Dirk Pfefferle

ist Area Vice President Central & Eastern Europe bei Citrix.

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IoT 2017: Vom Hype zum Enterprise-Einsatz

IoT ist schon lange in aller Munde und wird 2017 den Weg in unternehmerische Use Cases finden. Wie sich die Sicherheitskonzepte für den Consumer und Enterprise Markt dabei unterscheiden, erläutert Dirk Pfefferle, Area Vice President von Citrix.

IoT, das Internet of Things oder Internet der Dinge, erlebt in den letzten Monaten und Jahren einen riesigen Hype. Ich gehe davon aus, dass die Blase überzogener Erwartungen rund um IoT bald platzen wird und sie in den Unternehmen einer realistischeren Untersuchung Platz macht: Wie können Organisationen IoT wirklich für ihr Geschäft nutzen? Welche Business Use Cases könnten sich für sie lohnen? Meist findet echte Innovation dann statt, wenn der Hype vorbei ist.

Internet of Things (Bild: Shutterstock/Deliverance)

IoT für intelligente Arbeitsräume

Vorausdenkende IT-Verantwortliche können in diesem Jahr die Weichen stellen, indem sie IoT-Expertise an Bord holen, erste IoT-Projekte identifizieren und auf den Weg bringen. Ich sehe vor allem in den Bereichen Customer Engagement und Arbeitsplatz der Zukunft spannende Anwendungsszenarien: Wie wäre es beispielsweise, einen intelligenten Arbeitsraum zu haben? Ein Arbeitsraum, der registriert, wer drin ist, welche Endgeräte dort sind und welcher Content gerade gefragt ist?

Auf diese Weise könnten Konferenzen persönlich anwesende und online zugeschaltete Teilnehmer einfacher betreuen. Pflegekräfte würden in einem intelligenten Patientenraum genau die Informationen finden, die sie brauchen. Und intelligente Büros könnten die Bedingungen für Zusammenarbeit von nah und fern weiter optimieren.

Consumer IoT braucht Gerätesicherheit

Allerdings: Je mehr Endgeräte mit dem Internet verbunden sind, desto größer wird auch die Gefährdung durch Cyber-Attacken. Ich denke, hier werden sich die Sicherheitskonzepte für Consumer IoT und Enterprise IoT künftig auseinanderentwickeln. Im Konsumenten-Markt ist IoT vor allem auf Gegenstände ausgerichtet.

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IoT: Eine neue Standard-Welt entsteht

Im Bereich IoT gibt es zahlreiche Initiativen und Konsortien, bislang laufen diese Bestrebungen jedoch überwiegend parallel nebeneinander her. Doch damit dies alles überhaupt funktionieren kann, braucht man neben neuen Produkten auch neue Standards – insbesondere für die Kommunikation der Geräte untereinander und für die Sicherheit. silicon.de gibt einen Überblick.

Daher wird Consumer IoT Security vor allem auf die Absicherung der Geräte selbst abzielen. Leider steht die Gerätesicherheit noch nicht bei allen Herstellern hoch im Kurs. Möglicherweise schafft aber gerade das auch Marktchancen für neue IoT-Start-ups, die sich auf Device-Sicherheit-, IoT-Antivirus- oder Anti-Ransomware-Lösungen spezialisieren.

Hubs sichern IoT-Kommunikation in Unternehmen

In der Enterprise IoT Security werden sich eher Hubs oder Plattformen entwickeln, die eine sichere End-to-End Kommunikation zwischen genutzten IoT Devices und den Applikations- und Cloud Services sicherstellen. Firewalls und Application Delivery Controller (ADC) werden sich weiterentwickeln und auch in der Lage sein, IoT-Traffic und Ereignisse zu sichern. Sie werden Analysetechnologien nutzen, um im Datenverkehr anomalen Traffic und Verhalten zu erkennen.

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Die IoT-Strategien der großen Anbieter

Ungeahnte Möglichkeiten bietet das Internet der Dinge. Beinahe jede Branche kann davon profitieren. Die großen Anbieter gehen diesen Riesenmarkt mit jeweils ganz eigenen Ansätzen an. Wir stellen die wichtigsten vor.

Insgesamt werden alle Technologien kräftig anziehen, die die IoT-Sicherheit auf allen Ebenen erhöhen. Unternehmen werden 2017 auf allen Ebenen mehr investieren, um den IoT-Einsatz vom Device über den Hub bis zu den Applikationen und Cloud Services abzusichern.