Joachim Schreiner

Welche Chancen bietet das Social Web für Unternehmen, Politik und Gesellschaft? Freuen Sie sich auf direkte und unverblümte Antworten von Joachim Schreiner, SVP Salesforce Central Europe.

ForschungInnovation

Künstliche Intelligenz ist historische Chance für deutsche Unternehmen

Salesforce will 100 Millionen Dollar in die KI-Forschung investieren. Joachim Schreiner, Deutschlandchef Salesforce, erklärt im silicon.de-Blog, warum und weshalb gerade deutsche Unternehmen davon profitieren können.

Oftmals wird gerade Deutschland eine gewisse Trägheit bei der Adaption innovativer Technologien nachgesagt. Das mag bei der Cloud nicht ganz verkehrt sein, bei Industrie 4.0 und dem damit verbundenen Einsatz des Internet of Things (IoT) sind deutsche Unternehmen wie auf der HMI zu sehen war jedoch definitiv weder träge noch zurückhaltend, sondern gehören zur Weltspitze. Denn sie haben verstanden, dass es nicht um die reine Vernetzung von Maschinen und Produkten geht, sondern um die intelligente Nutzung der dabei produzierten Daten für die Gestaltung der Geschäftsmodelle von morgen.

An dieser Stelle kommt eine weitere Technologie ins Spiel, bei der Deutschland geradezu dafür prädestiniert ist, weltweit eine führende Rolle zu übernehmen: Künstliche Intelligenz. Denn in dem Maße, wie immer mehr von Maschinen erzeugte Daten verfügbar gemacht werden, kann auch der Mehrwert von KI-Technologien ansteigen. Und da die deutsche Wirtschaft im Bereich Maschinenbau seit Jahrzehnten führend ist, hat KI gerade für unsere Industrie-Unternehmen ein enormes Potenzial. Denn sie sind in der Lage, eine große Menge relevanter Daten zu produzieren, auszuwerten und einen Mehrwert daraus zu erzeugen. Hiermit sollte die deutsche Industrie nicht warten, bis die großen Technologieunternehmen diesen Markt disruptieren, wie sie es erfolgreich in anderen Bereichen praktiziert haben. Denn durch die Kombination des IoT mit dem Mehrwert von KI-Technologien bietet sich für deutsche Unternehmen eine historische Chance, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf Jahre hinweg zu sichern.

Aktionismus ist der Feind des Erfolgs

Beim erfolgreichen Einsatz von KI sollten Unternehmen vor allem eins beachten: Bei ihren Bestrebungen den tatsächlichen Mehrwert für den Kunden in den Mittelpunkt ihres strategischen Handelns zu stellen und innovative Technologien nicht als Selbstzweck zu betrachten.

KI (Bild: Shutterstock.com/agsandrew)

Management-Guru Peter Drucker prägte vor langer Zeit den immer noch gültigen Satz “Es ist wichtiger, das Richtige zu tun, als etwas richtig zu tun”. Wer also Technologie um ihrer selbst Willen einführt, ohne die Geschäftsstrategie auf die zukünftigen Erwartungen der Kunden und des Marktes auszurichten, betreibt allenfalls digitalen Aktionismus, der zumeist in einer Sackgasse mündet.

Mehrwert als Innovation

Unser Kunde Koenig & Bauer, der weltweit zweitgrößte Druckmaschinenhersteller, hat seinen ursprünglichen Predictive-Maintenance-Ansatz zum Vorteil des Kunden weiterentwickelt. Die mit Sensoren versehenen Druckmaschinen senden ihre Produktionsdaten ohnehin in die Zentrale des Herstellers. Auf Basis der Analysen lassen sich Nutzungsprofile und daraus Optimierungspotenziale ableiten. Auf diese Weise hilft Koenig & Bauer seinen Kunden proaktiv dabei, ihre Maschinen optimal zu betreiben, und dadurch unter anderem den Output zu erhöhen, den Umsatz zu steigern und den ROI zu beschleunigen. Auch Industrieunternehmen wie ABB oder KUKA setzen die neue intelligente Datentechnologie ein, um ihren Kunden Lösungen mit echtem Mehrwert zu bieten.

KI kann noch mehr: Potenzial auch in den Bereichen Service, Vertrieb und Marketing

Doch KI bietet nicht im Kontext von IoT und Industrie 4.0 großes Potenzial, sondern an vielen Stellen im Unternehmen und unabhängig von der Branche. Im Kundenservice beispielsweise hilft KI dabei, Anfragen vorausschauend an den richtigen Mitarbeiter weiterzuleiten und die Problemlösung zu beschleunigen, indem ihm automatisch die wahrscheinlichsten Antworten angezeigt werden. Der Service kann zudem nicht nur auf eingehende Anfragen reagieren, sondern auf Basis der Analyse von Anomalien auch aktiv werden, um Probleme zu verhindern. Wenn sich beispielsweise die Meldungen über Defekte eines bestimmten Geräts im Service-Center häufen, kann der Hersteller bis dato nicht betroffene Kunden proaktiv informieren und einen Termin mit einem Wartungstechniker anbieten, bevor es zu einem unerwarteten Ausfall kommt.

Ausgewähltes Webinar

Ransomware Protection: Praxisleitfaden für den Schutz ihres Unternehmens

Helge Husemann, Product Marketing Manager EMEA von Malwarebytes, stellt in diesem 60-minütigen Webinar die neue Sicherheitslösung Malwarebytes Endpoint Protection vor. Sie enthält ein mehrstufiges Sicherheitskonzept und bietet damit einen effektiven Schutz vor modernen Bedrohungen wie WannaCry, Petya und anderen.

Im Marketing und im Vertrieb können KI-Technologien einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, aus vorhandenen Daten das richtige Produkt, den passenden Zeitpunkt und den geeigneten Kanal für eine erfolgreiche Ansprache zu identifizieren. Wenn die IoT-Daten von einem Fitness-Tracker zeigen, dass ein Kunde seit dem letzten Schuhkauf 700 Kilometer gejoggt ist, können Predictive-Technologien ohne manuelle Fleißarbeit dafür sorgen, dass der Kunde morgens an der Bushaltestelle beim Surfen im Internet ein Angebot für ein aktuelles Modell erhält, das besonders gut für seine bevorzugte Strecke im Wald geeignet ist. Die Erwartungen bei unseren Kunden an solche intelligenten Predictive-Technologien sind entsprechend groß – und das schöne ist: Dank KI lassen sich diese Versprechungen heute tatsächlich in die Realität umsetzen. Versprochen.

Tipp: Was wissen Sie eigentlich über Hewlett Packard? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 16 Fragen auf silicon.de.