. Connections bietet die Funktionen zur Vernetzung mit anderen Mitarbeitern, zum Teilen von Informationen und zum Nutzen von Communities. Watson erlaubt die detaillierte Analyse von mitarbeiterbezogenen Daten.

Die großen IT-Trends von heute, Mobile, Cloud, Big Data und Analytics waren auf der IBM Connect allgegenwärtig. Deutlich wird dabei, dass sie nicht seperat, stattdessen integriert gesehen werden müssen. Die übergreifende Strategie der IBM baut auf diese Säulen auf und nutzt sie für die verschiedenen Lösungsbereiche der IBM, von Smarter Commerce über Smarter Analytics und Smarter Cities, Watson Solutions bis zu Smarter Workforce. Cloud ist das Delivery-Modell der Zukunft. Alle Lösungen müssen mobil verfügbar sein. Soziale Funktionen treiben Engagement und Zusammenarbeit über alle Lösungsbereiche hinweg und Analytics und Watson bringen immer mehr Intelligenz in die Lösungen und ermöglichen die produktive Nutzung von Big Data.

Lösungen der IBM bauen auf analytischen Funktionen, Mobile, Social und Security auf. Die Cloud ist das bevorzugte Delivery-Modell.
Lösungen der IBM bauen auf analytischen Funktionen, Mobile, Social und Security auf. Die Cloud ist das bevorzugte Delivery-Modell. Quelle: Stefan Pfeiffer

Die IBM Connect oder ehemals Lotusphere spiegelt diesen Trend wieder. Es ist nicht mehr nur die Geek- und Nerd-Show von Programmierern, sondern auch eine wichtige Veranstaltung für Personaler, Marketiers, die sogenannte Line of Business und IT. Bewusst wird dabei auch der Spagat versucht, all diesen Zielgruppen und auch weiter den (ehemals gelben) Techies und Entwicklern ein lohnenswertes Programm und vor allem eine gute Plattform zum Austausch zu bieten. Mir bringt die IBM Connect auf jeden Fall immer sehr viel Inspiration und Energie für die Arbeit der kommenden Monate.