Markus Härtner

ist Vice President DACH bei dem Sicherheitsanbieter F5 Networks GmbH.

Netzwerk-ManagementNetzwerke

Ist ein CDO wirklich nötig?

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Das noch recht neue Aufgabenfeld des Chief Digital Officers umfasst laut Markus Härtner, Vice president DACH, F5 Networks GmbH, nicht nur den Schutz von Applikationen und der IT, sondern der CDO sollte auch aktiv die Strategie des Unternehmens mitgestalten.

Digitale Transformation lautet das neue Modewort in deutschen Unternehmen. Tatsächlich haben digitale Technologien mit der entsprechenden Anpassung der Geschäftsprozesse inzwischen fast überall Einzug gehalten. Gleichzeitig werden Unternehmen dadurch aber immer angreifbarer. Denn Cyberattacken gefährden Firmennetzwerke, Daten und Anwendungen auf Computern, Tablets und Smartphones.

Dabei öffnet sich die Schere zwischen Wunsch und Wirklichkeit zunehmend. Nach aktuellen Studien glauben 80 Prozent der CEOs, dass ihre Netzwerke sicher sind. Sie investieren immerhin rund 70 Prozent des Budgets für IT-Security in die Netzwerksicherheit.

Das ist jedoch der falsche Ansatz, denn die wenigsten Hacker greifen heute noch das Netzwerk an. 80 Prozent der Attacken zielen mittlerweile auf Applikationen, da sie ein geringeres Sicherheitsniveau aufweisen. So lassen Standard-Firewalls beispielsweise verschlüsselten Content wie HTTPS-Anfragen ungeprüft passieren und zwar in der Annahme, dass diese Datenpakete sicher seien.

Um diese Kluft zwischen Theorie und Praxis zu schließen, ist eine Person nötig, die den Überblick über die aktuellen Herausforderungen, Risiken, Chancen und Lösungsmöglichkeiten behält. Diese Anforderung soll die relativ neue Rolle des Chief Digital Officers (CDO) erfüllen. Er ist verantwortlich für die digitale Transformation im Unternehmen – mit einem eigenen Sitz im Vorstand. Denn sein Aufgabengebiet umfasst nicht nur die IT-Infrastruktur, sondern auch die darauf basierenden Business-Modelle sowie die Entwicklung und Einführung neuer Produkte und Services.

Damit bildet der CDO sozusagen die zentrale Drehscheibe für Prozesse die Abteilungen wie Vertrieb, Marketing, Produktion, Verwaltung, etc. benötigen, um den geschäftlichen Erfolg zu gewährleisten. Zudem muss er ein effektives Sicherheitskonzept erstellen und die Unternehmensstrategie mitgestalten. Als Digital Leader sollte der CDO damit interdisziplinäre Fachkompetenz und Führungsqualitäten vereinen, denn Überzeugungskraft ist in einer solchen Rolle unerlässlich.

Doch muss nun jedes Unternehmen einen CDO besitzen? Ja, denn der digitale Wandel bedeutet nicht, lediglich Prozesse digital abzubilden. Er erfordert vielmehr ein grundsätzliches Umdenken – weg von der instrumentellen Funktion der IT hin zu einer gestaltenden Rolle. Denn die IT muss heute ein Business Enabler sein, um den zukünftigen Unternehmenserfolg zu sichern. Dies ist jedoch mit den aktuell bestehenden Silostrukturen in Unternehmen nicht möglich. Denn die Verantwortlichen der Fachbereiche agieren nebeneinander statt miteinander, da eine übergeordnete Verantwortungsinstanz fehlt.

Genau diese zentrale Position, die nicht nur die klassische IT im Blick hat, sondern auch wichtige Vermögenswerte wie geschäftskritische Applikationen, bildet der CDO. Er koordiniert alle Teilbereiche wie Netzwerk, IT-Sicherheit, Fachbereiche und Geschäftsprozesse zentral und auf oberster Führungsebene.

Dafür ist jedoch meist ein neuer Verantwortungsbereich zu schaffen. Als Teil der Geschäftsführung muss der CDO die Möglichkeit besitzen, die Unternehmensstrategie mitzugestalten. Denn unternehmerisches Denken sowie eine holistische Sichtweise unterstützen das Ziel, mit Hilfe der IT die Geschäftsprozesse zu optimieren und neue Business-Modelle zu erzeugen. Im Zeitalter des ständigen Wandels ist schließlich eine hohe und permanente Flexibilität nötig.

Der CDO sollte dazu interdisziplinäre Fachkompetenz und Führungsqualitäten vereinen, da in einer solchen Rolle Überzeugungskraft unverzichtbar ist. Er muss bestehende Strukturen umbauen, Widerstände konstruktiv auflösen, neue Wege beschreiten und am Puls der Zeit bleiben. Nur wenn er solche Kompetenzen besitzt, kann er das eigene Unternehmen optimal in die Zukunft führen.

Tipp: Lesen Sie zum Thema CDO auch unseren Artikel: Chief Data Officer – Neue Konkurrenz für den CIO?

 


  1. Der CDO sollte dazu interdisziplinäre Fachkompetenz und Führungsqualitäten vereinen, da in einer solchen Rolle Überzeugungskraft unverzichtbar ist. Er muss bestehende Strukturen umbauen, Widerstände konstruktiv auflösen, neue Wege beschreiten und am Puls der Zeit bleiben. Nur wenn er solche Kompetenzen besitzt, kann er das eigene Unternehmen optimal in die Zukunft führen.

    Solch einen Kandidaten würde Ich sofort einstellen.
    Wissen Sie eigentlich , was für Widerstände und festgefahrene Prozesse es in vielen mittelständischen Unternehmen gibt.
    Da hilft auch so ein Wundermann alleine nicht – Nein da muß man Köpfe austauschen, um den alten Muff und Ballast einmal zu vernichten..